Darmkrebs-Screening für Männer schon ab 50

Darmkrebs-Screening für Männer schon ab 50

Velbert

Der Gemeinsame Bundesausschuss hat die Altersgrenze beim Darmkrebs-Screening für Männer auf 50 Jahre herabgesetzt. Versicherte werden ab dem 50. Lebensjahr künftig regelmäßig schriftlich zur Darmkrebs-Früherkennung eingeladen. Das sieht ein Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses von Ärzten, Krankenkassen und Kliniken vor.

Zur Früherkennung von Darmkrebs können die Versicherten wie bisher Tests auf nicht sichtbares Blut im Stuhl und Darmspiegelungen in Anspruch nehmen. Bei der Früherkennung von Darmkrebs ist vorgesehen, dass die Krankenkassen ihre Versicherten im Alter von 50, 55, 60 und 65 Jahren anschreiben und zur Untersuchung einladen. Zusätzlich erhalten die  Patienten eine einheitliche Versicherteninformation mit Hinweisen zu Organisation, Ablauf, Nutzen und Risiken der Untersuchung.

Darmspiegelung für Männer ab 50 Jahren
„Neu ist zudem, dass Männer bereits mit 50 Jahren eine Koloskopie (Darmspiegelung) durchführen lassen können. Der Grund ist, dass Männer ein höheres Risiko als Frauen haben, an Darmkrebs zu erkranken. Bei Frauen bleibt die Altersgrenze für die erste Koloskopie zur Vorsorge bei 55 Jahren bestehen“, sagt Dr. Alexis Müller-Marbach, Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Palliativmedizin am Helios Klinikum Niederberg.
Zur Darmspiegelung empfiehlt sich ein Termin bei einem Facharzt für Innere Medizin mit Schwerpunkt Gastroenterologie. Auch das Helios Klinikum Niederberg bietet die ambulante Vorsorge-Darmspiegelung in der Endoskopie-Abteilung der Klinik für Gastroenterologie an. Bei schweren Vorerkrankungen kann die Darmspiegelung auch stationär im Klinikum durchgeführt werden.


Test auf nicht sichtbares Blut im Stuhl (iFOBT)
Frauen und Männer im Alter von 50 bis 54 Jahren haben Anspruch auf einen jährlichen Stuhltest. Entscheiden sich Versicherte gegen eine Darmspiegelung, haben sie ab 55 Jahren alle zwei Jahre Anspruch auf den Test auf Blut im Stuhl. Bei einem auffälligen Stuhltest folgt eine Spiegelung zur Abklärung der weiteren Diagnose. Den Stuhltest können Versicherte bei ihrem Hausarzt erhalten.
Ziel des Screenings ist, dass künftig weniger Menschen an Darmkrebs sterben. Darmkrebs ist laut Krebsgesellschaft die zweithäufigste Krebserkrankung. In Deutschland erkranken pro Jahr mehr als 33.000 Männer und mehr als 26.000 Frauen daran. Mehr als 20.000 Menschen sterben pro Jahr an den Folgen der Erkrankung. Es handelt sich bei Frauen um die zweithäufigste Tumorerkrankung nach Brustkrebs, bei Männern um die dritthäufigste nach Lungen- und Prostatakrebs. Zu den Risikofaktoren für Darmkrebs zählen unter anderem das Rauchen, Übergewicht, ballaststoffarme Ernährung, Bewegungsmangel und der regelmäßige Konsum von Fleisch und Alkohol.


Darmkrebs-Patienten und deren Angehörige finden Hilfe bei den Treffen der Selbsthilfegruppe ILCO. Diese finden jeden 3. Donnerstag um 18 Uhr in den Räumlichkeiten der Selbsthilfegruppen statt in der Robert-Koch-Str. 12 – 42549 Velbert. In der Selbsthilfegruppe tauscht man Informationen und Erfahrungen mit Gleichbetroffenen aus. Hier können Betroffene und Angehörige frei miteinander über ihre Probleme und Ängste reden.