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Patientenwissen

Gesunde Ernährung im Alter

Gesunde Ernährung im Alter

Wohlbefinden und Vitalität sind wesentliche Voraussetzungen für die persönliche Lebensqualität bis ins hohe Alter. Das Altern selbst ist nicht zu verhindern, doch kann eine gesundheitsbewusste Ernährung die Alterungsvorgänge hinauszuzögern.

Die Ernährungssituation von zu Hause wohnenden pflegebedürftigen Senioren in Deutschland ist nicht gut. Sowohl Übergewicht als auch Mangelernährung sind häufig. 13 % der Pflegebedürftigen sind mangelernährt, bei weiteren 57 % besteht ein Risiko für Mangelernährung und nur knapp ein Drittel weist einen normalen Ernährungszustand auf. Mangelernährung und unerwünschter Gewichtsverlust können langfristig die Pflegebedürftigkeit sowie die Krankheitsanfälligkeit erhöhen und vermindern die Lebensqualität.

Die Ernährung Pflegebedürftiger spiegelt im Wesentlichen die Ernährungsgewohnheiten der Allgemeinbevölkerung wider: zu viel Fleisch und Fleischwaren und zu wenig pflanzliche Lebensmittel sowie Fisch. Den Pflegebedürftigen fehlen oft Calcium, Vitamin D, Vitamin E, Folsäure sowie Ballaststoffe. Wir empfehlen mehr Getreideprodukte, insbesondere aus Vollkorn sowie Kartoffeln, Gemüse und Obst zu verzehren.  Die Zufuhr von Vitamin E lässt sich durch die Verwendung hochwertiger Öle positiv beeinflussen. Bei Vitamin D-Mangel sollte eine Ergänzung durch entsprechende Präparate erfolgen.
Die Risiken für Mangelernährung im Alter sind vielfältig: Zunehmende körperliche, geistige, psychische und soziale Beeinträchtigungen, Appetitlosigkeit sowie nachlassende Sinneswahrnehmungen tragen hierzu bei. Mehr als die Hälfte der Pflegebedürftigen leidet unter Kaubeschwerden, fast ein Drittel unter Schluckbeschwerden. Als Konsequenz meiden die Betroffenen häufig bestimmte Lebensmittel. Dies kann zu einer einseitigen Ernährungsweise bis hin zur Mangelernährung führen.

Gewichtsabnahme kann im Alter ein Indikator für Mangelernährung sein, und mit dem Gewicht gehen Muskelmasse und Muskelkraft verloren. Dies schränkt die Mobilität ein und das Risiko für Stürze steigt. Ein Drittel der Pflegebedürftigen ist adipös. Dies erschwert die Pflege, insbesondere wenn Ältere, meist die Ehepartner, den Großteil der Pflege leisten.  Auch Adipöse sind im Rahmen schwerer Erkrankungen von Mangelernährung betroffen.

Wir empfehlen bei Kau- und Schluckbeschwerden passierte oder pürierte Kost.  So können wichtige Nährstofflieferanten, wie Gemüse und Fleisch besser gegessen werden. Es gibt zahlreiche Angebote für passierte Kost und abwechslungsreiche Rezepte, die eine weiche und homogene Konsistenz der Lebensmittel ermöglichen. Zudem sollten die Speisen appetitlich angerichtet und mit Kräutern und Gewürzen verfeinert werden.

DGE, 2013, Ernährungssituation von pflegebedürftigen Senioren in Privathaushalten (ErnSiPP-Studie)