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Patientenwissen

Gegen Austrocknung im Alter

Was macht man, wenn man durstig ist? Einfache Frage, leichte Antwort: etwas trinken. Was aber, wenn der Körper Wasser braucht, ohne das zu signalisieren? Dies ist bei vielen älteren Menschen der Fall. Wir geben Ihnen praktische Tipps.

Alte Menschen müssen mehr auf ihre Trinkmenge achten, denn mit dem Alter steigt die Gefahr eines Wassermangels. Im Alter lässt oftmals das Durstempfinden nach und es wird weniger getrunken. Zudem sinkt die Fähigkeit der Nieren, den Harn zu konzentrieren, und der Körper scheidet mehr Urin aus. Auch Angst vor nächtlichen Toilettengängen aufgrund von Inkontinenz oder Prostatabeschwerden, Schluckstörungen oder Vergesslichkeit sind häufige Trinkhemmnisse. Für Alleinlebende kann das Transportieren schwerer Getränke zum Hindernis werden. Hier können Verwandte, Freunde, Nachbarn oder ein Getränke-Lieferdienst Hilfe leisten.

Erste Anzeichen können Müdigkeit und Konzentrationsschwäche, Mundtrockenheit, nachlassende Gewebespannung der Haut, eingeschränkte Leistungsfähigkeit bis hin zu Verwirrtheit und Schwindel sein.  Gerade im Sommer, an besonders heißen Tagen, kann es bei Senioren schnell problematisch werden.
Senioren sollten täglich 1,5 Liter trinken. Durch große Hitze, Fieber, reichlich Speisesalz oder hohe Eiweißzufuhr, Krankheiten mit Durchfall sowie Erbrechen kann der Bedarf erhöht sein. Je weniger gegessen wird, desto mehr muss getrunken werden. Denn durch die geringe Nahrungszufuhr fehlt es an in Lebensmitteln enthaltenem Wasser. Über den Tag verteilt getrunken versorgen wasserreiche, energiearme Getränke den Körper am besten mit Flüssigkeit. Besonders eignen sich Trink- oder Mineralwasser, ungezuckerte Kräuter- und Früchtetees sowie mit Wasser verdünnte Obst- und Gemüsesäfte. Auch Kaffee und Tee können zur Flüssigkeitsbilanz hinzugerechnet werden. Aufgrund der anregenden Wirkung von Koffein auf Herz und Kreislauf sind sie jedoch nicht als Durstlöscher geeignet. Bis zu 4 Tassen Kaffee pro Tag sind in Ordnung.

Eine Begrenzung der Flüssigkeitsmenge kann bei Patienten mit bestimmten Krankheiten wie Herzschwäche oder Nierenschwäche  erforderlich sein. Hier ist eine Rücksprache mit dem behandelnden Arzt unerlässlich.

Praktische Tipps:

  • Sorgen Sie dafür, dass zu jeder Mahlzeit ein Getränk bereitsteht. Viele Senioren haben seit ihrer Kindheit den Spruch verinnerlicht: „Beim Essen wird nicht getrunken!“ Somit fällt es ihnen schwer, zu den Mahlzeiten zu trinken.
  • Füllen Sie leere Gläser und Tassen gleich wieder auf.
  • Stellen Sie an häufig frequentierten Stellen in der Wohnung, z. B. neben den Kühlschrank oder am Fernseher, ein Getränk bereit. Dies erinnert ans Trinken.
  • Farbenfrohe Obstschorlen, Gemüsesäfte und Milchmixgetränke bringen Abwechslung: Trauben-, Apfel-, Orangen-, Rhabarber-, Pfirsichschorle, Tomatensaft, Karottensaft, Buttermilch mit Gurken und Kräutern pürieren, Beeren mit Milch mixen.
  • Auch wasserhaltige Mahlzeiten, insbesondere Suppen und Obst wie Pfirsiche, Nektarinen oder Melonen liefern Flüssigkeit. Schneiden Sie Obst in mundgerechte Stücke.
  • Bei Schluckbeschwerden helfen spezielle Trinkgefäße.
  • Ein Trinkplan gibt Ihnen und Ihren Angehörigen Hilfestellung

Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE)