Darm- und Bauchspiegelung im Fokus

Keine Angst vor der Endoskopie

Keine Angst vor der Endoskopie

Endoskopische Untersuchungen verursachen bei vielen Menschen Unsicherheiten. Doch dies ist unbegründet, weiß Prof. Dr. Brigitte Mayinger, Chefärztin der Klinik für Gastroenterologie, Diabetologie und Allgemeine Innere Medizin am Helios Klinikum München West. Die Internistin beantwortet die wichtigsten Fragen.

Was ist eine Endoskopie?

Bei einer Endoskopie (Spiegelung) wird das Innere des menschlichen Körpers untersucht. Dabei führt der behandelnde Arzt einen biegsamen Gummischlauch oder ein dünnes Metallrohr mit Kamera, das sogenannte Endoskop, in eine Körperhöhle oder ein Hohlorgan ein. Einsehbar sind so zum Beispiel der Brustraum, die Atemwege bis zu den Bronchien, der Magen-Darm-Trakt und der Bauchraum. Auch Gelenke können betrachtet werden. Die Endoskopie gilt als sichere Methode mit genauen Untersuchungsergebnissen. 

Wann kommt sie zum Einsatz?

Prof. Brigitte Mayinger, Chefärztin der Klinik für Gastroenterologie, Diabetologie und Allgemeine Innere Medizin am Helios Klinikum München West. (© Helios)

Die Endoskopie wird angewendet, wenn bisher keine eindeutige Diagnose durch andere Verfahren gestellt werden konnte. So wird auch bei Verdacht auf bösartige Veränderungen des Gewebes eine endoskopische Untersuchung empfohlen. Während der Untersuchung ist es auch möglich, kleine operative Eingriffe durchzuführen oder Gewebeproben zu entnehmen.

Wie bereitet man sich darauf vor?

Vor einer Endoskopie findet in der Regel ein ärztliches Vorgespräch statt, bei dem die Laborwerte durch eine Blutentnahme bestimmt werden und der geplante Eingriff im Detail besprochen wird. Auch der Einsatz einer möglichen Vollnarkose wird dabei geklärt. Je nach Untersuchung werden verschiedene Vorbereitungsmaßnahmen empfohlen. So sollte bei einer Magenspiegelung am Vortag ab 18 Uhr auf feste Nahrung verzichtet werden. 

Wie geht es nach der Untersuchung weiter?

Wenn Beruhigungs- und Schmerzmittel verabreicht worden sind, sollte man sich etwas ausruhen und mindestens 24 Stunden nicht am Straßenverkehr teilnehmen. Viele Menschen fühlen sich nach der Endoskopie zwar schnell wieder fit, eine Begleitperson für den Heimweg ist allerdings verpflichtend, da das Reaktionsvermögen durch die Medikamente für einige Zeit herabgesetzt ist. Nach bestimmten Eingriffen wie der Bauchspiegelung müssen Patienten mehrere Stunden ruhig liegen und dürfen weder essen, noch trinken. Meist wird deshalb empfohlen, zur Sicherheit über Nacht im Krankenhaus zu bleiben. 

Gibt es Risiken?

Die Endoskopie gilt als schonendes Verfahren, nur in seltenen Fällen kommt es zu Komplikationen, wie Nachblutungen nach Gewebs- oder Polypabtragungen. Dies geschieht insbesondere bei zeitgleicher Einnahme von blutverdünnenden Medikamenten. Sehr selten kann die Schleimhaut bis zur Perforation verletzt werden, was endoskopisch oder operativ behandelt werden muss. Auch Keim-Einschwemmungen sind möglich, die meist antibiotisch therapiert werden.

Was passiert bei einer ... ?

Koloskopie

Die wichtigste Methode zur Früherkennung von Darmkrebs: Durch eine Darmspiegelung erkennt der Arzt verschiedene Darmerkrankungen wie chronische und akute Entzündungen, Durchblutungsstörungen oder auch Darmkrebs. In den meisten Fällen erfolgt eine Darmspiegelung ambulant. Sie benötigt allerdings eine gute Vorbereitung, da der Darm möglichst leer und frei von Nahrungsresten sein muss – sonst hat der Arzt keine gute Sicht auf den Darm. Er führt ein schlauchartiges Instrument über den Anus in den Dickdarm ein und lässt Luft oder Kohlendioxid in den Darm strömen, damit dieser sich weitet. Durch das Gas kann der Arzt die Schleimhaut besser einsehen und eine genaue Untersuchung des gesamten Darms ist möglich. 

Laparoskopie

Krankheiten der Bauch- oder Beckenorgane feststellen: Mit der Bauchspiegelung lassen sich krankhafte Veränderungen an Magen, Darm, Leber, Milz und Bauchspeicheldrüse, aber auch an Eierstöcken und Teilen der Gebärmutter erkennen. Zudem kann bei unerfülltem Kinderwunsch geprüft werden, ob die Eileiter der Frau durchgängig sind. Eine laparoskopische Operation erfolgt unter Vollnarkose. Der Arzt macht einen 1 bis 1,5  Zentimeter großen Schnitt und ein bis zwei Einstiche in die Bauchdecke. Über den Schnitt wird das Laparoskop in die Bauchhöhle eingeführt. Die Bauchspiegelung wird nicht nur zur Diagnose, son-dern vor allem zur Therapie wie bei einer Entfernung des Blinddarms oder der Gallenblase sowie bei einer Teilentfernung des Dick- oder Dünndarms eingesetzt.

Titelbild: © Helios