Ohrenerkrankungen

Die Helios Klinik München West bietet eine ausführliche audiologische und neurootologische Diagnostik sowie eine umfassende Beratung und Behandlung von Ohrerkrankungen.

Der größte Nachteil der Gehörlosigkeit ist die Isolation, die Unmöglichkeit mit Anderen zu kommunizieren, seine eigenen Bedürfnisse, Meinungen und Wünsche zu äußern und die Geschichten und Gefühle der Anderen, ihre Stimmen, zu hören.

Unsere Ohren sind wichtige Sinnesorgane, die es uns ermöglichen, uns untereinander zu verständigen, aber auch Musik zu genießen. Störungen in deren Funktion können zu starken Einschränkungen führen.

Die Helios Hörklinik Oberbayern umfasst das gesamte Spektrum der Hör- und Gleichgewichtsdiagnostik und bietet eine auf langjährige Erfahrung basierende Beratung und Behandlung von Hörstörungen jeder Art an.

Allgemeines:

Das normale Ohr

Unser Ohr lässt sich unterteilen in Außen-, Mittel- und Innenohr. Das Außenohr hat für den Schall eine ähnliche Funktion wie ein Trichter. Es leitet und konzentriert die Schallenergie auf die Fläche des Trommelfells.

Das Mittelohr nutzt den Hebeleffekt der Gehörknöchelchen, um die Schwingungen des Trommelfells besser in das flüssigkeitsgefüllte Innenohr weiterzuleiten.

Das Innenohr übersetzt die akustischen Schwingungen der Flüssigkeit in elektrische Signale, die über die Hörnerven an die Hörrinde im Gehirn geleitet werden.

Die häufigste harmlose Ursache für einen Hörverlust ist ein Ohrenschmalzpropf, der den Gehörgang verschließt und dadurch die Schallweiterleitung zum Trommelfell unterbricht. Die häufigste schwerwiegende Ursache für eine Hörschädigung ist die Altersschwerhörigkeit. Das Altern selbst bewirkt langsam fortschreitende Verschleißerscheinungen. Auch die Lärmschwerhörigkeit ist sehr oft für den zunehmenden Verlust an Hörfähigkeit verantwortlich (s.u.). Weniger häufige Ursachen für Hörschädigungen sind Beeinträchtigungen durch Unfälle, Nervenschädigungen oder Krankheiten wie z.B. Außen- oder Mittelohrentzündungen. Außerdem kann Schwerhörigkeit durch Medikamente oder Giftstoffe ausgelöst werden, die auf das innere Ohr wirken.

Das Ohr ist eines der wichtigsten Sinnesorgane. Ist es erkrankt, treten typische Symptome auf, von denen wir Ihnen über die häufigsten berichten möchten.

Schwerhörigkeit

Es ist eine Volkskrankheit, schlecht zu hören. In Deutschland leiden an die fünfzehn Millionen Menschen an Schwerhörigkeit. Die Beschwerden können von leichter Schwerhörigkeit bis zur Taubheit reichen. Die meisten Betroffenen sind nur leicht schwerhörig.

Leicht Schwerhörige haben z.B. Schwierigkeiten, Naturgeräusche wahrzunehmen. Von mittlerer Schwerhörigkeit Betroffene können nur schwer einem Gespräch folgen. Menschen mit starker Schwerhörigkeit können ohne Hörgerät einem Gespräch nicht folgen.

Aus der Struktur des Ohres resultieren zwei Hauptursachen für Schwerhörigkeit:

erstens die Schwerhörigkeit durch eine Störung der Weiterleitung des Schalls zum Innenohr (Schallleitungsschwerhörigkeit) und zweitens die Schwerhörigkeit des Innenohres (Schallempfindungsschwerhörigkeit).

Beide Ursachen können auch gemeinsam auftreten (kombinierte Schwerhörigkeit).

1. Schallleitungsschwerhörigkeit

Patienten, die von einer Schallleitungsschwerhörigkeit betroffen sind, leiden unter einer Störung der Schallübertragung im Mittel- und/oder Außenohr. Als therapeutische Maßnahmen können häufig Operationen z.B. mit Rekonstruktion des Mittelohres oder konventionelle oder implantierbare Hörgeräte sinnvoll und notwendig sein.

2. Schallempfindungsschwerhörigkeit

Bei einer Schallempfindungsschwerhörigkeit sind das Innenohr (Cochlea) oder die retrokochleären Strukturen (Hörnerv, Hörrinde) betroffen, so dass die neuralen Strukturen nicht gereizt werden und kein Höreindruck entsteht.

3. Kombinierte Schwerhörigkeit

Von kombinierter Schwerhörigkeit spricht man, wenn Schallempfindung- und Schallleitungsschwerhörigkeit gemeinsam auftreten.

Ursachen von Schwerhörigkeit

Die Ursachen für Hörstörungen können sehr unterschiedlich sein und wie oben beschrieben in jedem Bereich des Ohrs liegen.

Die häufigste harmlose Ursache für einen Hörverlust ist Ohrenschmalz, das den Gehörgang verschließt und dadurch die Schallweiterleitung zum Trommelfell behindert.

Die häufigste schwerwiegende Ursache für eine Hörschädigung ist die Altersschwerhörigkeit. Das Altern selbst bewirkt langsam fortschreitende Verschleißerscheinungen. Auch die Lärmschwerhörigkeit ist sehr oft für den zunehmenden Verlust an Hörfähigkeit verantwortlich.

Weniger häufige Ursachen für Hörschädigungen sind Beeinträchtigungen durch Unfälle, Nervenschädigungen oder Krankheiten wie z.B. Außen- oder Mittelohrentzündungen. Außerdem kann Schwerhörigkeit durch Medikamente oder Giftstoffe ausgelöst werden, die auf das Innenohr wirken.

Ohrenschmerzen

Ohrenschmerz, auch Otalgie genannt, ist ein häufiges Symptom im Falle von akuten Entzündungen des Außen- und Mittelohres.

Auch wenn es meistens kein Notfall ist, ist das Symptom trotzdem ernst zu nehmen. Eine HNO-ärztliche Vorstellung sollte innerhalb der nächsten Tage beim niedergelassenen HNO-Facharzt erfolgen. Die Therapie ist meistens medikamentös und lokal. Ein operativer Eingriff ist selten nötig.

Sollte bei einem Säugling oder Kleinkind zusätzlich ein abstehendes Ohr, begleitet von schlechtem Allgemeinzustand, Fieber, Abgeschlagenheit auftreten, ist eine sofortige Vorstellung beim HNO-Arzt empfohlen, da möglicherweise bereits eine Komplikation einer Mittelohrentzündung vorliegt.

Laufendes Ohr

Wenn Sekret aus dem Ohr austritt, bezeichnet man dies als Otorrhoe. Es kann sich um eitriges, blutiges oder klares Sekret handeln. Das Ohr benötigt in jedem Fall eine ohrmikroskopische Säuberung und Tropfenapplikation, bei Kindern häufig auch eine orale Therapie.

Meistens handelt es sich um eine akute Entzündung des Mittelohres mit perforiertem Trommelfell. Langanhaltendes Ohrlaufen ist ein Zeichen einer chronischen Entzündung, mit möglicher Cholesteatombildung. In diesen Fällen ist eine operative Sanierung indiziert.

Ebenso sollten große Trommelfellperforationen, die immer wieder eine akute Entzündung der Mittelohrschleimhaut mit rezidivierenden laufendem Ohr hervorrufen, operativ chirurgisch verschlossen werden.

Schwindel

Es gibt viele Ursachen und Arten von Schwindel. Wenn er von dem im Innenohr liegenden Gleichgewichtsorgan ausgeht, handelt es sich um einen peripheren Schwindel. Er kann isoliert oder zusammen mit anderen Ohrsymptomen oder nach Ohroperationen auftreten. Meistens handelt es sich hierbei um einen Drehschwindel teilweise mit Übelkeit und Erbrechen.

Andere Formen von Schwindel haben neurologische, orthopädische oder internistische Ursachen, deren Diagnostik und Behandlung in den entsprechenden Fachbereichen liegen.

Akute Entzündungen oder Traumata können mit Schwindel einhergehen. Spezifische Erkrankungen des Gleichgewichtsorgans sind Lagerungsschwindel, Morbus Menière, Neuropathia Vestibularis.

Tinnitus

Das Ohrgeräusch (Tinnitus) das vom Ohr kommt, ist meistens auch von einer Hörminderung begleitet und oft als Symptom der verschiedenen otologischen und neurootologischen Krankheitsbilder beschrieben. Andere Ursachen von Ohrgeräusch können internistisch (Bluthochdruck, Herzrhythmusstörung), orthopädisch (Halswirbelsäuleproblematik), psychosomatisch (psychische Belastung) oder neurologisch (Durchblutungsstörung) sein.

Der Tinnitus kann intermittierend oder dauerhaft auftreten, subjektiv von dem Betroffenen empfunden werden oder seltener objektivierbar, also auch von dem Untersucher mitgehört werden.

Oft verschwindet der Tinnitus nach kurzer Zeit wieder. Verschwinden die Ohrgeräusche auch nach ein paar Stunden nicht, spricht man von einem akuten Tinnitus. Liegt der Krankheitsbeginn länger als drei Monate zurück, liegt ein chronischer Tinnitus vor.

Die Therapie ist je nach Ursache und Dauer des Ohrgeräusches durchzuführen.

Eine Schallleitungsschwerhörigkeit oder Morbus Menière wird meistens von einem Brummen (Tieftongeräusch) begleitet, eine Alters- oder Lärmschwerhörigkeit von einem hohen Ton.

Ohrenerkrankungen

Aus der Vielzahl an Erkrankungen des Ohres möchten wir Ihnen die häufigsten hier vorstellen.

Außenohrentzündung

Die Außenohrentzündung wird meistens von Bakterien oder Pilzen hervorgerufen, dabei ist der äußere Gehörgang des Ohres oder der Knorpel der Ohrmuschel entzündet. Bei einem Ohrfurunkel kommt es zu Entzündungen von Haarfollikeln im Gehörgang. Die Entzündungen werden durch Hautbakterien verursacht. Bei Eiteransammlung ist die chirurgische Entlastung nötig

Ausführliches Krankheitsbild: 

  • Oft klagt der Patient über Ohrenschmerzen (Otalgie), eine einseitige Verminderung des Hörvermögens, Schwindel, Otorrhoe (laufendes Ohr), Fieber.
  • Der äußere Gehörgang zeigt sich bei der klinischen Untersuchung schmerzhaft, gerötet, entzündet, eingeengt, manchmal eitrig oder mit Pilzhefen belegt.
  • Die Therapie ist meistens lokal mit Salbenstreifen.

 

Mittelohrentzündung

Eine Mittelohrentzündung oder auch „Otitis media“ genannt, wird akut durch Bakterien oder Viren hervorgerufen, dabei ist die Schleimhaut der Paukenhöhle von einer Entzündung betroffen. Auch durch Kinderkrankheiten –Mumps, Masern, Röteln- kann es zu einer Mittelohrentzündung kommen, die, falls unbehandelt, zu bleibenden Schäden führen kann.

Eine Entzündung die über 3 Wochen anhält, ist eine chronische Entzündung. Hier ist oft eine operative Sanierung oder ein Trommelfellverschluss nötig.

Ausführliches Krankheitsbild: 

  • Symptome sind Ohrenschmerzen (Otalgie), eine einseitige Verminderung des Hörvermögens, Otorrhoe (laufendes Ohr), Schwindel, Tinnitus, Fieber und Abgeschlagenheit.
  • Bei einer akuten Mittelohrentzündung tritt die Entzündung und Flüssigkeitsansammlung hinter dem Trommelfell plötzlich auf, was starke Schmerzen verursacht. Eine häufige Begleiterscheinung einer akuten Otitis media, insbesondere einer, die nicht rechtzeitig therapiert wurde, ist ein Riss des Trommelfells, was zum Abfluss der Flüssigkeit und zur Linderung der Schmerzen führt. Dies ist häufig der „natürliche Verlauf“ einer Otitis media. Unbehandelt können aber auch lebensbedrohliche Komplikationen auftreten, deswegen ist eine Arztvorstellung empfohlen.
  • Eine weitere Ursache für den Hörverlust ist der Paukenerguss, eine langsame Ansammlung von Flüssigkeit im Mittelohr, der oft bei Kindern auftritt.
  • Die Therapie einer akuten Otitis media ist meistens medikamentös und lokal. Nur im Falle von Komplikationen ist ein stationärer Aufenthalt mit oder ohne operativen Eingriff nötig.

 

Cholesteatom (Knocheneiterung)

Das Cholesteatom oder die Knocheneiterung ist eine Art von chronischer Entzündung im Mittelohr. Es kann in jedem Alter auftreten und ist meistens mit einer schlechten Belüftung des Mittelohres verbunden.

Ausführliches Krankheitsbild: 

  • Typisch sind Ohrenlaufen und Hörminderung auf dem betroffenen Ohr, die über 3 Wochen anhalten. Schmerzen treten selten auf. Weitere Symtpome wie Schwindel oder Tinnitus können auf eine Komplikation hindeuten.
  • Die Knocheneiterung kann sich auf die Pauke begrenzen oder in den Knochen hinter dem Ohr (das Mastoid) ausbreiten. Die Therapie ist die operative Sanierung bis in den gesunden Knochen, die Ausdehnung der Operation hängt von der Ausdehnung des Cholesteatoms ab. Die Operation hat als Zweck die Ohrsanierung und weniger die Hörverbesserung.
  • Häufig muss man nach einem Jahr eine operative Kontrolle des Mittelohres durchführen, hiermit kann man auch eine Hörverbesserung bei entzündungsfreien Verhältnissen durchführen.

Eine regelmäßige Kontrolle beim HNO-Arzt ist nach jeder Operation empfohlen.

 

Otosklerose

Die Otosklerose ist meistens eine vererbte Erkrankung, die öfters bei Frauen im mittleren Alter auftritt. Dabei ist das letzte Knöchelchen der Mittelohrkette, der Stapes oder Steigbügel, fest mit der ovalen Nische verwachsen und der Schall kann nicht mehr verstärkt an die Flüssigkeit des Innenohres übertragen werden.

Ausführliches Krankheitsbild: 

  • Die Patienten haben meistens eine Schallleitungsstörung, in Fällen mit Befall des Innenohres sogar eine kombinierte Schwerhörigkeit.
  • Schmerzen oder laufendes Ohr treten nicht auf.
  • Die Therapie ist der operative Austausch des Knöchelchens mit einer Titanprothese. Diese Operation wird Stapesplastik genannt.

 

Hörsturz

Man spricht von einem Hörsturz, wenn plötzlich, ohne erkennbare Ursache, eine einseitige sensorineurale Schwerhörigkeit auftritt. Schwindel und Tinnitus können begleitend sein, treten aber nicht immer auf.

Ausführliches Krankheitsbild:

  • Im Falle eines Hörsturzes wird jedoch nicht gleich ein Hörgerät gebraucht. Bei etwa der Hälfte der Fälle bildet sich die Hörminderung in den ersten 24 Stunden spontan zurück. Ein Arzt sollte so früh wie möglich aufgesucht werden, am besten in den ersten 24 Stunden nach Einsetzen der akuten Hörminderung. Oft werden entzündungshemmende Medikamente (z.B. Cortison) angewendet, um den Hörsturz zu behandeln.

Statistiken zum Hörsturz:

Männer und Frauen sind etwa gleich häufig betroffen.

40- bis 50-Jährige sind am meisten betroffen. Pro Jahr erleidet etwa einer von tausend Deutschen einen Hörsturz.

 

Tinnitus

Der Tinnitus ist ein subjektives oder objektives Auftreten von Ohrgeräusch, dauerhaft oder intermittierend, oft als Brummen, Pfeifen oder Rauschen beschrieben. Die Geräusche können eine starke psychische Belastung auslösen.

Ausführliches Krankheitsbild: 

  • Wird die Wahrnehmung über die Geräusche getäuscht, spricht man von einem subjektiven Tinnitus. Nur der Betroffene selbst kann die Geräusche hören.
  • Lässt sich jedoch der Ton von der untersuchenden Person wahrnehmen, spricht man von einem objektiven Tinnitus.
  • Oft verschwindet der Tinnitus nach kurzer Zeit wieder. Verschwinden die Ohrgeräusche auch nach ein paar Stunden nicht, spricht man von einem akuten Tinnitus. Liegt der Krankheitsbeginn länger als drei Monate zurück, liegt ein chronischer Tinnitus vor. Der chronische Tinnitus ist dauerhaft und mit Therapie nicht mehr zu beseitigen. Jedoch kann eine Tinnitusretrainingstherapie (TRT) oder besondere Verhaltensmaßnahmen die Wahrnehmung in dem Sinne verbessern, dass der Tinnitus „überhört“ und nicht mehr als störend empfunden wird.
  • Patienten klagen oft nach Lärmexposition oder auch begleitend im Falle von anderen Formen von Innenohrschwerhörigkeit über Tinnitus. Dies ist ein otogener, also vom Ohr kommender Tinnitus. Meistens stimmt die Frequenz und Intensität des Tinnitus mit der der Hörminderung überein. Auch internistische Erkrankungen, neurologische Schäden, Halswirbelsäule-Problematiken oder psychische Belastungen können von Tinnitus begleitet sein. In diesem Fall liegt die Diagnose und Therapie in dem entsprechenden Fachgebiet.

 

Akustikusneurinom

Das Akustikusneurinom ist ein seltener, gutartiger Tumor mit einer langsamen Wachstumsrate, situiert im inneren Gehörgang oder Kleinhirnbrückenwinkel.

Ausführliches Krankheitsbild:

  • Meistens handelt es sich um ein Vestibularisschwannom und das erste Symptom ist Schwindel, gefolgt von Hörminderung und Tinnitus. Drei Therapieoptionen je nach Größe und Beschwerden sind beschrieben: Überwachen und Abwarten, Operation oder Bestrahlung.

 

Morbus Menière

Die Menière-Krankheit oder Morbus Menière ist eine Störung des Innenohrs. Symptome sind unvermittelte, spontane Schübe von Drehschwindel, Tinnitus (Rauschen) und Verminderung der Hörfähigkeit charakteristisch in den tiefen Frequenzen.

Ausführliches Krankheitsbild: 

  • Der Arzt Prosper Menière beschrieb die Krankheit, die seinen Namen trägt, im 19. Jahrhundert.
  • Das Leben mit der Menière-Krankheit kann sehr belastend sein, denn die Symptome können ohne Vorwarnung auftreten. Dazu gehören eine Verminderung der Hörfähigkeit, meist charakteristisch in den tiefen Tönen, Druckgefühl im Ohr, Ohrensausen und Drehschwindel, der Minuten oder auch bis zu 2 Stunden anhalten kann. Nach vielen wiederholten Attacken erholt sich die Hörminderung nicht mehr. Auch die hohen Frequenzen werden beeinträchtigt, so dass oft ein Hörgerät und in fortgeschrittenen Stadien sogar ein Cochlea-Implantat zur Rehabilitation des Hörvermögens notwendig ist. Die genaue Ursache für Morbus Menière ist noch nicht bekannt. Man vermutet mehrere verschiedene Krankheiten, somit mehrere mögliche Ursachen, mit dem gleichen Erscheinungsbild.

 

Lagerungsschwindel

Schwindel wird als falsche Bewegungsempfindung der Umwelt oder des Patienten definiert. Beim Lagerungsschwindel handelt es sich um kurze (1 Minute) Attacken von Drehschwindel, Übelkeit oder Erbrechen beim Hinlegen oder Umdrehen im Bett.

Ausführliches Krankheitsbild: 

  • Die Krankheit tritt meistens um die 6. Lebensdekade, häufiger bei Männern auf. Die Ursache ist nicht bekannt, jedoch der Mechanismus. Kleine Kristalle lösen sich aus dem Utrikulus ab und schwimmen frei in der Flüssigkeit der Bogengänge, was die Haarsinneszellen, die Rezeptoren, reizt. Solange sich diese Kristalle bewegen, melden diese dann eine falsche Körperbewegung.
  • Die Therapie besteht aus Lagerungsmanövern, die die Kristalle zurück in den Urtikulus führen sollen.

 

Neuropathia vestibularis

Meistens im Rahmen eines viralen Infekts, kann der Gleichgewichtsnerv mitbetroffen sein und ausfallen.

Ausführliches Krankheitsbild: 

  • Das Gleichgewichtsorgan ist somit ausgeschaltet und erholt sich meistens auch nicht mehr. Heftiger Drehschwindel, Übelkeit, Erbrechen, Fallneigung zur betroffenen Seite sind meistens tagelang andauernd. Der Patient ist in dieser Phase nicht mobil, Gang und Stand sind häufig nicht möglich. Die Therapie ist nur unterstützend mit Cortison als Entzündungshemmer, Antiemetika und Beruhigungsmittel. Nach etwa drei Tagen kann der Patient meistens wieder mit Schwierigkeiten gehen. Die Mobilisierung ist gewünscht, weil das die Kompensation durch das andere Gleichgewichtsorgan fördert.