Erkrankungen von Magen-Darm und Speiseröhre: Wenn es im Bauch schmerzt

Erkrankungen von Magen-Darm und Speiseröhre: Wenn es im Bauch schmerzt © Foto: leszekglasner von Adobe Stock

Magen-Darm-Erkrankungen können sich auf unterschiedliche Weise bemerkbar machen. So vielfältig wie die Erkrankungen, können auch die Ursachen bei Verstimmungen des Verdauungstrakts sein. Unsere Experten im Helios Klinikum München West bieten eine umfassende Diagnostik und Therapie.

Der Verdauungstrakt – ein umfassendes Organ

An der Verdauung sind viele Organe des menschlichen Körpers beteiligt. (© Adobe Stock/PIC4U)

Unsere Nahrungsaufnahme durchläuft während der Verdauung viele Stationen. Auf diesem Weg durch den Körper sind viele Organe beteiligt. 
Die Verdauung hat zahlreiche Aufgaben: Von der Nährstoffaufnahme, über Stoffwechsel und Wasserhaushalt, bis hin zur unterstützenden Funktion des Immunsystems. Erkrankungen des Verdauungstrakts zeigen sich auf sehr unterschiedliche Weise, haben vielfältige Ursachen und können verschiedene Folgen hervorrufen.

Erkrankungen des Verdauungsapparats

Unterschiedliche Symptome und verschiedene Ursachen: Erkrankungen des Verdauungsapparats sind vielfältig (© Adobe Stock/ipopba)

Erkrankungen im Verdauungstrakt können aufgrund viraler oder bakterieller Infektionen entstehen, die akut oder chronisch verlaufen. Erkrankungen im Magen-Darm Bereich können aber auch psychosomatische Ursachen haben oder Zeichen eines Tumors sein. 

Erkrankungen der Speiseröhre 

Erkrankungen der Speiseröhre äußern sich in Schluckstörungen, Sodbrennen und Brustschmerzen. Um eine Tumorerkrankung auszuschließen, sollte Sie bei Anzeichen eine Diagnose stellen lassen.

Erkrankungen des Dünn- oder Dickdarms

Erkrankungen des Dünn- und Dickdarms zeigen sich durch veränderte Stuhlgewohnheiten, Bauchschmerzen oder Blutbeimischungen im Stuhl. Eine frühzeitige, genaue Abklärung kann im Falle einer schwerwiegenden Erkrankung, wie einer Darmkrebserkrankung, Leben retten. Doch auch kleinere Erkrankungen sollten nicht auf die leichte Schulter genommen werden. 

Auch die Psyche kann Auswirkungen auf die Verdauung haben. (© Adobe Stock/fizkes)

Erkrankungen von Magen oder Zwölffingerdarm

Der Magen und auch der Zwölffingerdarm können unterschiedliche Symptome haben. 

Eine Magenschleimhautentzündung kann durch ein Ungleichgewicht von Säureproduktion und Säureschutz im Magen entstehen. Oft wird diese Ungleichheit durch Medikamentengaben oder Bakterien ausgelöst. Eine Magenschleimhautentzündung kann akut aber auch chronisch verlaufen. 

Ein Magengeschwür wird mit Anzeichen von stechenden Schmerzen im Zusammenhang mit Nahrungsaufnahme und einem würgenden Völlegefühl zusammengebracht. 

Treten diese Beschwerden eher nachts auf, kann ein Geschwür im Zwölffingerdarm der Auslöser sein. 

Weitere Anzeichen eines Geschwürs können Blutungen aus diesen sein. Hierzu zählen der sogenannte sehr dunkle „Teerstuhl“ oder kaffeesatzartiges Erbrechen. Die schwarze Farbe zeigt an, dass das Blut von den Magensäften bereits verdaut wurde und das blutende Geschwür im oberen Bereich des Verdauungsapparats angesiedelt ist.

Somatische Störungen der Verdauung

Zu den somatischen Störungen der Verdauung zählen chronische, entzündliche Krankheiten wie Morbus Crohn oder Colitis Ulcerosa. Diese verlaufen häufig schubweise und werden von starken Bauchschmerzen und Durchfällen begleitet. 

Auslöser ist eine entzündete Darmschleimhaut. Da das Immunsystem der betroffenen Patienten sich hierbei gegen den eigenen Darm richtet, spricht man bei Morbus Crohn oder Colitis Ulcerosa von Autoimmunkrankheiten. 

Psychisch bedingte Störungen der Verdauung

Panikattacken und Angstzustände können zu einer Störung der Verdauung führen.  Dauernden oder wiederkehrenden Durchfällen sind Beschwerden, die als Symptome ernstgenommen und interdisziplinär behandelt werden müssen. 

Funktionelle Störungen der Verdauung

Funktionelle Störungen der Verdauung zeigen sich anhand eines Reizdarmsyndroms oder eines Reizmagens, welche keine organischen Veränderungen im Verdauungstrakt hervorrufen. Da der Alltag dennoch eingeschränkt wird, sollte eine Behandlung vorgesehen werden.

Akute Beschwerden mit massiven Schmerzen

Massiven akuten Bauchschmerzen sind ein medizinischer Notfall. Zu akute Entzündungen im Bauchraum zählen beispielsweise eine Blinddarmentzündung oder eine Gallenblasenentzündung, aber auch ein Darmverschluss oder ein Durchbruch eines Magengeschwürs, welche sofort behandelt werden sollten. 

Bei starken Bauchschmerzen sollten Sie daher die Notaufnahme aufsuchen. 

Erkrankungen des Verdauungsapparats – Diagnostik

Bei der Ultraschalluntersuchung können die Organe im Bauchraum schnell und unkompliziert untersucht werden (© Adobe Stock/kalim)

Für eine eindeutige Diagnose führen unsere Experten eine ausführliche Anamnese und eine körperliche Untersuchung durch. 

Anamnese

Das Arztgespräch ist ein wichtiger Teil der Diagnostik. Im Arztgespräch berichtet der Patient über seine Beschwerden. Vor allem bei Beschwerdendes Verdauungstrakts sind Lebens- und Essgewohnheiten und eine medizinischen Vorgeschichte wichtige Bestandteile, um eine Diagnose stellen zu können

Untersuchungen der Speiseröhre 

Eine Untersuchung der Speiseröhre wird mit einer Spiegelung und/oder einer Druckmessung in der Speiseröhre durchgeführt. 

Eine Speiseröhrenspiegelung (Ösophagoskopie) kann Veränderungen der Speiseröhrenschleimhaut zeigen. 

Eine Speiseröhrendruckmessung (Ösophagusmanometrie) ermittelt den Druck in der Speiseröhre und im Mageneingang. 

Untersuchungen von Dick- und Dünndarm

Für eine Untersuchung von Dick- und Dünndarm werden verschiedene Geräte eingesetzt. Welche Methode im Einzelfall verwendet wird, entscheidet der behandelnde Arzt.  

Es stehen unter anderem folgende Untersuchungsmethoden zur Auswahl:

Die Ultraschalluntersuchung des Bauchraums (Abdomensonographie) ist eine unkomplizierte Möglichkeit, um verschiedene Organe im Bauchraum zu untersuchen. Diese Behandlungsmethode ist ohne Vorbereitung durchführbar und wird bei unterschiedlichen Symptomen zur ersten Abklärung eingesetzt. 

Die Kolon-Doppelkontrastuntersuchung ist eine Röntgenuntersuchung, die den Dickdarm untersucht. Die Kolon-Doppelkontrastuntersuchung wird vor allem für enge Passagen im Darmbereich eingesetzt, beispielsweise bei Kindern. 

Die Darmspiegelung (Koloskopie) liefert Bilder aus dem Inneren des Darms. Hierfür wird ein circa ein Meter langes Endoskop mit einer Sonde eingeführt, das Veränderungen der Darmschleimhaut und gutartige oder bösartige Wucherungen via Kamera zeigt. Außerdem kann das Endoskop bereits während der Untersuchung kleinere Polypen im Darm entfernen oder Gewebeproben entnehmen. Um die Untersuchung für den Patienten angenehmer zu machen, wird meist ein leichtes Beruhigungsmittel verabreicht.

Bei einer Darmspiegelung sollte der Darm möglichst leer sein, daher wird davor eine Darmreinigung durchgeführt. So hat der Arzt freie Sicht auf die Darmschleimhaut. Die Darmreinigung beginnt meist am Abend vor der Untersuchung. Hierzu werden entsprechende Medikamente mit viel Flüssigkeit eingenommen. 

Die kleine Darmspiegelung (Sigmoidoskopie) funktioniert grundsätzlich ähnlich wie die Koloskopie. Allerdings wird hier nur das letzte Stück Dickdarm und der Enddarm untersucht. Wird das Problem im Enddarm vermutet, kann auch eine Rektoskopie (Enddarmspiegelung) vorgenommen werden. Die eingeführte Sonde ist kürzer. 

Die CT-Koloskopie und die Kernspin-Kolonoskopie sind moderne Verfahren. Bei diesen Untersuchungen können allerdings feingeweblichen Proben entnommen werden. Deshalb werden beide Verfahren seltener eingesetzt. 
 

Um Dünndarm-Erkrankungen genauer zu untersuchen, schluckt der Patient eine kleine Kamera-Kapsel, die in den folgenden Stunden Aufnahmen aus dem Inneren des Darms zeigt. Die Kamera-Kapsel durchläuft den normalen Weg durch den Darm und wird nach 1-3 Tage wieder ausgeschieden. 

Die Push-Enteroskopie oder Intestinoskopie ist eine unangenehme Untersuchung von Magen und Dünndarm, die heute seltener angewendet wird, da sie von der Kamera-Kapsel abgelöst wurde. Sind jedoch Engstellen im Darm zu befürchten, wo die Kapsel hängen bleiben könnte, wird auf die Push-Enteroskopie zurückgegriffen. 

Die Doppelballon-Endoskopie dient dazu, den gesamten Dünndarm einzusehen und nötigenfalls Blutungsquellen zu veröden. Diese Untersuchung wird immer unter Narkose durchgeführt. 

Bei einer Bauchspiegelung (Laparoskopie) können einzelne Organe im Bauchraum genauer betrachtet und Gewebeproben entnommen werden. 
Die Bauchspiegelung geschieht meist mittels drei kleiner Schnitte in der Bauchdecke, wo Untersuchungs-Instrumente in den Bauchraum eingeführt werden. Die Einschnitte heilen meist schnell und ohne Komplikationen. 

Erkrankungen des Verdauungsapparats – Therapie

Menschen mit Erkrankungen des Verdauungsapparats kann heutzutage gut geholfen werden (© Adobe Stock/megaflopp)

Für die meisten Erkrankungen des Verdauungsapparats gilt: Sie lassen sich heute mit einer hohen Erfolgsrate behandeln. Die Therapie hängt dabei von der Art der Erkrankung ab.

Wir arbeiten interdisziplinär

Unsere Patienten der Gastroenterologie werden gemeinsam mit anderen Fachbereichen weiter behandelt.