Erkrankungen der Verdauung: Erkennen und gezielt behandeln

Erkrankungen der Verdauung: Erkennen und gezielt behandeln © Foto: eldarnurkovic von Adobe Stock

Verdauungserkrankungen können zahlreiche Symptome und Ursachen haben. Unsere Experten des Helios Klinikums München West bieten eine umfassende Diagnostik und eine zielgerichtete Therapie – für eine gesunde Verdauung.

Die Verdauung – Der gesunde Weg der Nahrung 

Der Verdauungstrakt umfasst einige Organe, die an der Aufnahme, Zerkleinerung und am Weitertransport der Nahrung beteiligt sind. (© Adobe Stock/PIC4U)

Magen, Darm, Galle, Leber, Bauchspeicheldrüse – an einer gesunden Verdauung sind zahlreiche Organe beteiligt. Treten Probleme bei der Verdauung auf, sollte schnell abgegrenzt werden, welches Organ erkrankt ist. 
 

Erkrankungen der Verdauungsorgane - Symptome

Sodbrennen: 

Ein brennendes Gefühl unterhalb des Brustbeins nach dem Essen deutet auf Sodbrennen hin. Oftmals verschlimmern sich die Beschwerden im Liegen. Bei Sodbrennen wird oft saurer Magensaft aufgestoßen. Diese Verdauungserkrankung ist das Leitsymptom für eine Rückflusskrankheit (Reflux).

Übelkeit:

Übelkeit ist ein unspezifisches Symptom und kann sowohl bei bakteriellen oder viralen Infekten, bei Entzündungen im Bauchraum, aber auch bei Angst oder Störung des Gleichgewichtssinns auftreten. Übelkeit ist ein Warnsignal des Körpers und kündigt meist Erbrechen an. 

Reiseübelkeit ist eine harmlose Form, bei welcher der Körper mit Übelkeit auf die rüttelnde Reise reagiert - vor allem dann, wenn die verschiedenen Signale von Gleichgewichtssinn und Augen nicht in Übereinstimmung kommen. 

Häufiges Erbrechen sollte unbedingt beobachtet und ärztlich abgeklärt werden. (© Adobe Stock/Piotr Marcinski)

Erbrechen: 

Erbrechen ist eine Schutzfunktion des Körpers. Er versucht so, sich selbst zu helfen, indem er mögliche schädliche Substanzen wieder loswird. Bei verdorbenen Lebensmitteln oder einem Übermaß an Alkohol beugt der Körper mit Erbrechen einer Vergiftung vor. 
Brechreiz am Morgen kann eine beginnende Schwangerschaft anzeigen. 

Erbrechen kurz nach den Mahlzeiten kann verschiedene Ursachen haben: von psychischen Störungen wie Magersucht oder Bulimie, über Nahrungsmittelunverträglichkeiten, bis hin zu akuten Infektionen des Magen-Darm-Bereichs. Häufiges Erbrechen nach den Mahlzeiten deutet auf eine Erkrankung des Magens beziehungsweise eine Entleerungsstörung des Magens hin. 

Spontane Entleerung des Magens im Schwall kommt sowohl bei Verengung des Magenausgangs, als auch bei Kopfverletzungen oder -schmerzen, wie Migräne, vor. 

Bei wiederholtem galligem Erbrechen muss an eine Erkrankung von Zwölffingerdarm, Galle oder Bauchspeicheldrüse gedacht werden. Erbrechen einer kaffeesatzartigen Substanz deutet auf Blut hin, das bereits vom Magensaft verdaut wurde. Hier sollte unbedingt der Ursache auf den Grund gegangen werden. 

Blähungen: 

Jeder Mensch hat immer mal wieder Blähungen (Flatulenz) oft in Abhängigkeit zu bestimmten Nahrungsmitteln. Die Luft im Darm kann unangenehm zwicken – ist aber in der Regel harmlos. Erst wenn zusätzlich weitere Beschwerden auftreten, sollten Blähungen als Symptom ernster genommen werden. 
Meist hilft bereits eine leichte Nahrungsumstellung, um das Problem von Flatulenz in den Griff zu bekommen. 

Stuhlbeobachtung: 

Veränderte Stuhlgewohnheiten sollten immer sehr genau beobachtet werden, denn sie geben dem Mediziner wertvolle Hinweise, wo im Verdauungsapparat möglicherweise eine Erkrankung vorliegt. 

Farbe:

Kann durch Lebensmittel wie rote Beete oder Blutbeimengungen gefärbt sein. Blutungen im Dick- und Enddarm sollten immer ärztlich abgeklärt werden. Auch Hämorriden kommen als Ursache in Betracht
 

 Kann ein Hinweis auf eine Infektion mit Salmonellen sein, vor allem bei Durchfall.

Deutet auf ein Problem mit der Fettverdauung hin. Auch bei einer Gluten-Unverträglichkeit kommt es zu gelben Stühlen. 

Hier wurde sehr viel Blut verdaut. Bei schwarzem Stuhl kam es häufig zu Blutungen im oberen Verdauungstrakt. Hier sollte unbedingt ein Arzt zu Rate gezogen werden. Zu Teerstuhl kann es aber auch durch Eisenpräparate und Kohletabletten kommen.

Deutet auf ein Problem von Leber oder Galle hin. 

Auch die Konsistenz und der Geruch des Stuhlgangs kann Aufschluss darüber geben, wo genau im Verdauungsapparat eine Erkrankung vorliegt.

Grundsätzlich gilt:

Verdauungsprobleme und veränderte Stuhlgewohnheiten können eine ernste Ursache haben und sollten deshalb am besten frühzeitig untersucht werden. 

Erkrankungen des Verdauungstraktes

Verdauungserkrankungen können viele Ursachen haben und mit unterschiedlichen Symptome einhergehen. (© Adobe Stock/ipopba)

Gastroenteritis:

Die Gastroenteritis, verallgemeinernd Magen-Darm-Grippe, ist eine Entzündung des Magen-Darm-Traktes, die meist durch eine Infektion ausgelöst wird. 
In der Regel verschwinden die Symptome von ganz alleine wieder. Patienten sollten genug Flüssigkeit zu sich nehmen, um aufgrund des Flüssigkeitsverlusts, der mit dem Durchfall einhergeht, nicht zu dehydrieren. 

Sodbrennen und Reflux Krankheiten:

Die Verdauung funktioniert mit aggressiven Säuren, die die Nahrung verdauen und die Nährstoffe daraus für den Körper verfügbar machen. Tritt die Magensäure aus dem Magen aus, kann das zu sehr unangenehmen Beschwerden, wie brennendem Sodbrennen, führen. Kommt es zu wiederholtem Sodbrennen und Reflux-Beschwerden, kann eine Entzündung der Magenschleimhaut oder sogar ein Bruch des Zwerchfells der Auslöser sein. 
Wer regelmäßig mit Sodbrennen oder unklarem Reizhusten –auch die Atemwege können durch aufsteigende Säure gereizt werden – zu tun hat, sollte sich ärztlich untersuchen und gegebenenfalls behandeln lassen. Eine unbehandelte Reflux Erkrankung kann sich verschlimmern und weitere, schwerwiegendere Störungen nach sich ziehen. 

Eine Nahrungsumstellung, bewusste Stressvermeidung, und eine richtigen Medikation können Probleme der Magenschleimhaut korrigieren. 

Gut- und bösartige Tumore:

Oft sind individuelle Beschwerden zunächst unspezifisch. Da aber viele Organe an der Verdauungs beteiligt sind, sollte bei akuten Schmerzen oder andauernden Verdauungsstörungen ärztlicher Rat eingeholt werden, da es sich um schlimmere Erkrankungen handeln kann.

Darmkrebserkrankungen lassen sich gut heilen, wenn sie frühzeitig erkannt werden. Weltweit liegt die Inzidenz für Darmkrebs nach Brust- und Lungenkrebs an dritter Stelle. 
Statistisch gesehen häufen sich die Fälle ab einem Alter von 70 Jahren, weshalb regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen ab einem Alter von 50 Jahren empfohlen werden. 

Weitere mögliche Erkrankungen der Verdauung

Das Verdauungssystem ist täglich gefordert. Daher gibt es zahlreiche Angriffsflächen für Erkrankungen. Alle andauernden Beschwerden und Veränderungen sollten medizinisch abgeklärt werden.

Im Magen und Zwölffingerdarm kann es zu Entzündungen und Geschwüren kommen. Bakterielle Fehlbesiedlung im Dünndarm, beispielsweise nach einer Therapie mit Antibiotikum, ist eine ebenso häufige Problematik wie das weit verbreitete Reizdarmsyndrom. 

Ausstülpunken im Dickdarm, sogenannte Divertikel, oder Zysten an der Bauchspeicheldrüse sind weitere mögliche Krankheitsbilder. 

Gallensteine der Gallenblase oder des Gallengangs können eine Entzündung der Galle und/oder der Bauchspeicheldrüse auslösen. 

Die Leber reagiert empfindlich, wenn ihr über einen längeren Zeitraum die falsche Nahrung, zu viel Alkohol oder andere Drogen zugeführt werden. Auch Viren oder eine autoimmune Hepatitis können die Leber schädigen. 

Wir arbeiten interdisziplinär

Unsere Patienten der Gastroenterologie werden gemeinsam mit anderen Fachbereichen weiter behandelt.