Störungen der Hirnanhangsdrüse – Wenn die Hypophyse versagt

Störungen der Hirnanhangsdrüse – Wenn die Hypophyse versagt

Die Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) steuert viele hormonelle Funktionen im Körper. Krankheiten können jedoch dazu führen, dass zu viele oder zu wenige Hormone produziert werden. Bei Störungen der Hypophyse sind wir für Sie da: Unsere Experten unterstützen Sie mit einer umfassenden Diagnostik und Therapie.

Schaltzentrale des Hormonsystems

Lage der Hypophyse im Gehirn
Die Hypophyse liegt unter dem Gehirn und ist für viele hormonelle Vorgänge im menschlichen Körper verantwortlich. (© Adobe Stock/ CLIPAREA)

Die Hypophyse liegt unter dem Gehirn und ist durch den sogenannten Stiel damit verbunden. Trotzdem gehört sie nicht zum eigentlichen Gehirn.
Als zentrales Organ steuert sie viele hormonelle Vorgänge im Körper. Das Zwischenhirn sendet zunächst Botenstoffe an die Hypophyse. Diese schüttet die Hormone dann aus. So löst sie die Freisetzung weiterer Hormone in anderen Drüsen (z. B. Schilddrüse, Nebenniere) und Organen aus.

 

Erkrankungen der Hypophyse

Störungen der Hypophyse sind selten.
Dennoch sind Schädigungen möglich – etwa durch Tumoren, Entzündungen, Störungen der Durchblutung oder Traumata.
Das hat meist schließlich zur Folge, dass entweder zu viele oder zu wenige Hormone produziert werden.

Frau leidet unter Depressionen aufgrund ihrer Erkrankung der Hypophyse
Psychische Problem können die Folge eines Tumor in der Hypophyse sein. (© Adobe Stock/chika_milan)

Überproduktion von Hormonen

Bei einer sogenannten Akromegalie werden große Mengen an Wachstumshormonen freigesetzt.
Verantwortlich dafür ist ein Tumor in der Hypophyse. Symptome sind etwa, dass Hände und Füße der Betroffenen wachsen. Auch die Gesichtszüge werden gröber.

Bei der Krankheit Morbus Cushing produziert die Hypophyse zu viel des Hormons ACTH. Das führt schließlich dazu, dass die Nebenniere zu viel Kortisol ausschüttet.
Auch hier ist die Ursache ein Tumor in der Hypophyse. Die Störung macht sich durch verschiedene Anzeichen bemerkbar. Beispiele sind etwa Gewichtszunahme, Muskel- und Knochenschwäche oder psychische Probleme.

Prolaktinome zählen zu den gutartigen Tumoren in der Hirnanhangsdrüse. Sie lösen aus, dass zu viel des Hormons Prolaktin produziert wird. Die Folgen können unter anderem Unfruchtbarkeit, Zyklus- bzw. Potenzstörungen oder auch Sehstörungen sein.

Unterproduktion von Hormonen

Wenn die Hypophyse zu wenige Hormone herstellt, spricht man von einer Hypophyseninsuffizienz.
Diese kann durch einen Tumor, aber auch durch andere Krankheiten der Hypophyse entstehen.
Die Störung kann sowohl alle Hormone betreffen als auch nur einzelne. Mögliche Symptome sind zum einen hormonelle Ausfälle. Das zeigt sich etwa durch Minderwuchs beim Kind oder Störungen im Stoffwechsel bei Erwachsenen. Auch Veränderungen in der Komposition des Körpers kommen vor. Große Tumoren können außerdem zu Kopfschmerzen und Sehstörungen mit Gesichtsfeld-Ausfällen (etwa durch Druck auf die Sehnerven) führen.

 

Störungen der Hypophyse – Diagnostik

Blut wird untersucht
Die Blutuntersuchung des Patienten ist ein wichtiger Teil der Diagnostik bei einer Erkrankung der Hypophyse. (© Fotolia/rh2010)

Für eine eindeutige Diagnose führen unsere Experten zum einen eine ausführliche Anamnese und eine körperliche Untersuchung durch. Zum anderen werden Blut und Urin im Labor genau untersucht. So können tatsächliche Veränderungen der Hormone festgestellt werden.

Danach wird entschieden, ob Hormonstimulationstests nötig sind. Wenn sich eine Erkrankung der Hirnanhangsdrüse bestätigt, ist meist eine bildgebende Untersuchung der Hypophyse nötig. Das geschieht in der Regel durch eine Kernspintomographie.

 

Störungen der Hypophyse – Therapie

Wir bieten unseren Patienten die neuesten Therapien bei Erkrankungen der Hypophyse an. Die jeweilige Therapie hängt dabei von der Art der Störung ab.
Ein Mangel an Hormonen der Hypophyse kann zum Beispiel durch Medikamente ausgeglichen werden.

Wir arbeiten interdisziplinär

Unsere Patienten der Endokrinologie werden gemeinsam mit anderen Fachbereichen weiter behandelt. Das sind vor allem Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, verschiedene Bereiche der Chirurgie sowie Onkologie/Strahlentherapie.