Erkrankungen der Nebennieren richtig behandeln

Erkrankungen der Nebennieren richtig behandeln

Multitalent Nebenniere: Das kleine Organ spielt eine wichtige Rolle bei der Produktion von Hormonen. Wenn es nicht richtig funktioniert, können vielfältige Probleme entstehen. Unsere Experten bieten Ihnen eine umfassende Diagnostik und Therapie bei Erkrankungen der Nebennieren.

Nebennieren produzieren unter anderem das Hormon Kortisol
Die Nebennieren produzieren u.a. das lebenswichtige Hormon Kortisol. (© Adobe Stock/Michail Petrov)

Hormonfabrik Nebenniere

Jeder Mensch besitzt zwei Nebennieren. Sie befinden sich jeweils am oberen Ende der beiden Nieren.
Trotzdem haben sie mit den eigentlichen Nieren nichts zu tun. Denn diese regeln die Harnproduktion, den Blutdruck und den Säure-Basen-Haushalt. Die Nebennieren hingegen produzieren für den Körper lebenswichtige Hormone.

Jede Nebenniere besteht aus zwei Elementen: dem Mark und der Rinde. Das Mark stellt vor allem Stresshormone wie Adrenalin, Noradrenalin und Dopamin her. Die Rinde dagegen produziert Aldosteron, Kortisol und die sogenannten Androgene.

Diese Hormone erfüllen verschiedene Funktionen:

  • Aldosteron regelt den Salz- und Wasserhaushalt in unserem Körper. 
  • Kortisol hemmt Entzündungen. Außerdem sorgt es dafür, dass unser Körper Energie produziert. 
  • Androgene sind Sexualhormone. Sie werden in das Geschlechtshormon Testosteron umgewandelt.

Wenn die Hormone der Nebenniere aus dem Gleichgewicht geraten, kann eine Vielzahl an Krankheiten entstehen.

Mann misst seinen Puls und hat Bluthochdruck aufgrund seiner Nebennieren-Erkrankung
Bluthochdruck kann ein Zeichen für eine Überfunktion der Nebennierenrinde sein. (© Adobe Stock/Caito)

Erkrankungen der Nebennieren

Überfunktion der Nebennierenrinde

Bei der Krankheit Morbus Conn (Hyperaldosteronismus) bildet die Nebennierenrinde zu viel Aldosteron.
Eines der häufigsten Symptome dafür ist Bluthochdruck. Aber auch andere Anzeichen sind möglich, etwa Verstopfungen, Muskelschwäche, großer Durst und häufiges Wasserlassen.

Patienten mit Conn-Syndrom tragen außerdem ein deutlich höheres Risiko für Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder eine Nierenschädigung.

Die Behandlung erfolgt meist durch Medikamente. Ist allerdings ein Tumor die Ursache, wird die betroffene Nebenniere entfernt. Das geschieht durch eine minimal-invasive Operation.

Das Cushing-Syndrom (Hyperadrenokortizismus) liegt vor, wenn der Körper zu viel Kortisol herstellt.
Auslöser dafür ist meist ein gutartiger Tumor in der Hirnanhangsdrüse. Typische Symptome der Erkrankung sind ein großes, rundes Gesicht sowie dünne Arme und Beine bei starker Fettansammlung im Bauch- und Nackenbereich. Auch rote Streifen auf der Haut sind möglich. Dazu können erhöhter Blutzucker, Bluthochdruck, Diabetes, Osteoporose, Muskelschwäche und depressive Verstimmung kommen.

Verzweifelte Frau, die nicht weiß, ob sie unter einer Nebennierenschwäche leidet
Eine Nebennierenschwäche verläuft oft erst sehr unauffällig, bei Stress zeigen sich die Symptome. (© Adobe Stock/fizkes)

Unterfunktion der Nebennierenrinde

Stellt die Nebennierenrinde zu wenig Kortisol her, liegt eine Nebenniereninsuffizienz vor.
Diese kann in zwei Formen auftreten:

  1. Bei der primären Form (Morbus Addison) liegt die Ursache in der Rinde selbst. Das kann beispielsweise eine Autoimmunerkrankung, ein Tumor oder eine Infektion sein.
  2. Im Gegensatz dazu geht die sekundäre Form auf eine Unterfunktion des Hypothalamus oder der Hirnanhangsdrüse zurück. 
    Dafür können zum Beispiel Tumoren, Entzündungen oder Bestrahlung verantwortlich sein. Denn all diese Faktoren können die Produktion von Hormonen stören.

Patienten mit Morbus Addison weisen oft eine dunklere Färbung der Haut auf. Das trifft vor allem auf die Brustwarzen, das Nagelbett und frische Narben zu.
Bei Patienten mit der sekundären Form fällt dagegen eher eine besonders blasse Haut auf.

Häufig verläuft eine Nebennierenschwäche zunächst eher unauffällig. Erst unter Stress kommt es zu einer sogenannten Addison-Krise: Der Mangel an Kortisol führt zu Blutdruckabfall, Schock, Erbrechen und Durchfall.

 

Überfunktion des Nebennierenmarks

Ein Phäochromozytom ist ein Tumor, der im Nebennierenmark oder an anderen Stellen auftreten kann. Er bewirkt, dass der Körper zu viel Adrenalin und Noradrenalin produziert.
Das wiederum führt zu stark erhöhtem Blutdruck. Betroffene leiden deshalb unter Bluthochdruck-Attacken.

Diese sind meist mit Kopfschmerzen, Schwindel und Herzklopfen, Angst und starkem Schwitzen verbunden. Zudem tragen Betroffene ein besonders hohes Risiko für Herzrhythmusstörungen, Herzschwäche oder eine Hirnblutung.

Meistens wird der Tumor chirurgisch entfernt. Zusätzlich erhalten die Patienten Medikamente gegen den Bluthochdruck.

 

Unterfunktion des Nebennierenmarks

Darüber hinaus können auch andere Einflüsse das Mark der Nebenniere schädigen. Ein Tumor oder eine Operation können beispielsweise die Produktion von Hormonen behindern.

Durch diesen Mangel kann der Blutdruck nicht mehr richtig geregelt werden: Den Patienten wird schnell schwindelig. Manche werden ohnmächtig. Dazu kommen Ohrensausen, Kopfschmerzen, Herzklopfen oder Schmerzen in der Herzgegend.

In solchen Fällen verschreibt der Arzt meist Medikamente. Diese sollen den Blutdruck steigern.

 

Arzt untersucht Patient, um eine eindeutige Diagnose stellen zu können bei Nebennieren-Erkrankung
Um eine eindeutige Diagnose bei Nebennieren-Erkrankungen stellen zu können, findet unter anderem eine ausführliche körperlich Untersuchung statt. (© Fotolia/joyfotoliakid)

Erkrankungen der Nebennieren – Diagnostik

Für eine eindeutige Diagnose führen unsere Experten zum einen eine ausführliche Anamnese und eine körperliche Untersuchung durch. 
Zum anderen werden Blut und Urin im Labor genauestens untersucht. So können tatsächliche Veränderungen der Hormone festgestellt werden.

Darüber hinaus ist in den meisten Fällen eine bildgebende Darstellung sinnvoll. In der Regel geschieht das mittels CT oder MRT.

 

Erkrankungen der Nebennieren – Therapie

Ob durch Medikament oder Operation: Die Therapie bei Erkrankungen der Nebennieren hängt von der Form der Störung ab.

Wir arbeiten interdisziplinär

Unsere Patienten der Endokrinologie werden gemeinsam mit anderen Fachbereichen weiter behandelt. Das sind vor allem Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, verschiedene Bereiche der Chirurgie sowie die Onkologie/Strahlentherapie.