Stabiler Ersatz: das künstliche Kniegelenk

Stabiler Ersatz:                         das künstliche Kniegelenk

Unser Kniegelenk ist täglich großen Belastungen ausgesetzt und verschleißt im Laufe des Lebens. Wird dadurch die Gelenkfläche zerstört, kann ein künstliches Kniegelenk sinnvoll sein.

Der Hauptgrund, warum Menschen ein künstliches Kniegelenk brauchen, ist ein Gelenkverbrauch oder Gelenkverschleiß, die sogenannte Arthrose. Sie ist die weltweit häufigste Gelenkerkrankung. Fast jeder Mensch ist im Laufe seines Lebens davon betroffen, ohne dass dabei Schmerzen auftreten müssen. Ursachen für Arthrose sind altersbedingte Abnutzung, Unfälle, allgemeine Erkrankungen, starkes Übergewicht oder angeborene Fehlstellungen.

Beim gesunden Gelenk wirken Gelenkknorpel und Meniskus wie ein Stoßdämpfer. Sie federn starke Belastungen unseres Körpers ab. Allerdings verschleißt jeder Knorpel mit der Zeit, nutzt sich ab und wird dünner. Im Fall einer Kniegelenksarthrose bilden sich Risse und der Knorpel wird zerstört. Dann reibt Knochen auf Knochen und jede Belastung wird ungefedert auf diesen übertragen.

Häufigster Grund für einen Gelenkersatz: Arthrose

Typische Zeichen einer ausgebildeten Arthrose sind "Einlaufschmerzen" und Belastungsschmerzen. In manchen Fällen treten auch nachts oder in Ruhe Schmerzen auf. Weitere Symptome sind Überwärmung, Ergussbildung, Steifigkeit, Bewegungseinschränkung, Kraftverlust. Manchmal kann es auch zu einer Verformung am betroffenen Gelenk kommen. Alltagsbewegungen, zum Beispiel das Strümpfe anziehen, können stark beeinträchtigt sein und eine dauerhafte medikamentöse Schmerztherapie erfordern.

Arthrose ist nicht heilbar. Die Beschwerden können aber meist durch Medikamente und Physiotherapie verringert werden. Wenn die Schmerzen nicht ausreichend gelindert werden können oder Ihre Beweglichkeit immer mehr abnimmt, kann ein künstliches Kniegelenk sinnvoll sein. Ziel ist es, Ihre Lebensqualität deutlich zu verbessern.

Künstliches Kniegelenk: Welche Formen gibt es?

Je nachdem, wie stark und welcher Anteil ihres Kniegelenks verschlissen ist, wird das Gelenk teilweise oder komplett ersetzt. Die Prothese ist dem natürlichen Gelenk nachempfunden und ersetzt ganz oder teilweise die verschlissenen Knorpeloberflächen des Unter- und Oberschenkelknochens.

Sind nur bestimmte Gelenkanteile verschlissen, wird eine sogenannte einseitige Schlittenprothese eingesetzt. Ist das gesamte Kniegelenk zerstört, wird eine Knie-Totalendoprothese implantiert. Dabei wird die Oberfläche von Ober- und Unterschenkelknochen mit der Prothese neu bedeckt. Ein Kunststoff-Einsatz dient als Gleitfläche zwischen den beiden Prothesenanteilen des Ober- und Unterschenkels. Diesen kompletten Kniegelenkersatz nennt man auch Doppelschlitten.

Sind darüber hinaus Bänder und die Gelenkkapsel betroffen, wird eine sogenannte Scharnierprothese implantiert. Sie besitzt eine Verbindung zwischen den Prothesenteilen, welche anstelle der Bänderstrukturen Ober- und Unterschenkel stabil hält.

Die Prothesen werden aus einem besonders verträglichen und verschleißfesten Material hergestellt, meist Kobalt-Chrom- oder Titanlegierungen.