Innere Medizin erweitert medizinisches Spektrum

Innere Medizin erweitert medizinisches Spektrum

Müllheim

Dr. med. Sun Ju Kim übernahm im Januar dieses Jahres die chefärztliche Leitung der Inneren Medizin an der Helios Klinik Müllheim. Sie blickt auf ein außergewöhnliches erstes Jahr mit vielen Neuerungen zurück und zeigt sich zuversichtlich für 2021.

Wie haben Sie das vergangene (Corona-) Jahr erlebt?

Kim: 2020 ist alles anders gekommen als geplant. Mitten im Frühling traf uns die erste Welle der Pandemie im Markgräflerland hart. Die ernsthafte Lage in unseren europäischen Nachbarländern machte uns deutlich, welche effektiven Vorkehrungen für diese Pandemie getroffen werden müssen. Nach den ersten Patienten am 12. März 2020 füllte sich unsere Intensivstation und die Isolierstation schnell mit Patienten mit Covid-19-Infektion. In kürzester Zeit haben wir unsere Versorgungsstruktur von einer normalen Krankenversorgung auf einen Betrieb unter Corona-Bedingungen umgestellt. So konnten und können wir bis heute die parallele Versorgung von Covid-freien und Covid-positiven Patienten sicherstellen. Die Ärzte- und Pflegeteams aus allen Bereichen bündelten ihre Kräfte um all unsere Patienten zu versorgen. Durch großes persönliches Engagement von allen Mitarbeitern haben wir erstklassige Arbeit geleistet und tun dies nach wie vor. Mit diesen Erfahrungen waren wir auf die zweite Conona-Welle besonders gut vorbereitet. Die Einhaltung aller Hygiene- und Sicherheitsvorgaben und gleichzeitig die Aufrechterhaltung des „normalen“ Betriebs fordern von allen Beteiligten unheimlich viel Kraft und Ressourcen. Mein Kernanliegen ist gute Medizin mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen zu leisten.

Sie erweitern das Spektrum der Klinik um die Kardiologie. Was ist neu?

Dr. Kim: Mit dem Ausbau der Kardiologie in der Helios Klinik Müllheim haben wir unser Versorgungsspektrum deutlich erweitert. Es beginnt bereits bei den reibungslosen und optimalen Abläufen im Bereich der Notfall- und Intensivversorgung von kardiologischen Patienten. Dabei geht es um Evidenz basierte und verantwortungsvolle gute Medizin. Eine rasche und richtige Diagnostik und Behandlung ist ein wichtiger Faktor und für den weiteren Verlauf der Erkrankung entscheidend. Wir setzen eine hochqualifizierte Ultraschalldiagnostik des Herz-Kreislauf- und Gefäßsystems ein, welche „das Herz sichtbar machen“ kann und eine wichtige nicht operative Untersuchungsmethode in der Herz-Kreislaufmedizin darstellt. Seit Juli implantieren wir Schrittmacher aller Arten. Die moderne Herzrhythmusüberwachung, die sog. Telemetrie, ist bereits in vollem Gange. Diese bringt viele Vorteile mit sich, unter anderem bietet sie den Patienten große Sicherheit und kann z.B. zur Überwachung der Sauerstoffsättigung und des Blutdrucks verwendet werden. In naher Zukunft planen wir außerdem Bodyplethysmographie, Spioroergosprimetrie zur Lungendiagnostik, eine spezielle Sprechstunde für Herzinsuffizienz-Herzklappenerkrankung sowie Herz-Kreislauferkrankung in der Schwangerschaft. Wir sind Ansprechpartner für Patienten, Hausärzte und Fachärzte und sicherer Anker für Patienten.

Was erwarten Sie für das Jahr 2021?

Dr. Kim: Die Helios Klinik Müllheim ist mit seinen rund 430 Mitarbeitern einer der bedeutenden Arbeitgeber der Region und dient der Gesundheit der Bevölkerung im Umkreis.  Ich blicke positiv auf 2021. Das Krankenhaus ermöglicht seinen Beschäftigten ein qualitativ hochwertiges und anspruchsvolles Tätigkeitsfeld. Die Pandemie verdeutlicht, welche elementare Bedeutung die gestufte Krankenhausversorgung für die Bevölkerung hat und wie wichtig die integrierte Zusammenarbeit regional und überregional mit den Krankenhäusern, Universitätskliniken, den Hausärzten und Fachärzten ist, um die bestmögliche Versorgung der Bevölkerung in der Pandemiezeit und darüber hinaus zu sichern.

Was ist Ihnen bei der Ausbildung junger Ärzte wichtig?

Dr. Kim: In Anbetracht der aktuellen Lage, besitzt die Ausbildung und Weiterbildung einen noch höheren Stellenwert. Als Anwärter als Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Freiburg in verschiedenen Fachbereichen legen wir als Klinik außerdem großen Wert auf die Ausbildung des medizinischen Nachwuchses, unserer Medizinstudenten. Darüber hinaus bieten wir umfängliche medizinische Weiterbildungen in den Schwerpunkten Innere Medizin, Innere Intensivmedizin und Allgemeinmedizin, sowie in Zukunft in Kooperation mit der Universitätsklinik weitere Schwerpunktweiterbildungen in der Gastroenterologie und Kardiologie. Wir bieten unseren Ärzten nach Möglichkeit flexible Arbeitszeiten sowie viele Angebote, die ihnen eine Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtern sollen. Die Teilzeitmodelle sind für die Ärzte in Weiterbildung interessant.

Zur Person:

Dr. med. Sun Ju Kim war unter anderem 15 Jahre in den Medizinischen Kliniken im Klinikum Hochrhein, vormals Spital Waldshut, tätig, davon sieben Jahre als Leitende Ärztin der Kardiologie, Angiologie, Pulmologie und Stroke Unit und rund acht Jahre als Chefärztin. Zuletzt befasste sie sich im Universitäts-Herzzentrum Freiburg mit modernen kardiologischen Diagnostiken. Die aus Seoul stammende Ärztin studierte unter anderem Humanmedizin an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, an der sie im Jahr 1993 promovierte. 2002 erlangte sie den Facharzttitel für Innere Medizin, gefolgt von der Schwerpunktbezeichnung für Kardiologie im Jahr 2003. Seit Januar 2020 ist die Internistin Chefärztin der Inneren Medizin an der Helios Klinik Müllheim. Frau Dr. Kim ist eine zertifizierte QM-Auditorin im Gesundheitswesen und Absolventin des Aufbaustudiums Krankenhausmanagement. Sie bringt umfassende Expertise bringt mit und erweitert das Spektrum der Abteilung um den kardiologischen Bereich. Neben der medizinischen Weiterentwicklung liegen die Schwerpunkte der zukünftigen Chefärztin in der fortwährenden sicheren und qualitativ hochwertigen Versorgung der Patientinnen und Patienten sowie der nachhaltigen Ausbildung von Ärzten und Medizinstudenten.

 

 


Die Kliniken Breisach, Müllheim und Titisee-Neustadt gehören seit 1998 zu Helios. Der Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald hält seit der Privatisierung der Kliniken 26 Prozent an der gemeinsamen Trägergesellschaft. Als Helios Kliniken Breisgau-Hochschwarzwald stehen sie für die wohnortnahe und kompetente medizinische Versorgung rund um Freiburg im Breisgau. Die Kliniken behandeln zusammen jährlich etwa 21.000 stationäre und 38.000 ambulante Patienten. Insgesamt verfügen sie über 424 Betten und beschäftigen rund 1.000 Mitarbeiter.

Helios ist Europas führender privater Krankenhausbetreiber mit insgesamt rund 110.000 Mitarbeitern. Zum Unternehmen gehören unter dem Dach der Holding Helios Health die Helios Kliniken in Deutschland sowie Quirónsalud in Spanien. Rund 21 Millionen Patienten entscheiden sich jährlich für eine medizinische Behandlung bei Helios. 2019 erzielte das Unternehmen einen Gesamtumsatz von 9,2 Milliarden Euro.

In Deutschland verfügt Helios über 89 Kliniken, 128 Medizinische Versorgungszentren (MVZ) und sechs Präventionszentren. Jährlich werden in Deutschland rund 5,6 Millionen Patienten behandelt, davon 4,4 Millionen ambulant. Helios beschäftigt in Deutschland 73.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2019 einen Umsatz von rund sechs Milliarden Euro. Helios ist Partner des Kliniknetzwerks „Wir für Gesundheit“. Sitz der Unternehmenszentrale ist Berlin.

Quirónsalud betreibt 51 Kliniken, 71 ambulante Gesundheitszentren sowie rund 300 Einrichtungen für betriebliches Gesundheitsmanagement. Jährlich werden hier rund 15,4 Millionen Patienten behandelt, davon 14,6 Millionen ambulant. Quirónsalud beschäftigt rund 37.500 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2019 einen Umsatz von über drei Milliarden Euro.

Helios Deutschland und Quirónsalud gehören zum Gesundheitskonzern Fresenius.