Langfristige Anpassungen sollen mit Augenmaß umgesetzt werden

Breisacher Notfallversorgung bleibt bestehen

Müllheim

Breisach. Die Vorstellung des Konzeptentwurfs aus dem Begleitausschuss des Landkreises hat in den vergangenen Tagen zu teilweise kritischen Bewertungen der Pläne geführt. Landkreis und Helios nehmen die geäußerten Bedenken, insbesondere einzelner Vertreter der lokalen Ärzteschaft, in Bezug auf die Notfallversorgung vor Ort sehr ernst.

Beide Gesellschafter betonen daher, dass die Umstellung der Notfallversorgung in Breisach schrittweise, mit Augenmaß und in enger Abstimmung mit den Beteiligten erfolgen wird. Versorgungslücken sollen hierbei unbedingt vermieden werden. Gemeinsam mit der Kassenärztlichen Vereinigung, den niedergelassenen Ärzten und den Notärzten sollen die Auswirkungen der geplanten Umstellung detailliert besprochen und Lösungen für die einzelnen Fragestellungen erarbeitet werden.

Die aktuell aufgekommenen öffentlichen Diskussionen um den Rettungsdienst, die Anzahl der zur Verfügung stehenden Krankenwagen in der Region und eine ausreichende Bettenkapazität der Krankenhäuser im Landkreis hat inhaltlich allerdings nur bedingt mit der Neuausrichtung der Helios Kliniken zu tun. „Diese Forderungen müssten an das Land gerichtet werden, darauf haben wir keinen Einfluss“, erklärt Klinikgeschäftsführerin Dr. med. Beatrice Palausch.

Aus Sicht des Gesetzgebers gilt Breisach schon seit einigen Jahren nicht mehr als notwendiger Notfallstandort. Denn für die hiesige Bevölkerung sind die weiteren Kliniken in der Umgebung binnen 30 Minuten erreichbar. Insbesondere schwer verletzte Personen werden von den Notärzten schon heute in die Notfallambulanzen der größeren und entsprechend ausgestatteten Krankenhäuser transportiert. Stationäre Notfälle, die tagsüber auftreten, werden auch zukünftig in der Breisacher Klinik versorgt werden können, sofern keine intensivmedizinische Therapie notwendig ist. Dies entspricht den jüngsten Vorgaben des Gemeinsamen Bundesauschusses (G-BA) zur stationären Notfallversorgung, die für eine offiziell als „Notfallkrankenhaus“ deklarierte Klinik ein Vorhalten intensivmedizinischer Betten vorsehen. Diese neuen Anforderungen erfüllt das Breisacher Krankenhaus bereits jetzt nicht, weil es zwar eine Überwachungsstation hat aber über keinerlei Intensivplätze verfügt.

Palausch: „Wir kommen unserer Pflicht zur Hilfeleistung bei medizinischen Notsituationen selbstverständlich auch in Zukunft nach. Wenn uns Menschen mit akuten Beschwerden aufsuchen, beispielsweise mit schweren Grippesymptomen, werden wir sie in unserem Haus auch behandeln. Und auch der Notarzt kann uns weiterhin anfahren mit Patienten, die wir im Rahmen unseres Leistungsspektrums behandeln können. Allerdings werden wir nach der Neuausrichtung nachts keine operative Versorgung mehr anbieten können.“

Die verbleibenden offenen Punkte wollen Landkreis und Helios nun zügig im fachlichen Austausch mit Notfallmedizinern und betroffenen niedergelassenen Ärzten klären. Danach stehen in einem nächsten Schritt Verhandlungen mit den zuständigen externen Institutionen wie dem Sozialministerium und der Kassenärztlichen Vereinigung an.  

 

Die Kliniken Breisach, Müllheim und Titisee-Neustadt gehören seit 1998 zu Helios. Der Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald hält seit der Privatisierung der Kliniken 26 Prozent an der gemeinsamen Trägergesellschaft. Als Helios Kliniken Breisgau-Hochschwarzwald stehen sie für die wohnortnahe und kompetente medizinische Versorgung rund um Freiburg im Breisgau. Die Kliniken behandeln zusammen jährlich etwa 21.000 stationäre und 38.000 ambulante Patienten. Insgesamt verfügen sie über 424 Betten und beschäftigen rund 1.000 Mitarbeiter.

 

Helios ist Europas führender privater Krankenhausbetreiber mit rund 100.000 Mitarbeitern. Zum Unternehmen gehören unter dem Dach der Holding Helios Health die Helios Kliniken in Deutschland und Quirónsalud in Spanien. Rund 17 Millionen Patienten entscheiden sich jährlich für eine medizinische Behandlung bei Helios. 2017 erzielte das Unternehmen in beiden Ländern einen Gesamtumsatz von 8,7 Milliarden Euro.

 

In Deutschland verfügt Helios über 86 Kliniken, 120 Medizinische Versorgungszentren (MVZ) und zehn Präventionszentren. Jährlich werden in Deutschland rund 5,2 Millionen Patienten behandelt, davon 4 Millionen ambulant. Helios beschäftigt in Deutschland mehr als 66.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2017 einen Umsatz von rund 6,1 Milliarden Euro. Helios ist Partner des Kliniknetzwerks „Wir für Gesundheit“. Sitz der Unternehmenszentrale ist Berlin.

 

Quirónsalud betreibt in Spanien 45 Kliniken, 55 ambulante Gesundheitszentren sowie rund 300 Einrichtungen für Betriebliches Gesundheitsmanagement. Jährlich werden hier rund 11,6 Millionen Patienten behandelt, davon 11,2 Millionen ambulant. Quirónsalud beschäftigt mehr als 32.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2017 einen Umsatz von rund 2,6 Milliarden Euro. Helios Deutschland und Quirónsalud gehören zum Gesundheitskonzern Fresenius.