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Woche der Wiederbelebung: Prüfen. Rufen. Drücken. Jeder kann Leben retten

Woche der Wiederbelebung: Prüfen. Rufen. Drücken. Jeder kann Leben retten

Nienburg

Der nächste Schlag kommt einfach nicht mehr: jährlich erleiden zwischen 45.000 und 60.000 Patienten einen Kreislaufstillstand. Dann kann eine Herzdruckmassage helfen. Im Rahmen der bundesweit heute startenden Woche der Wiederbelebung sensibilisiert Dr. Björn-Hendryk von Stritzky, Chefarzt Anästhesie und Intensivmedizin an den Helios Kliniken Mittelweser, für das Thema Reanimation und Ersthelfer und räumt mit Ängsten und Unsicherheiten auf. Ziel ist es, in der Bevölkerung die Bereitschaft der Herzdruckmassage zu stärken und Wissensdefizite abzuschaffen.

Eine Person sackt zusammen, liegt regungslos am Boden und ist nicht ansprechbar – plötzlicher Herzstillstand. Viele Menschen haben Scheu, mit Reanimationsmaßnahmen zu beginnen, aus Angst, etwas falsch zu machen. „Man kann nichts falsch machen. Nur wer nichts tut, schadet dem Betroffenen“, sagt Dr. Björn-Hendryk von Stritzky, Chefarzt Anästhesie und Intensivmedizin an den Helios Kliniken Mittelweser. „Patienten, die mit einer Herzdruckmassage reanimiert werden, haben eine dreimal höhere Chance zu überleben“, so von Stritzky.

Ein plötzlicher Herzstillstand kann jeden treffen, jederzeit und überall. „Daher ist es wichtig, dass möglichst viele Menschen wissen, was im Ernstfall zu tun ist. Der Erste-Hilfe-Kurs für den Führerschein liegt für viele schließlich schon länger zurück“, sagt der Experte. Das wichtigste vorweg: „Auch wer in Reanimation geschult ist, sollte unbedingt den Notruf wählen“, rät er. Das spiegelt sich auch in dem einfachen Merksatz Prüfen – Rufen – Drücken wieder.

Von Stritzky erklärt: „Ersthelfer prüfen, ob der oder die Betroffene bewusstlos ist oder noch atmet. Dann rufen sie die 112 an und schildern, was passiert ist. Sofort danach muss mit dem Drücken begonnen werden.“ Der Ersthelfer oder die Ersthelferin drückt dazu etwa in der Mitte des Brustkorbs kräftig auf den Oberkörper der betroffenen Person. Optimal passiert das 100 Mal in der Minute.

„Damit man den richtigen Rhythmus findet, kann man im Kopf ein bekanntes Lied mitsingen. Die Bee Gees haben dafür den passenden Titel „Stayin Alive“. Alternativ funktioniert auch „Atemlos“ von Helene Fischer.

Der Helfer oder die Helferin drückt durchgängig, bis ärztliche Hilfe eintrifft. Die zusätzliche Beatmung kann vornehmen, wer es sich zutraut, doch gerade in Zeiten von Corona ist dies ohne Schutz nicht erforderlich. Es reicht allerdings aus, wenn diese vom Notarzt oder von der Notärztin vorgenommen wird. Gibt es einen Defibrillator, sollte dieser eingesetzt werden. Die heutigen Geräte zeigen genau an, wie der Einsatz ablaufen muss, und stehen z. B. in Sportvereinen auch häufig zur Verfügung.

Jede Minute, die bis zum Beginn der Reanimationsmaßnahmen verstreicht, verringert die Überlebenschancen um zehn Prozent. Deshalb ist Ersthilfe nicht als zusätzliche Maßnahme zu sehen, sondern als entscheidend über Leben und Tod. Noch eines ist dem erfahrenen Notfallmediziner wichtig zu betonen: „Oft herrscht Angst, dass man als Laie alles nur noch schlimmer macht. Wichtig ist, mit der Herzdruckmassage anzufangen.“ Denn: Ist in einer Notsituation jemand vor Ort, der sofort mit einer Herzdruckmassage beginnt, um den Blutkreislauf aufrecht zu erhalten, steigen die Überlebenschancen des Betroffenen um das Zwei- bis Dreifache.

 

Silke Schomburg

Referentin Unternehmenskommunikation
Silke Schomburg

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