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Querschnittslähmung auf Raten: Die Spinalkanalstenose

Querschnittslähmung auf Raten: Die Spinalkanalstenose

Nienburg

Eine Spinalkanalstenose kann nur dann erfolgreich behandelt werden, wenn sie früh genug erkannt wird. Busfahrer Thomas Klein hat am eigenen Leib erfahren, wie es ist, wenn aus Rücken- und Nackenschmerzen plötzlich taube und ungeschickte Hände sowie Gangstörungen werden. Durch eine fünfstündige, operative Spinalkanalerweiterung hat er nun nicht nur wieder Gefühl in den Händen, sondern kann diese auch wieder für feinmotorische Arbeiten einsetzen. Auch kann er wieder sicher laufen.

Vor einem Jahr fing alles mit einem schmerzhaften Druck auf den Rücken an. „Mit der Zeit entwickelte sich der Schmerz über die Schulter bis hinunter zu den Händen, in denen ich dann irgendwann gar kein Gefühl mehr hatte“, beschreibt Patient Thomas Klein seine Symptome. Auch Schwierigkeiten in den Beinen kamen dazu. Die Ausübung seines Berufes wurde mit zunehmenden Symptomen immer schwieriger, so dass der Busfahrer seine Arbeit nach einiger Zeit gar nicht mehr antreten konnte.
„Ich habe mehrere Stationen durchlaufen, bis ich schlussendlich in der Praxis von Dr. Eichenauer im MVZ gelandet bin. Der hat mich an die Wirbelsäulenchirurgie der Helios Klinik verwiesen“, erläutert Klein.
„Die große Frage bei Beschwerden im Wirbelsäulenbereich ist immer: Sind Sie harmlos oder nicht?“ so Thomas Meier, Oberarzt der Neurochirurgie der Helios Kliniken Mittelweser. „Festzustellen ist dies nur durch eine eingehende neurologische Untersuchung und eine bildgebende Diagnostik durch eine Kernspintomographie.“
Bei Patient Thomas Klein war der Fall schnell klar: Er litt an einer Spinalkanalstenose in der Halswirbelsäule bei der ein großer Bereich über mehrere Halswirbel hinweg betroffen war. „Eine Spinalkanalstenose ist eine Verengung des Spinalkanals, durch die ein Druck auf die Nervenwurzeln und das Rückenmark ausgeübt wird“, so Meier. Etwas anschaulicher erklärt: In der Halswirbelsäule befinden sich auf sehr engem Raum die Kommandodrähte für beide Hände und Beine. Wird durch diese Enge ein Druck auf diese Nervenfasern aufgebaut, kommt es zu Einschränkungen in der Bewegung und im Gefühl.
Wichtig ist hier eine frühzeitige Erkennung und Behandlung. „Wird die Spinalkanalstenose nicht behoben, ist dies nichts anderes als eine Querschnittslähmung auf Raten“, erklärt der Neurochirurg. Im besten Fall – nach einer rechtzeitigen Operation - erlangen die Patienten alle Fähigkeiten wieder.
„Wir sehen immer wieder Patienten, die sich zu spät vorstellen“, so Mohamad Hamdan, Sektionsleiter Wirbelsäulenchirurgie der Helios Kliniken Mittelweser. „Hier bringt es dann zumindest den Erfolg, dass die Erkrankung nicht weiter voranschreitet, so dass die drohende Querschnittslähmung verhindert wird.“
Klassische Symptome sind Schulter-Arm- und Hand-Schmerzen sowie Lähmungen und/oder Gefühlsstörungen in Armen, Händen und Beinen.
Im Fall von Thomas Klein haben Neurochirurg Meier und Wirbelsäulenchirurg Hamdan in einer fünfstündigen Operation der Spinalkanal erweitert. „Da hier ein sehr großer Bereich betroffen war, haben wir von hinten operiert. Bei kleineren Bereichen operieren wir üblicherweise von vorne, was für den Patienten im Nachgang auch mit weniger Schmerzen verbunden ist“, erklärt Hamdan.
Bei der Operation wurde zunächst ein Schraubenstabsystem in die Bögen der Halswirbelkörper eingebracht. Danach wurde eine Dekompression durchgeführt, bei der Knochenmaterial entfernt und der Spinalkanal wieder erweitert wurde. „Operiert wird u. a. auch mit dem Mikroskop, da die Feinheiten des Spinalkanals dann ganz genau zu erkennen sind“, so der Wirbelsäulenchirurg.

„Gleich nach der Operation habe ich gemerkt, dass ich wieder normales Gefühl in meinen Armen und meinen Fingern hatte. Das war eine sehr große Erleichterung für mich“, freut sich Patient Thomas Klein. Begeistert ist er auch von den beiden Chirurgen. „Es war gleich ein Vertrauensverhältnis da“, beschreibt er.

Im Nachgang zur Operation soll der Patient noch vorsichtig sein mit Drehungen des Halses. „Erst ca. sechs Monate nach der OP darf der Hals wieder uneingeschränkt bewegt werden“, erklärt Hamdan. Ein anschließender Reha-Aufenthalt ist vor allem für die Patienten zu empfehlen, die vor und auch noch nach der OP an Ausfallerscheinungen gelitten haben.

Wir wünschen Thomas Klein weiterhin gute Gesundheit und danken ihm dafür, dass er seine Geschichte mit uns geteilt hat!


Foto: Mohamad Hamdan, Thomas Klein, Thomas Meier

Silke Schomburg

Referentin Unternehmenskommunikation
Silke Schomburg

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(05021) 9210-7011