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Ein Urgestein geht in Rente - aber nur fast!
5 Fragen an Hubertus Ernst

Ein Urgestein geht in Rente - aber nur fast!

Nienburg

Nach 41 Jahren im Nienburger Klinikum hat sich Hubertus Ernst Anfang Dezember 2019 in den Ruhestand verabschiedet. Seit seiner Ausbildung zum Krankenpfleger hier im Hause hat er sich bis zum Leiter der Anästhesiepflege hochgearbeitet und die Anästhesieabteilung maßgeblich mit aufgebaut. Weiterhin geht die Implementierung des jetzigen Notfallmanage-ments auf ihn zurück. Doch auch jetzt im Ruhestand kann er die Medizin nicht aufgeben: Er leitet das Notfalltraining für Mitarbeiter, Arztpraxen und Schulen.

Hubertus Ernst, Leiter der Anästhesiepflege, ist in Nienburg bekannt wie der sprichwörtliche bunte Hund – dabei ist er gebürtiger Berliner. 1978 hat er seine Ausbildung zum Krankenpfleger begonnen und war bis Ende November 2019 in der Nienburger Helios-Klinik tätig, zuletzt als Leiter der Anästhesiepflege. Doch das ist nicht alles. In seinem Repertoire stand – und steht heute noch - die Durchführung von Notfalltrainings. In seiner Privatzeit ist er ganz nebenbei auch noch auch Vorsitzender seines Schützenvereins.

Ernst ist ein Charaktertyp, unverkennbar. „Ich habe Hubertus Ernst als engagierten Kollegen kennengelernt, der immer dem Patienten zugewandt war. Er agiert mit Ruhe und Gelassenheit – aber auch mit einem gewissen Maß an Strenge. Das Wohl des Patienten war immer sein oberstes Ziel – und das ist es noch heute“, so Dr. Björn von Stritzky, Chefarzt Anästhesie und Intensivmedizin der Helios Kliniken Mittelweser.

Wir möchten mehr über ihn erfahren – und fragen ihn selbst.
 

Herr Ernst, wie war Ihre berufliche Laufbahn?

 „Ich habe meine Ausbildung zum Krankenpfleger in 1978 begonnen und war auch schon vorher als Rettungssanitäter beim DRK Krankentransport und Rettungsdienst tätig. Durch meine damalige Partnerin und Herrn Dr. Schicke, dem damaligen Chefarzt der Anästhesie, wurde ich zum Wechsel vom DRK zum Bollmanns Krankenhaus überzeugt. Nach meinem Staatsexamen 1981 begann meine Tätigkeit in der Anästhesieabteilung, in der ich mich dank der strengen und guten Ausbildung von Herrn Dr. Schmicke zu einem pflichtbewussten Perfektionisten entwickelt habe. Als ich in 1989 die Leitung der Abteilung übernahm, habe ich die gleichen Ansprüche auch an meine Mitarbeiter gestellt. Es hat mich sehr stolz gemacht, dass sie meinem Vorbild folgten. Das Wohl der Patienten stand für uns immer im Vordergrund.“



Was waren besondere Erfolge in Ihrer Tätigkeit?


„Während meiner Tätigkeit in der Anästhesie haben meine Mitarbeiter und ich viele Ärzte, Pflegekräfte und Rettungsdienstmitarbeiter ausgebildet und für ihr Berufsleben qualifiziert. Viele sind danach auch in Führungspositionen aufgestiegen. Ein besonderes Augenmerk habe ich auf eine sehr hohe Qualität gelegt. Nachdem Herr Dr. Schmicke 1998 in den Ruhestand ging, konnte ich dies mit Herrn Dr. Schoeps fortführen und noch weiter verbessern. Beim Neubau der Klinik am jetzigen Standort habe ich maßgeblich an der Planung des OP mitgewirkt. Das ist natürlich eine Idealsituation, wenn man auf die Gestaltung seines zukünftigen Arbeitsplatzes selbst Einfluss nehmen kann.“


Sie sind bekannt für Ihre Ruhe – war denn doch auch für Sie mal etwas aufregend?


„Ja natürlich. Die Arbeit im medizinischen Bereich betrifft immer Menschen und dazu gehören auch Schicksale - die natürlich auch mir nahegegangen sind. Bis zur Privatisierung im Jahr 2002 waren wir auch für die Kliniken Hoya und Stolzenau tätig. Unzählige Male sind wir zur Versorgung von Notfällen bei Eis & Schnee mit Blaulicht und Martinshorn in die Kliniken geeilt. Besonders stressig war es, wenn wir Notkaiserschnitte hatten, wo es auf jede Minute ankam. Unser Lohn für die Tätigkeiten war oft die Dankesworte von den Patienten, die sich durch unsere liebevolle und beruhigende Art wohlgefühlt haben.“


Was hat sich durch den Wechsel zu Helios für Sie geändert?


Helios hat uns ermöglicht, auf dem modernsten Stand der Technik zu arbeiten, nicht nur im Bereich der Gerätschaften, sondern auch betreffend die Fort- und Weiterbildung.

 

Neben der Anästhesie habe Sie aber noch ein zweites Standbein, das Notfalltraining. Wie hat sich dies entwickelt?

"Vor 35 Jahren habe ich mit dem internen Notfalltraining gemeinsam mit meinem Kollegen Carsten Mundt begonnen. Heute habe ich eine Truppe von drei Ärzten/innen und vier Pflegekräften, die diese Fortbildungen mit mir durchführen. Diese sind nicht nur intern, sondern auch für externe Praxen und Schulen. Innerhalb der Klinik machen wir Fortbildungen für alle Mitarbeiter - von der Reinigungskraft bis zum Geschäftsführer. Dabei trainieren wir Notfälle von Kleinkindern bis zu Schwerstverletzten. Hierbei nehmen wir auch an allen wichtigen Aktionen teil – z. B. an der Woche der Reanimation oder zum Restart-a-Heart-Day. Unter anderem bieten wir für die Nienburgerinnen und Nienburger dann auch ein Training auf dem Wochenmarkt an.“

 

Wir bedanken uns bei Hubertus Ernst für seinen Einsatz und wünschen ihm alles Gute!

Silke Schomburg

Referentin Unternehmenskommunikation
Silke Schomburg

Telefon

(05021) 9210-7011