Damit das Herz wieder im Takt schlägt: Mit Kälte gegen das Vorhofflimmern
Pressemitteilung

Damit das Herz wieder im Takt schlägt: Mit Kälte gegen das Vorhofflimmern

Nienburg

Herzspezialisten der Helios Kliniken Mittelweser verwenden schonendes Ballonkatheter-Verfahren zur Behandlung von Vorhofflimmern

Nienburg, 21. Dezember 2017 – Vorhofflimmern schränkt die Lebensqualität von Betroffenen meist stark ein: Da das Herz unregelmäßig und mit erhöhter Frequenz schlägt, sind Betroffene nicht mehr so leistungsfähig und in ihrem Alltag beeinträchtig. Auch leichte körperliche Anstrengungen, wie das Treppensteigen, werden zu einer Herausforderung. Patienten selbst nehmen die Erkrankung häufig als Herzstolpern wahr. In den Helios Kliniken Mittelweser hilft Menschen mit Vorhofflimmern jetzt eine neue operative Kathetermethode. Mithilfe des Ballonkatheter-Verfahrens werden die elektrischen Signale zwischen der Lungenvene und dem linken Vorhof, einem häufigen Ausgangsort für das Vorhofflimmern, ausgeschaltet. Studien belegen, dass etwa 80 Prozent der mit dieser Methode behandelten Patienten auch ein Jahr nach dem Eingriff noch beschwerdefrei sind.

„Vorhofflimmern ist eine Volkskrankheit, von der etwa 1,8 Millionen Menschen in Deutschland betroffen sind. Damit handelt es sich dabei um die häufigste anhaltende Herzrhythmusstörung. Außerdem ist Vorhofflimmern ein Risikofaktor für Schlaganfälle“, erklärt Dr. Christian Heer, Chefarzt für Innere Medizin, Kardiologie und Intensivmedizin.  „Ich freue mich, mit der sogenannten Pulmonalvenenisolation eine weitere neue schonende Methode im Krankenhaus Nienburg zu etablieren. So können wir unsere Patienten wohnortnah versorgen. Durch das relativ kleine Team in der Kardiologie haben Patienten außerdem den Vorteil, dass sie immer direkten Kontakt zum behandelnden Arzt haben.“ Bisher wurden Patienten zur gleichen Behandlung in größere Herzzentren überwiesen.

Die Methode

Die Symptome des Vorhofflimmerns werden zunächst medikamentös behandelt. Wenn rhythmusstabilisierende Medikamente nicht helfen oder schwerwiegende Nebenwirkungen auftreten, besteht die Möglichkeit eines operativen Eingriffes. Dafür wird ein Katheter über die großen Gefäße des Körpers von der Leiste in den linken Herzvorhof unter ständiger Röntgenkontrolle vorgeschoben. Dort messen die Kardiologen der Helios Kliniken Mittelweser mithilfe einer Sonde die elektrischen Signale in der Lungenvene. Anschließend wird ein Ballon in die Öffnung der Lungenvene vorgebracht und aufgepumpt. „Der Ballon passt sich individuell an die anatomischen Gegebenheiten des Herzens an und verschließt die Lungenvene“, erläutert Chefarzt Dr. Christian Heer. Schließlich wird flüssiges Stickstoffoxid in Minusgraden in den Ballon gegeben, sodass der Ballon kurz an den Muskelzellen festfriert und diese somit vereist. Dadurch werden die an der Wand der Lungenvene vorhandenen Nervenbahnen zerstört und die fehlerhafte Weitergabe von elektrischen Signalen unterbunden. Zum Abschluss werden der Kälteballon und die Sonde unter Röntgenkontrolle wieder entfernt.

Mit dem neuen Verfahren wurden bereits seit Mitte 2016 Patienten durch die Kardiologen der Helios Kliniken Mittelweser in den Räumlichkeiten kooperierender Herzzentren behandelt. Seit Oktober 2017 gibt es nun diese technische Möglichkeit auch in Nienburg, sodass die Therapie vor Ort durchgeführt werden kann. Seitdem werden regelmäßig Patienten in den Helios Kliniken Mittelweser behandelt. Zu ihnen gehörten auch Renate Stommen, Renate Bielefeld und Jürgen Lindemann. Alle drei waren mit ihrer Behandlung sehr zufrieden. „Mir geht es seit dem Eingriff nicht nur gut, sondern richtig prima“, sagt die Nienburgerin Renate Stommen. Renate Bielefeld, die sich mit Stommen während des Aufenthaltes im Krankenhaus Nienburg ein Zimmer teilte, stimmt ihr zu: „Natürlich ist man sich im ersten Moment unsicher, ob man einen Eingriff am Herzen machen lassen sollte. Herr Dr. Aydilek hat aber im Vorfeld alles toll erklärt, sodass ich auch als Laie wusste, was auf mich zukommt“, sagt die Hoyaerin. Auch Jürgen Lindemann ist sehr glücklich mit dem Eingriff: „Ich kann nachts wieder viel ruhiger schlafen und auch das Treppensteigen geht wieder gut. Natürlich hoffe ich, dass ich nicht wiederkommen muss, aber ich würde es jederzeit tun.“

Hintergrundwissen: Vorhofflimmern

Die genauen Ursachen von Vorhofflimmern sind noch nicht vollends bekannt. Häufiger Ausgangsort des Flimmerns ist der Übergang des linken Vorhofs im Herzen zu den Lungenvenen. Hier kommt es oft zu falschen elektrischen Signalen und infolgedessen zu Vorhofflimmern. Der Herzvorhof pumpt so schnell, dass keine normale An- und Entspannung des Muskels möglich ist, folglich zittert er. Zum Herzen führen vier Venen, in denen das Blut mit Sauerstoff angereichert wird und den Körper mit sauerstoffreichem Blut versorgt. Genau an diesem Übergang kommt es oft zu Problemen, die für das Vorhofflimmern verantwortlich sind.

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