Rund 1.500 Kinder entbunden – und immer noch Tränen der Rührung in den Augen

Rund 1.500 Kinder entbunden – und immer noch Tränen der Rührung in den Augen

Nienburg

Am 5. Mai ist der alljährliche Tag der Hebammen. Grund genug, einmal nachzufragen, was diesen Beruf ausmacht. Hebamme Norma Weber ist seit mittlerweile 27 Jahren festes Teammitglied des Kreißsaals der Nienburger Helios Klinik. Die familiäre Atmosphäre, in der die Frauen sich wohlfühlen können, ist für sie ein besonderer Pluspunkt. So kommen heute die Frauen zur Geburt zu ihr, die sie am Anfang ihrer beruflichen Laufbahn selbst entbunden hat. Privat ist sie selbst Mutter eines 19-jährigen Sohnes.

Als Norma Weber mit gerade mal 20 Jahren ihre Tätigkeit als Hebamme im Kreißsaal der Nienburger Helios Klinik begonnen hat, wurde sie oft gefragt, wann denn eigentlich die richtige Hebamme käme. „Als ich dann sagte, dass ich es bin, erntete ich oft unglaubwürdige Blicke“, erinnert sich Norma. 

Mit gerade mal 17 Jahren hatte sie ihre Ausbildung in der Uniklinik Magdeburg begonnen. Erzählungen ihres Vaters waren der Grund, warum sie sich für diesen Beruf entschieden hat. „Die Tante meines Vaters war Landhebamme und die Geschichten haben mich immer fasziniert. Sie hatte eine große Glocke, an der die werdenden Väter läuten mussten, wenn es bei der Frau losging. Im Flur stand zusätzlich eine große Schiefertafel mit den Namen und dem errechneten Entbindungstermin“, beschreibt sie.

Nach ihrer absolvierten Ausbildung wollte sie erst einmal woanders Berufserfahrung sammeln. „Dazu kam, dass wir damals kurz nach der Wende auch einen hohen Hebammenüberschuss hatten. In Nienburg habe ich mich beworben und die Stelle bekommen. Eigentlich hatte ich geplant, nur drei oder vier Jahre hierzubleiben“, lacht Norma. Doch ihr gefiel es gut und sie hat viel gelernt unter der Leitung des damaligen Chefarztes Dr. Abraham sowie seinen Nachfolgern. 

„Mich überzeugt einfach die familiäre Atmosphäre des Nienburger Kreißsaals. Der Geburtsprozess ist sehr persönlich und wir bekommen immer wieder von den Frauen gespiegelt, dass sie gerade dies sehr schätzen“, erläutert Norma. 

Besonders schöne Momente sind, wenn Frauen zu ihr kommen, die sie vor über zwanzig Jahren selbst entbunden hat. „Das macht mich dann einfach sehr glücklich, zu sehen, wie sich entwickelt haben und dass sie jetzt schon ihr eigenes Kind bekommen. Oder wenn ich in einer Familie alle drei oder vier Kinder entbunden habe, das ist auch ein schönes Gefühl.“ Auch beruflich hat sie schon mit jungen Menschen zusammengearbeitet, die sie früher selbst entbunden hat. „Das können Praktikanten oder neue Auszubildende sein. Wenn ich dann anfangs die Namen lese und mich an sie zurückerinnere, muss ich immer schmunzeln“, so Norma. 

Rund 1.500 Kinder hat sie in den vergangen 27 Jahren auf die Welt gebracht. Viel verändert hat sich am Beruf der Hebamme aus ihrer Sicht aber nicht. „Sicherlich hat sich die Technik weiterentwickelt, aber eine Geburt ist für mich noch immer ein Wunder der Natur, bei dem die persönliche Betreuung den Unterschied macht. Ich habe auch keine bevorzugte Geburtsposition oder –methode. Jede Frau ist anders und hier muss einfach individuell entschieden werden, was für Mutter und Kind das Beste ist“, erläutert die gebürtige Zerbsterin. Auch heute hat sie noch Tränen in den Augen, wenn die Kinder auf die Welt kommen. „Der Moment der Geburt des eigenen Kindes bleibt Eltern ein Leben lang in Erinnerung. Dass ich in einem so intimen persönlichen Augenblick dabei sein darf und Teil des Ganzen bin, ist einfach unbeschreiblich.“

Sie selbst ist ebenfalls Mutter. Auf ihren Sohn Eric, der gerade sein Abitur macht und sich nebenbei in der Lokalpolitik engagiert, ist sie sehr stolz. „Ich war alleinerziehend und habe von Anfang an wieder am Schichtbetrieb teilgenommen. Das war nicht immer leicht und Eric musste früh lernen, selbständig zu werden. Er hat das unglaublich toll gemacht und ich bin ihm sehr dankbar, dass er mit mir zusammen immer an einem Strang gezogen hat.“

Auch mit ihren Kolleginnen im Kreißsaal ist sie sehr glücklich. „Wir sind ein tolles Team und einige von uns sind sogar schon länger hier als ich. Im Laufe der Jahre haben sich gute Freundschaften entwickelt. Mit einer meiner Kolleginnen plane ich im Sommer eine Wandertour über die Alpen von Deutschland nach Italien. Wir wollen 100 km zurücklegen.“

Der Kreißsaal und die Geburtenstation der Helios Kliniken Mittelweser erfreuen sich einer kontinuierlich hohen Beliebtheit. Auch Geschäftsführer Christian Thiemann ist mehr als zufrieden: „Letztlich sind es immer die Kolleginnen im Kreißsaal selbst, die – wie Norma Weber - mit ihrem Einfühlungsvermögen und ihrer Professionalität die Geburt des Kindes für die Eltern zu einem der schönsten Erlebnisse in ihrem Leben werden lassen. Ein großer Dank an dieser Stelle an das ganze Team für die Loyalität und den persönlichen Einsatz.“
 

Silke Schomburg

Referentin Unternehmenskommunikation
Silke Schomburg

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