Multiple Sklerose: Komplexe Erkrankung - viele Behandlungsmöglichkeiten
Taubheitsgefühle, Sehstörungen und Lähmungserscheinungen

Multiple Sklerose: Komplexe Erkrankung - viele Behandlungsmöglichkeiten

Meiningen

Zuerst bemerkt Maria S. (Angaben zur Person geändert) eine Unsicherheit beim Gehen. Das linke Sprunggelenk der 25-Jährigen ist nicht mehr stabil und sie kann den Fuß nicht richtig bewegen. Bestimmt die Folgen eines Sturzes, bei dem Maria S. vor einiger Zeit mit dem Fuß umgeknickt war, beruhigt sich die junge Frau. Doch dann bemerkt sie einige Wochen später, dass sich die Vorderseite des linken Beins taub anfühlt. Als sich wenig später auch ihr Sehvermögen ändert und sie „doppelt“ sieht, überweist der Augenarzt sie an den Fachbereich Neurologie des Helios Klinikums Meiningen. Dort erhält sie die Diagnose: Multiple Sklerose.

„Die Geschichte von Maria S. ist typisch für Patienten mit Multiple Sklerose. Sie beginnt meist mit wiederholten Schüben von Lähmungen, Seh- oder Gefühlsstörungen und tritt überwiegend im jungen Erwachsenenalter auf, selten auch bei Kindern und Jugendlichen oder bei älteren Menschen“, erklärt Dr. Günther Heide, Chefarzt der Klinik für Neurologie des Helios Klinikums Meiningen. Anlässlich des Welt-Multiple-Sklerose-Tages am 30. Mai macht das Klinikum daher auf die Bedeutung der frühen Diagnosestellung und raschen, konsequenten Behandlung dieser nicht seltenen Krankheit aufmerksam.

 

Die Diagnose ist für Maria S. zunächst ein Schock. Doch gemeinsam mit den Ärztinnen und Ärzten der Klinik für Neurologie findet die junge Frau einen Weg der Behandlung, der für sie passt und ihr dabei hilft, ihr Leben auch mit der Krankheit so „normal“ wie möglich weiterzuführen. Dabei ist sie mit ihrer Krankheit keineswegs alleine. Rund 250.000 Menschen in Deutschland – und damit rechnerisch fast 400 Einwohner des Kreises Schmalkalden-Meiningen – sind an Multipler Sklerose erkrankt. Bei ihnen treten spontan immer wieder Entzündungen an unterschiedlichen Stellen in Gehirn und Rückenmark auf. Das körpereigene Abwehrsystem (Immunsystem) greift hierbei vor allem die Isolierschichten der Nervenbahnen an. Die Ursache der Erkrankung ist trotz jahrzehntelanger intensiver Forschung allerdings bis heute nicht geklärt. „Multiple Sklerose ist eine sehr komplexe Erkrankung, die leider als noch nicht heilbar gilt. Es stehen uns aber viele Medikamente zur Verfügung – und es werden immer mehr -, mit denen die Entzündungsschübe verhindert werden können“, beschreibt Dr. Heide die heutigen Behandlungsmöglichkeiten.

 

Diagnose und Anschlussbehandlung

Die Schwierigkeit besteht zunächst darin, eine eindeutige Diagnose stellen zu können – denn eine Abgrenzung zu ähnlichen, selteneren Erkrankungen ist bei Multiple Sklerose gar nicht so einfach. Doch das Helios Klinikum Meiningen bietet alle Untersuchungsmethoden, die dafür erforderlich sind.

Die Behandlung zur Vorbeugung weiterer Entzündungsschübe erfolgt dann als Dauertherapie ambulant beim Neurologen - mit Tabletten, mit Spritzen ins Unterhautgewebe oder mit Infusionen. Welche Behandlung genau gewählt wird, richtet sich nach den individuellen Gegebenheiten des Einzelfalls. „Weil pro Fall meistens mehrere Therapiemöglichkeiten zur Verfügung stehen, können wir bei der Wahl der Behandlung auch persönliche Vorlieben oder Abneigungen der Patienten berücksichtigen. Dafür sind ausführliche Gespräche mit dem behandelnden Neurologen äußerst wichtig“, führt Dr. Heide aus. Für solche Gespräche stehen den Patienten im Helios Klinikum Meiningen unter anderem die neurologische Praxis von Frau Dr. med. J. Schneider oder von Dr. Günther Heide im ans Klinikum angrenzenden MVZ zur Verfügung. Haben sich Patient und Arzt dann gemeinsam für eine Behandlung entschieden, kann diese ebenfalls wohnortnah regelmäßig auf ihre Wirksamkeit und Sicherheit überprüft werden. „So können wir herausfinden, ob die Behandlung auch den gewünschten Erfolg verspricht. Entscheidende Erfolgsfaktoren sind also neben einer frühen Diagnosestellung und einer konsequenten Behandlung auch rechtzeitige Therapiewechsel bei mangelnder Wirksamkeit. Nur so lassen sich Folgeschäden nach Möglichkeit verhindern“, betont Dr. Günther Heide, Chefarzt der Klinik für Neurologie des Helios Klinikums Meiningen.

 

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