Hilft Luft anhalten wirklich bei Schluckauf?

Hilft Luft anhalten wirklich bei Schluckauf?

Meiningen

Da denkt wohl jemand an Dich ist wohl die bekannteste Erklärung für Schluckauf. Ein Singultus -wie der Schluckauf in der Medizin genannt wird- kommt häufig ungelegen, etwa abends beim Einschlafen oder wenn wir im Theater sitzen.

„Seinen Ursprung hat der Schluckauf im Zwerchfell, einem flachen Muskel, der die Brust- von der Bauchhöhle trennt“, erklärt Sarah Broska, Bereichsleiterin im Helios Klinikum Meiningen. Das Zwerchfell kontrolliert die Lufteinströmung. Zieht es sich zusammen, entsteht ein Unterdruck, der beim Atmen Luft in die Lungen einströmen lässt. Wenn sich das Zwerchfell entspannt, fließt die Luft wieder aus der Lunge heraus. „Verschiedene Auslöser, etwa hastiges Trinken, größere Temperaturwechsel in der Speiseröhre oder psychische Erregung lassen das Zwerchfell kurzzeitig verkrampfen und verursachen so den Schluckauf“, beschreibt die Gesundheits- und Krankenpflegerin das Phänomen.

 

Ein akuter Schluckauf vergeht normalerweise nach kurzer Zeit von allein wieder. Daneben gibt es eine Reihe von Tipps, die den lästigen und unkontrollierbaren „Hicks“ vertreiben sollen:

  • Trinken Sie kaltes Wasser, das wirkt sich auf die Atmung aus und entspannt das Zwerchfell.
  • Halten Sie die Luft an und zählen Sie langsam bis 20. Atmen Sie dann entspannt weiter.
  • Atmen Sie einige Male in eine Papiertüte. Das erhöht den Kohlendioxidgehalt im Blut. Der Körper denkt dann, er befindet sich in einer Gefahrensituation und konzentriert sich auf die wichtigen Funktionen. Das Zwerchfell entspannt sich. Wenden Sie diese Methode nicht zu lange an. Ansonsten riskieren Sie eine Ohnmacht aufgrund des Sauerstoffmangels.
  • Ziehen Sie vorsichtige an Ihrer Zunge. Das reizt den sogenannten Vagus-Nerv, der vom Gehirn in den Bauch reicht. Auch diese Übung entspannt.
  • Legen Sie sich auf den Rücken, ziehen Sie die Knie an den Bauch und drücken Sie beide Hände neben den Körper in den Boden. Das entkrampft das Zwerchfell.
  • Erzeugen Sie andere Reize. Besonders bewährt: sich von jemandem erschrecken lassen.
  • Zählen Sie rückwärts von 100 herunter oder überlegen Sie sich, was Sie vorgestern zum Abendessen hatten.

Diese kleinen Tricks zeigen oft ihre Wirkung – bei einem mehr, bei anderen weniger. „Sie funktionieren alle nach demselben Prinzip: Wir lenken uns ab, die Atmung entspannt sich und das Zwerchfell beruhigt sich“, erläutert Sarah Broska. Ein Schluckauf, der nach wenigen Minuten wieder verschwindet, ist nicht weiter bedenklich. Erst wenn er länger als einen Tag anhält oder von Symptomen wie Übelkeit, Kopfschmerzen oder Schwindel begleitet ist, konsultieren Sie einen Arzt.

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Dr. phil. Isabel Schlote

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