Hüftgelenk-Endoprothese

Hüftgelenk-Endoprothese

Mit zunehmendem Alter kann sich die Struktur der Knochen und Gelenke verändern. Wenn das Hüftgelenk Schmerzen bereitet und die Bewegung deutlich einschränkt, kann ein Gelenkersatz Abhilfe schaffen.

Das Hüftgelenk ist das zweitgrößte Gelenk des Menschen und verbindet den Oberschenkelknochen mit dem Becken. Als Kugelgelenk ist es in alle Richtungen frei beweglich. Gleichzeitig lastet ein großer Teil des Körpergewichtes auf diesem Gelenk.

Altersbedingter Verschleiß, Erkrankungen wie Rheuma oder Brüche können die Bewegung einschränken. Mitunter begleiten starken Schmerzen diesen Prozess.

Schaffen Physiotherapie oder Medikamente keine dauerhafte Linderung, können unsere Orthopäden durch das Einsetzen (Implantation) eines künstlichen Hüftgelenkes dessen Funktion wiederherstellen. In der Medizin ist bei Implantaten, die Körperstrukturen wie Gelenke ersetzen und zumeist dauerhaft im Körper bleiben, allgemein von „Endoprothesen“ die Rede. Wird die gesamte Hüftstruktur ersetzt, heißt dies „Hüftgelenk-Total-Endoprothese“, kurz Hüft-TEP.

Ablauf Ihrer Behandlung

Steht bei Ihnen die Implantation eines künstlichen Hüftgelenks an, kommen Sie einige Tage vor dem Eingriff zunächst zur vorstationären Untersuchung in unser Klinikum. An diesem Tag erfolgen alle notwendigen Untersuchungen. Unsere orthopädischen Experten erklären Ihnen den Ablauf der Operation. Sie erhalten von uns ein spezielles Waschgel und eine Nasensalbe für die antiseptische Waschung für zu Hause. Damit reduzieren wir die Anzahl der Bakterien auf der Haut und senken das Risiko für Wundinfektionen nach der Operation.

Am Tag Ihrer Operation kommen Sie am Morgen ins Klinikum. Nach Ihrer stationären Aufnahme bringen wir Sie in Ihr Zimmer, wo Sie sich Ihre OP-Kleidung anziehen. Bereits auf Station erhalten Sie ein beruhigendes Medikament. In Ihrem Bett fahren wir Sie in den OP. Während des Eingriffs entfernt das orthopädische Operationsteam den beschädigte Knorpel und Knochen und ersetzt die fehlende Struktur durch künstliche Komponenten.

Nach der Implantation eines künstlichen Hüftgelenks bleiben Sie ungefähr sechs bis acht Tage bei uns. Direkt nach der Operation beginnen wir mit der Rehabilitation. Bei normalem Verlauf dürfen Sie bereits am Folgetag wieder aufstehen. Mit Hilfe unserer Physiotherapeuten lernen Sie in den nächsten Tagen mit Unterstützung von Gehhilfen zu laufen. Wir erklären Ihnen, worauf Sie bei Ihrem neuen Gelenk achten müssen.

Nach Ihrer Entlassung aus unserem Haus beginnt für Sie die Anschlussbehandlung in einer Reha-Einrichtung. Die Rehabilitation dauert ungefähr drei Wochen und kann ambulant oder stationär erfolgen.

Antworten auf häufige Fragen zum Hüftgelenkersatz

Aus Titan. Damit ist eine zementfreie Implantation in den allermeisten Fällen möglich.

In der Regel nicht. Zementierte Prothesen werden nur noch in Ausnahmefällen verwendet, wenn z.B. eine sehr schlechte Knochenqualität die zementfreie Verankerung nicht ermöglicht. 

Begonnen wird nach der Operation mit einer Belastung von 30kg. Dies steigert sich wöchentlich, so dass nach etwa vier Wochen wieder voll belastet werden kann. 

Zur Sicherheit ist dies für die ersten sechs Wochen angeraten. 

In der Regel ist dies nach Abschluss der Anschlussheilbehandlung wieder möglich.

Im Normalfall besteht nach der Operation kein Beinlängenunterschied. Präoperative Beinlängenunterschiede können ausgeglichen werden. Ausnahmen sind schwer zerstörte Gelenke, die postoperativ unter Umständen einen dezenten Sohlenausgleich erforderlich machen können.

Ja. Kontaktsportarten und Punktbelastungen sollten jedoch vermieden werden. 

Patienteninformation

Broschüre "Leben und aktiv bleiben mit einem künstlichen Hüftgelenk"
Broschüre "Leben und aktiv bleiben mit einem künstlichen Hüftgelenk" Alle wichtigen Informationen für Sie kompakt zusammengestellt.