Die beiden Zwillinge, bohnenförmig rechts und links im hinteren Bauchbereich gelegen, arbeiten ununterbrochen für uns. Fünfmal pro Stunde fließt unser gesamtes Blut durch die Nieren. Sind sie gesund reinigen sie unsere Blut, filtern Stoffwechselschlacken heraus, regulieren den Wasserhaushalt und den Blutdruck. Wir helfen Ihnen, damit dies so bleibt.

Setzt die Nierenfunktion im Laufe von Stunden oder Tagen aus, liegt ein akutes Nierenversagen vor. Die beiden Organe produzieren dann plötzlich keinen Harn mehr. Ein akutes Nierenversagen kündigt sich nicht nur durch eine nachlassende Urinproduktion an. Eher schwer zuordenbare Symptome wie körperliche Schwäche, Müdigkeit, Wassereinlagerungen in den Beinen oder der Lunge sowie Herzrhythmusstörungen können Vorboten eines drohenden Nierenversagens sein.

Um bleibende Einschränkung der Nierenleistung zu verhindern, ist eine schnelle und präzise Diagnose unser oberstes Ziel. Darauf abgestimmt leiten wir gezielte therapeutische Maßnahmen ein, indem wir einen bestehenden Flüssigkeitsmangel beheben oder den gestörten Urinabfluss behandeln. Eine medikamentöse Therapie unterstützt die Nieren dabei, ihre Arbeit wieder aufzunehmen. In der Zwischenzeit können wir bei Notwendigkeit den Körper durch eine Dialyse (Blutwäsche) entgiften.

Sind die Nieren dauerhaft nicht mehr in der Lage ihre Reinigungsfunktion zu erfüllen, spricht man von einer chronischen Niereninsuffizienz. Eine eingeschränkte Nierenfunktion wirkt sich nicht nur auf die Entgiftung des Körpers, sondern auf zahlreiche seiner anderen Funktionen aus. Die Ursachen für eine schleichende Schädigung der Nieren sind vielfältig, etwa Diabetes mellitus, Bluthochdruck, Rauchen, falsch eingenommene Medikamente oder wiederholte Nieren- und Nierenbeckenentzündungen.

Wir versorgen Sie mit dem an das Stadium Ihrer Erkrankung angepassten Therapien. Dazu wird das chronische Nierenversagen je nach Grad der Einschränkung in fünf Stadien eingeteilt (1 = leicht, 5 = schwer bzw. Dialysepflichtigkeit). Ziel ist es, eine weitere Verschlechterung der Nierenleistung zu verhindern. Frühe Stadien der chronischen Niereninsuffizienz lassen sich zumeist durch eine medikamentöse Therapie und einer Vermeidung bzw. Senkung individueller Risikofaktoren behandeln. Ist die Beeinträchtigung der Nierenleistung stärker ausgeprägt fokussiert die Therapie die Begleiterscheinungen wie Bluthochdruck, Überwässerung oder Störungen in der Blutbildung.

Sind die Nieren so weit geschädigt, dass sie den Körper nicht mehr eigenständig entgiften und entwässern können, wird eine so genannte Nierenersatztherapie notwendig. Dank unterschiedlicher Verfahren, etwa der Dialyse („Blutwäsche“) können wir aus dem Körper Giftstoffe, Salze und überschüssiges Wasser filtern. Bei einer kontinuierlich notwendigen Dialyse, erhalten sie einen dauerhaften Zugang, einen so genannten Dialyseshunt. Hierfür stimmen wir uns eng mit unseren gefäßchirurgischen Kollegen ab.

Ist eine Nierentransplantation vorgesehen, stehen wir Ihnen bei der Vorbereitung und Nachsorge nach der Transplantation zur Seite. Wir arbeiten eng mit dem Transplantationszentrun in unserer Region zusammen.