Optimistisch trotz Diagnose Prostatakrebs
Von der Vorsorge bis zur Nachsorge bestens versorgt

Optimistisch trotz Diagnose Prostatakrebs

Lutherstadt Eisleben

Diagnose Prostatakrebs… eine Schocknachricht für Patienten und Angehörige. Doch bei frühzeitiger Diagnostik kann die häufigste Krebsart bei Männern gut behandelt werden. Wie die Erkrankung das Leben von Hans E. verändert hat und warum die urologische Vorsorgeuntersuchung so wichtig ist, erzählt er uns in seiner Geschichte.

Die Ursachen für Prostataerkrankungen sind vielfältig: Neben dem Alter, Hormonen oder erblichen Faktoren können auch eine ungesunde Ernährungsweise, Rauchen oder Alkoholkonsum dazu beitragen, dass sich die Prostata vergrößert. Um diese Veränderungen zu erkennen, zu beobachten und einschätzen zu können, ist eine regelmäßige urologische Vorsorgeuntersuchung von großer Bedeutung: „Meine Freunde und Bekannte haben an mir das beste Beispiel gefunden, dass die Vorsorge enorm wichtig ist. Ich hatte keine Beschwerden, Einschränkungen oder Schmerzen – ohne die Vorsorgeuntersuchung hätte ich nicht von meiner Krebserkrankung erfahren“, berichtet Hans E.

„Beruflich war ich vor der Diagnose viel unterwegs und hatte für meine Familie und mich eigentlich nur am Wochenende Zeit. Termine beim Arzt waren da ohnehin schwer unterzukriegen. Die Vorsorge habe ich aber immer ernstgenommen und das hat sich schließlich auch ausgezahlt. Bei meinen Bekannten musste ich mit einigen Vorurteilen aufräumen. Spätestens nachdem klar war, dass ich Krebs habe, waren sie überzeugt, sich auch durchchecken zu lassen.“

Ein erhöhter PSA-Wert kann unterschiedliche Ursachen haben: Neben einer Entzündung oder auch einer gutartigen Prostatavergrößerung kann der Wert ein Hinweis auf Prostatakrebs sein. Abschließend klären lässt sich diese Diagnose per Fusionsbiopsie, die wir auch im Fall von Herrn E. durchgeführt haben.

Peter Herzog, Oberarzt für Urologie an der Helios Klinik Lutherstadt Eisleben

Hans E. ist Anfang 60, steht mitten im Berufsleben, als sein behandelnder Urologe die vergrößerte Vorsteherdrüse zunächst mit Hilfe des sogenannten Prostata-spezifischen Antigens (PSA) näher untersuchen möchte. „Neben einer Entzündung oder einer gutartigen Prostatavergrößerung kann der PSA-Wert auch einen Hinweis auf Prostatakrebs geben. Die Fusionsbiopsie wird anschließend zur Diagnostik beim Verdacht auf Prostatakrebs eingesetzt - so auch bei Hans E.“, erklärt Peter Herzog, Oberarzt an der Helios Klinik Lutherstadt Eisleben.

Fusionsbiopsie in der Helios Klinik Lutherstadt Eisleben
So verläuft eine Fusionsbiopsie | Foto: Helios

Bei der Fusionsbiopsie werden zwei Bildgebungsverfahren zur genaueren Gewebeprobenentnahme kombiniert: Das „Fusionieren“ von Kernspintomographie (MRT) und Ultraschall macht die Diagnose von Prostatakrebs präziser. Da verändertes Gewebe im MRT zum Teil besser zu erkennen ist, kann genauer bioptiert werden: Im Vergleich zur konventionellen Tumorbiopsie, die nur per Ultraschall durchgeführt wird, können mehr relevante Tumore nachgewiesen werden. An der Helios Klinik Lutherstadt Eisleben wird die Fusionsbiopsie seit Februar 2018 eingesetzt und hat sich als sicheres, komplikationsarmes und sehr präzises Diagnostikverfahren von Neubildungen der Prostata etabliert.

„Ich musste mich um nichts kümmern, alle Termine wurden von meinem behandelnden Urologen gemacht: MRT, Fusionsbiopsie, Operation… Neben der psychischen Belastung, mich darauf einzustellen, ab sofort ein Krebspatient zu sein, musste ich zum Glück nicht auch noch Termine organisieren.“

Die Behandlung ist sehr gut verlaufen. Hans E. hat sich nach dem operativen Eingriff und während der anschließenden Reha sehr schnell erholt.

Martin Sluka, Assistenzarzt für Urologie

Auf die Nachfrage, wie Hans E. sich knapp ein Jahr nach der Diagnose fühlt, antwortet er optimistisch und gut gelaunt: „Mein Urologe hat mir eine Prognose von 20 und mehr Jahren gegeben, wer weiß, ob ich auch ohne den Krebs überhaupt so weit gekommen wäre! Ich bin den Ärzten dankbar für die gute Behandlung und die ausgezeichnete Betreuung! Selbst unter den Corona-Bedingungen habe ich mich immer gut aufgehoben gefühlt.“

Den etwas verfrühten Ruhestand genießt der 65-Jährige nun mit seiner Frau und seiner Familie: „Jetzt habe ich endlich Zeit für mich und meine Lieben und widme mich den schönen Dingen im Leben. Die positiven Gedanken haben den guten Verlauf sehr beeinflusst. Eine Schwester meinte nach der OP zu mir: Wenn der Patient nicht mitmacht, hilft die beste Behandlung nicht! Auch wenn die Diagnose ein Schock war… dank der Vorsorgeuntersuchung konnte ich schnell und gut behandelt werden.“

Im Gespräch mit Oberarzt Herzog und Assistenzarzt Sluka
Hans E. im Gespräch mit Oberarzt Herzog und Assistenzarzt Sluka | Foto: Helios

Auch Oberarzt Peter Herzog appelliert an regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen: „Eine Krebserkrankung der Prostata kann vor allem im Anfangsstadium gut behandelt werden. Gerade bei einer auf das Organ begrenzte Erkrankung ist eine Heilung möglich – in weit fortgeschrittenen Stadien leider oft nur noch eine Eindämmung. Von entscheidender Bedeutung ist daher ein möglichst genaues und zeitgerechtes Erkennen dieser Erkrankung in gut behandelbaren Stadien.“