Geriatrisches Assessment – der TÜV für den älteren Menschen

Geriatrisches Assessment – der TÜV für den älteren Menschen

Die Menschen werden immer älter und sie möchten dies bei einer guten Lebensqualität. Das geriatrische Assessment zeigt mögliche Defizite aber auch vorhandene Ressourcen und Fähigkeiten auf.

So kann es durch frühzeitige Diagnose und daraufhin gezielte Förderung gelingen, den Alltag besser zu bewältigen, Folgeschäden zu mindern, die Gefahr von Komplikationen einzugrenzen sowie einer möglichen Chronifizierung zu begegnen.

Das frühe Eingreifen in krankhafte Prozesse des Alterns bezieht sich nicht nur auf den medizinischen Bereich, sondern auch auf psychosoziale und funktionale Veränderungen. So werden durch das geriatrische Assessment neben der körperlichen Mobilität und Sturzgefährdung weitere Bereiche wie Alltagsaktivität, Selbsthilfefähigkeit, kognitive Fähigkeiten und emotionales Wohlbefinden beurteilt. Aber auch Sozialstatus und Unterstützungsbedarf - beispielsweise durch erforderliche Hilfsmittel oder eine Pflegestufe - sind Bestandteil des diagnostischen Prozesses.

Wichtig dabei ist das Geriatrische Team. Mit der Fachkompetenz verschiedener Berufsgruppen wird die spezifische geriatrische Diagnostik, Therapie und Rehabilitation durchgeführt (geriatrisches Assessment). Wöchentliche Teamkonferenzen führen die Erkenntnisse der Berufsgruppen zusammen. Das Behandlungsziel wird unter Beachtung der Lebensplanung des Patienten und seiner Angehörigen formuliert und die nächsten Schritte werden festgelegt.

Das Geriatrische Team

Der ärztliche Dienst übernimmt neben den traditionellen Aufgaben der medizinischen Diagnostik und Therapie die Koordination des geriatrischen Assessments, die Leitung des therapeutischen Teams sowie den gesamten Rehabilitationsprozess. Unsere Ärzte suchen gezielt Kontakt mit den Hausärzten der Patienten, um mögliche Ressourcen zu entdecken und eine kontinuierliche rehabilitative Behandlung auch nach der Entlassung zu ermöglichen.

Zum geriatrischen Team gehören Pflegekräfte, die den Patienten komplex versorgen und ihn durch Anleitung und Hilfestellung bei den Alltagsverrichtungen mit dem Ziel der Selbständigkeit unterstützen. Die Ergotherapeuten führen Selbsthilfe- und Haushaltstraining, Hilfsmittelanpassung zur Kompensation von Behinderungen, Sensibilitäts- und Wahrnehmungstraining durch.

In der physikalischen Therapie können durch Massagen, Strom- und Wasseranwendungen, Wärme- und Kältetherapie oder Lymphdrainagen Schmerzen gelindert und die Beweglichkeit gefördert werden. Der Schwerpunkt der Krankengymnastik liegt im Training der Mobilität.

Aufgabe der Logopäden ist es, Störungen der Sprache (Sprachproduktion, -verständnis, Lesen und Schreiben), des Redeflusses, der Aussprache, der mimischen Muskulatur, der Stimme und des Schluckens zu diagnostizieren und zu behandeln.

Die neuropsychologische Diagnostik und Therapie widmet sich den Störungen von Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Denken und Stimmung. Ein kognitives Training wird computergestützt durchgeführt.

Der Problematik älterer Menschen entsprechend, ist ein umfangreicher Einsatz des Sozialdienstes erforderlich. Die Vermittlung gesetzlich vorgesehener Hilfen, einschließlich der Pflegeeinstufung, und die Organisation des Kontaktes zu ambulanten Pflegediensten, Sozialstationen und zu den Angehörigen gehören dazu.

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