Allgemein- und Viszeralchirurgie

Hernien

Hernien

Hernien sind Brüche an der Leisten, der Bauchwand oder des Nabels.

Die Bauchdecke besteht aus mehreren Schichten von Muskulatur und straffem Bindegewebe, außen bedeckt von der Haut, innen bedeckt vom Bauchfell. Die Muskeln sind beteiligt am Atmen und Husten, am Bücken und Strecken, und sie geben den Baucheingeweiden Halt und Stütze.

Es gibt aber einige Schwachstellen in der Bauchdecke, an denen Muskeln und Bindegewebe über Jahre hinweg allmählich auseinanderweichen können. Dann kommt es zu einem „Durchbruch“ des Bauchfells und der Eingeweide durch die Bauchdecke bis unter die Bauchhaut.

Solche Schwachstellen der Bauchdecke sind vor allem die Leisten (an denen bei Männern der Samenstrang und bei Frauen ein Aufhängeband der Gebärmutter die Bauchdecke durchdringen) und der Nabel (der beim ungeborenen Kind die Nabelschnur durchtreten lässt). Aber auch am Austritt der Beinschlagadern aus dem Bauchraum oder an Narben nach Bauchoperationen können Brüche entstehen.

Die meisten Brüche sind harmlos und werden während ihrer Entstehung oft jahrelang gar nicht bemerkt. Aber sie können zum Problem werden:

  • Brüche werden nach und nach größer, so dass sie die Körperkontur verändern und irgendwann nicht mehr in die Kleidung passen.
  • Eingeweide, die sich aus der Bauchhöhle heraus in den Bruchsack gedrängt haben, können stranguliert werden, so dass sie nicht mehr durchblutet sind und absterben (Brucheinklemmung).

Die Brucheinklemmung ist ein dramatisches Ereignis, das schwere Schmerzen bereitet und den Kranken schnellstmöglich zum Arzt treibt.

Bei allen anderen Brüchen muss man abwägen. Eine spontane Heilung oder Rückbildung ist nicht möglich, Bruchbänder und Bandagen vergrößern manchmal sogar die Gefahr einer Brucheinklemmung. Wenn ein Bruch Beschwerden bereitet oder größer wird, gibt es keine gute Alternative zur Operation.

Je nach Größe und Lage des Bruchs kann minimalinvasiv, in der „Knopflochtechnik“,  oder offen operiert werden. Meistens wird dabei ein Kunststoff-Netz zwischen Muskulatur und Bindegewebe eingelegt, damit der Verschluss der Bruchlücke stabil und belastbar wird. Nach Netzeinlage muss man sich in der Regel nicht lange schonen. Sobald die Operationswunden verheilt sind, kann man wieder allen gewohnten Tätigkeiten nachgehen.

Jede Operation birgt ein Risiko. Deshalb ist es wichtig, dieses Risiko gegen die Risiken der Erkrankung abzuwägen und sich vor einer Entscheidung gut zu informieren. Wenn Sie einen Leistenbruch oder einen anderen Bauchwandbruch haben und sich operieren lassen möchten, oder im Zweifel über die richtige Behandlung und den richtigen Zeitpunkt sind, kommen Sie in unsere Indikationssprechstunde und lassen Sie sich unverbindlich beraten.