Verletzungen der Schulter und des Oberarmes

Verletzungen der Schulter oder des Oberarmes sind oft Folge von Unfällen und Stürzen. Besonders ältere Menschen sind gefährdet, aber auch Jüngere sind mitunter betroffen.

Schulter- und Oberarmverletzungen als Folge von Stürzen

Brüche des Oberarmes im Bereich des Schultergelenkes (Oberarmkopf) treten vor allem bei älteren Menschen nach Stürzen auf. Aber auch Jüngere sind mitunter betroffen. Ziel der Behandlung ist es, möglichst die Gebrauchsfähigkeit des Schultergelenkes so wiederherzustellen, dass der Patient seinen Alltag selbständig meistern kann. Bei Berufstätigen ist die Wiederaufnahme der Arbeit Ziel der Behandlung. Knochenbrüche in diesem Bereich gehören zu den schwierigsten Problemen der Unfallchirurgie - eine Standardmethode existiert nicht. Eine Standard-Methode der Behandlung existiert nicht. Vielmehr analysieren wir möglichst exakt die Art und Form des Bruches, in der Regel mit computergestützten Zusatzuntersuchungen. Dann empfehlen wir die im individuellen Fall nach unserer Ansicht erfolgversprechendste Behandlungsmethode.

  • konservative Behandlung, d.h. ohne Operation:
    Hierbei wird in einem abgestuften Behandlungsschema über mehrere Wochen die natürliche Schienung des Bruches durch die umgebenden Muskeln genutzt.
  • operative Behandlung mit Fixierung der Bruchstücke durch Metall-Implantate:
    Hier kommen Nägel und sog. winkelstabile Platten zur Anwendung.
  • Implantation von künstlichen Gelenken (Endoprothese):
    Dies findet bei besonders schweren, nicht zu „reparierenden“ Brüchen Anwendung

Brüche des Schaftes des Oberarmknochens werden in der Regel operativ versorgt. In den meisten Fällen erfolgt dies mit einem in den Knochen eingesetzten Nagel, der entweder vom Schultergelenk oder vom Ellenbogengelenk her über kleine Hautschnitte eingebracht wird. In nahezu allen Fällen kann der Arm unmittelbar nach der Operation bewegt werden. Ein Gipsverband ist fast nie erforderlich.

Frakturen des Oberarmknochens nahe am Ellenbogengelenk müssen bei Erwachsenen immer operativ versorgt werden. Hier werden moderne, speziell an die Form des Knochens angepasste Titan-Implantate verwendet, die in der Regel nach der Operation eine sofortige freie Beweglichkeit des Ellenbogengelenkes ermöglichen.

Ausrenkungen des Schultergelenkes bedürfen ebenfalls einer individuellen Behandlungsplanung. Zusätzliche Verletzungen von Muskeln, Sehnen oder Bändern müssen in der Regel durch MRT-Untersuchungen ausgeschlossen bzw. gefunden werden. Patienten bis zum ca. 35. Lebensjahr empfehlen wir eine zeitnahe Operation; älteren Patienten eher eine konservative Behandlung, es sei denn, Zusatzverletzungen erfordern zwingend eine operative Versorgung. Bei Verletzungen des Gelenkes zwischen Schlüsselbein und Schulterblatt

(Schulter-Eck-Gelenk) richtet sich der Behandlungsvorschlag nach der Schwere der Verletzung. Kapselzerrungen können ohne Operation erfolgreich behandelt werden; das Schultergelenk wird für einen überschaubaren Zeitraum lediglich ruhiggestellt.

Höhergradige Verletzungen, insbesondere bei jüngeren und sportlich aktiven Patienten sowie bei Berufstätigen mit Über-Kopf-Tätigkeiten, sollten operiert werden.

Hier kommen moderne Verfahren in minimal-invasiver Technik (Arthroskopie) zur Anwendung, wobei ein spezielles Fadensystem eingesetzt und somit die Heilung der zerissenen Bänder ermöglicht wird (sog. AC-TightRope bzw. Dog-Bone-Button)

Auch für seltenere Verletzungen im Bereich der Schulter und des Oberarmes, die hier aus Gründen der Übersichtlichkeit nicht im Einzelnen dargestellt werden können, stehen entsprechende Behandlungsverfahren zur Verfügung. Hinsichtlich der Sehnenverletzungen am Schultergelenk informieren Sie sich bitte im folgenden Teil der orthopädischen Behandlungsmöglichkeiten.: Verschleißerkrankungen und chronische Unfallfolgen.