Aus dem Kochtopf ans Krankenbett

Aus dem Kochtopf ans Krankenbett

Silvio Horn ist gelernter Koch, studierter Betriebswirtschaftler und engagierter Teamleiter. Als Betriebsleiter des Caterings im Herzzentrum Leipzig und Helios Park-Klinikum organisiert er gemeinsam mit seinen Abteilungsleitern und ihren Teams die gastronomische Versorgung der Patienten und Patientinnen des Hauses. Eine Herausforderung – nicht nur in Zeiten der Pandemie.

„Ich bin der Betriebsleiter des Caterings und zuständig für alles, was irgendwie mit Versorgung zu tun hat. Das fängt in der Küche mit dem Kochen an, geht über das Abfüllen und die Ausgabe auf Station bis zur Spüle zurück“, erzählt Silvio Horn. Außerdem sei er gemeinsam mit den jeweiligen Abteilungsleitern für alle Kioske und Cafeterien im Haus verantwortlich.

Vorher habe ich auch mal 500 Essen gekocht. Aber hier waren es dann 1.500. Von daher war es schon eine Herausforderung.

Silvio Horn, Betriebsleiter Catering am Herzzentrum und Helios Park-Klinikum Leipzig

Der gelernte Koch arbeitete viele Jahre in einem Hotel als Alleinkoch: „Dort hatte ich den ersten Kontakt mit Bestellung, Kalkulation und Ähnlichem. Parallel habe ich 1989 bis 1992 ein Fernstudium der Betriebswirtschaft gemacht.“ Bevor Horn 2003 zunächst als Küchenleiter ins Herzzentrum kommt, arbeitete er in einem großen Cateringunternehmen. „Dort habe ich die Vorzüge des Caterings gefunden. Geregelte Arbeitszeiten zum Beispiel – das ist als Koch nicht selbstverständlich.“ Außerdem habe er Erfahrung darin gesammelt, sehr viele Essen zuzubereiten. „Mich hat die Stelle als Küchenleiter interessiert, weil ein Krankenhaus eine andere Größenordnung ist. Vorher habe ich auch mal 500 Essen gekocht. Aber hier waren es dann 1.500. Von daher war es schon eine Herausforderung“, erinnert er sich zurück. „Mir gefällt es hier und es macht Spaß.“

Der Beginn der Corona-Pandemie Anfang vergangenen Jahres, verändert die Arbeit im Catering grundsätzlich: „Unser Team mit all seinen Abläufen musste komplett auf den Kopf gestellt werden. Wir mussten permanent alles überprüfen und uns anpassen, manchmal extrem kurzfristig. Im ersten Lockdown fast täglich. Neue Stationen, Profilanpassungen, Organisation und vor allem das Aufklären der Mitarbeitenden.“ Eine offene, transparente Kommunikation schafft in diesen besonderen Zeiten Verständnis für die erforderlichen Maßnahmen – das weiß auch Horn. Es sei besonders wichtig gewesen, die Leute wirklich abzuholen und offenzulegen, warum was passiere. „Niemand war vorher schon einmal in so einer Situation. Aber es haben alle mitgemacht.“ Der gelernte Koch erzählt stolz, wie geduldig das Team mitgewirkt habe:

Wir haben richtig was auf die Beine gestellt. An dieser Stelle möchte ich mein großes Lob aussprechen, wie klasse die Leute das alles machen.

Außerdem gibt er anerkennend zu: „Manche Ideen, von denen ich erst nicht überzeugt war, sind super angekommen. Da muss man sich auch zurücknehmen können.“ Die Mitarbeitenden der Gesundheitsbranche nehmen die Auswirkungen des Virus unmittelbar wahr. Silvio Horn findet:

Wenn man die Bilder und die Zahlen hier im Krankenhaus mal gesehen hat, kann ich niemanden verstehen, der sagt, Corona wäre Lug und Trug.

Doch so herausfordernd das vergangene Jahr für viele war, so wertvoll sind auch die Lektionen. Horn reflektiert, dass er sich insgesamt viel mehr hinterfrage – dienstlich wie auch privat. „Ich finde auch die Lösungsorientierung beeindruckend, die sich entwickelt hat. Gibt es ein Problem, wird es sofort gelöst und umgesetzt.“ Mit Blick auf die Zukunft sagt er zuversichtlich:

Das Impfen ist eine große Hoffnung für mich. Ich werde mich auf jeden Fall impfen lassen.