„Gute Seele und Organisationsguru“

„Gute Seele und Organisationsguru“

Im September 2019 eröffnete im Herzen Leipzigs unsere Berufsfachschule. 153 Auszubildende werden hier vom zehnköpfigen Lehrteam zu Gesundheits- und Krankenpfleger*innen ausgebildet. Ein ganz schön bunter Haufen, der viel Struktur und Rückhalt bedarf. Karina Lehmann ist seit Beginn an dabei und kümmert sich um die Schulorganisation. Aber: Was heißt das eigentlich?

Team medizinische Berufsfachschule Helios Leipzig

„Ich unterstütze zum einen die Schulleitung, also Herrn Ott-Loffhagen und Frau Pippel. Zum anderen kümmere ich mich um alle Belange, die ringsherum von Bedeutung sind. Alles, was mit Prüfungen zu tun hat, geht zum Beispiel über meinen Schreibtisch. Gerade in Zeiten von Corona, ist es wichtig, dass trotzdem jemand vor Ort ist, damit alles an einem Punkt zusammenläuft. Und das bin ich.“

Karina Lehmann ist Ansprechpartnerin in so ziemlich allen Belangen, die mit der Berufsfachschule zusammenhängen. Doch wenn sie über ihre Arbeit spricht, klingt sie gelassen. Auf die Frage, wie sie in einem Jahr wie diesem so motiviert und fröhlich bleibt, antwortet sie:

„Da habe ich noch nie drüber nachgedacht. Das ist einfach da.“

Was aus Lehmanns Mund ganz leicht klingt, sind 27 Jahre Berufserfahrung, eine enge Zusammenarbeit im Team und viel Flexibilität. Seit vielen Wochen waren die Klassen abwechselnd aufgeteilt in Präsenz- und Onlineunterricht bis sie vor Kurzem komplett in den virtuellen Klassenraum wechselten. Auch Karina Lehmanns Arbeitsalltag hat sich dadurch verändert: „Ich bin insgesamt mehr am Telefon. Es kommen natürlich viele Fragen von den Schüler*innen. Normalerweise würden sie in mein Büro kommen und nun rufen sie eben an oder schicken eine Mail.“

Dass der Übergang von der Präsenz in die digitale Welt so unbeschwert lief, schreibt Lehmann nicht zuletzt der guten Führung zu. „Ich fand es sehr günstig, dass Helios so zeitig Konsequenzen gezogen und aufgerüstet hat. Vor allem mit den virtuellen Klassenzimmern – es können sogar online Arbeiten geschrieben werden. Da wurde das Geld ganz schnell zur Verfügung gestellt, das ist nicht selbstverständlich. Herr Ott-Loffhagen hat den Wechselunterricht schon beschlossen, bevor da was vom Schulamt kam. Ich denke, das war ein ganz schöner Kraftakt und es ist wirklich gelungen.“

Für das vertraute Teamgefühl spielen auch die Lehrkräfte eine bedeutende Rolle. „Wir haben einen sehr freundlichen Umgang miteinander und machen auch mal Spaß. Das Team ist auch ein ganzes Stück jünger als ich es von früher gewohnt bin. Das war erstmal eine Herausforderung für mich, da ich IT-technisch noch einiges lernen musste und muss. Aber ich habe den Eindruck, hier meinen Platz zu haben. Das verdanke ich auch Frau Pippel, die mich tatkräftig unterstützt.“ Fragt man im Kollegium nach Karina Lehmann wird dieser Eindruck mehr als bestätigt.

Ach ja, unsere Frau Lehmann, die gute Seele – und Organisationsguru für die Schülerbelange. Wenn sie Formulare brauchen, Akten, Anschreiben, Fehlzeitenerfassung und so weiter. Wenn wir das als Lehrkräfte auch noch machen müssten, ich glaube, wir würden durchdrehen. Sie bringt super viel Erfahrung mit und ist fit in dem, was sie tut

schwärmen Kolleg*innen über sie.

Eine gute Seele – das ist Lehmann auch im Privaten. Die Wochenenden verbringt sie am liebsten mit ihren Patenkindern aus Eritrea. Gemeinsam mit der 20-jährigen Hewan hat sie vor Kurzem den Tanz für die „Jerusalem Challenge“ geprobt. „Ich habe viele Jahre getanzt, für mich war das nicht so problematisch. Aber sie wollte es unbedingt richtig schön machen“, erzählt sie lachend. Um dieses Jahr bei Kräften und guter Laune zu bleiben, geht Lehmann mit ihrem Mann regelmäßig joggen. „Damit kommen wir ganz gut durch die Zeit.“

Für die Zukunft wünscht sich die 54-jährige einen Standort auf dem Campus. „Das wäre für die Schüler*innen auch toll. Da könnte man die einen oder andere Ärzt*innen sicher auch anders mit ins Unterrichtsgeschehen einbinden."