Vom Bufdi zum Azubi – Ein Berufseinstieg mit Vorsprung

Vom Bufdi zum Azubi – Ein Berufseinstieg mit Vorsprung

Edward Tröbner ist angehender Gesundheits- und Krankenpfleger im dritten Lehrjahr im Helios Park-Klinikum Leipzig. Zuvor absolvierte er ein Jahr lang seinen Bundesfreiwilligendienst in der Psychiatrie. Diese Zeit hat seine Berufsentscheidung grundlegend gefestigt und ihm die Basis eines fließenden Übergangs in die Ausbildung ermöglicht.

Nach seinem Abitur probiert Edward sich vorerst in verschiedenen Branchen aus. Er macht einige Praktika und bekommt Einblick in verschiedene Berufsbilder. Als seine Großmutter pflegebedürftig wird, kümmern er und sein Bruder sich viel um sie. „Und dann habe ich die Ausschreibung zum Bundesfreiwilligendienst gesehen und gedacht, das könnte ich ja mal ausprobieren“, erinnert sich Edward. Das folgende Jahr verbringt er als helfende Hand in der Psychiatrie. Über die Anfangszeit berichtet Edward:

Der Einstieg ist echt erstmal schwer. Aber nach ein paar Wochen habe ich mich schon sehr fest verankert gefühlt im Team. Ich hatte wirklich Spaß beim Arbeiten. Es war ein tolles Team und viel gegenseitige Wertschätzung.

Edward Tröbner, angehender Gesundheits- und Krankenpfleger

Der heutige Auszubildende könne sich vorstellen, eines Tages wieder im psychiatrischen Bereich zu arbeiten. Er habe auch schon einen geheimen Favoriten. „Meine kleine Lieblingsstation ist die Erwachsenenpsychiatrie, die Station 6. Dort hat man einfach sehr, sehr engen Kontakt. Man wird stark in das Therapieprogramm eingebunden.“ In der Ausbildung durchlaufen Edward und seine Klassenkameraden und Klassenkameradinnen in den drei Lehrjahren alle medizinischen Fachbereiche. „Dazu rotieren wir durch die verschiedenen Stationen. Bereiche wie Ambulanz, Gynäkologie oder Neurologie, die wir hier im Haus nicht vertreten, werden über den Arbeiter-Samariter-Bund, das St.-Elisabeth-Krankenhaus oder das Stadtkrankenhaus Altscherbitz erbracht.“ Den Unterschied zwischen Psychiatrie und Somatik empfinde der Auszubildende als sehr groß. Ab Februar arbeitet Edward wieder auf der ITS, also in der Intensivpflege. Der Übergang sei ihm gut gelungen und er habe Gefallen an den aufwendigen Abläufen der Somatik gefunden:

Mich reizt die gesamte Behandlungspflege – die Abläufe, das Technische. Natürlich nehmen wir auch hier eine psychische Pflege vor. Aber es ist ein Unterschied wie Tag und Nacht, was ich an medizintechnischem Wissen auf der ITS umsetzen muss. Ich finde das sehr, sehr interessant. Man hat auch ein ganzes Stückchen mehr Verantwortung.

Edward Tröbner, angehender Gesundheits- und Krankenpfleger

Verantwortung zu übernehmen sieht Edward als echten Mehrwert an. Auf die Frage nach einem Highlight seiner Ausbildung antwortet er: „Für mich war es der Punkt als ich wirklich anfangen konnte, eine eigene Patientengruppe zu übernehmen.

Verantwortung übernehmen und seins zu machen – so schön es ist, Kolleginnen und Kollegen zu unterstützen – ist einfach toll. Das ist der Punkt, ab dem man richtig angekommen ist und es losgehen kann.

Edward Tröbner, angehender Gesundheits- und Krankenpfleger

Auch für die angehenden Pflegekräfte bringt die Pandemie viele Einschränkungen mit sich. So sei die Rotation in externe Häuser derzeit beispielsweise nicht möglich. Auch die veränderten Arbeitsbedingungen durch das Besuchsverbot oder das Tragen des Mund-Nasen-Schutzes fordere die Auszubildenden heraus. Edward beschreibt die Umsetzung der Maßnahmen als zeit- und nervenraubend. „Die Mimik, die man besonders bei älteren Patientinnen und Patienten manchmal braucht, fällt weg. Es ist schon ein Unterschied, wenn man jemanden einfach mal anlächeln kann. Und natürlich ist es allgemein einfach eine Stresssituation. Man hat Angst davor, sich hier anzustecken oder es schlimmstenfalls von außen reinzutragen.“ Trotzdem werde viel Rückhalt an die Mitarbeitenden vermittelt. „Ich finde die Transparenz in der Kommunikation hier wirklich sehr stark. Ich fühle mich auch als Azubi gut informiert und aufgefangen – das gibt wirklich viel Sicherheit. Das ist mir wichtig und ich hoffe, dass es weiterhin so beibehalten wird.“ Wenn es doch einmal zu viel wird, können sich Mitarbeitende, Patienten und deren Angehörige bei der Seelsorge im Haus Unterstützung suchen – nicht nur zu Corona-Zeiten. Für Edward Tröbner ist das Wissen um diese Möglichkeit sehr stärkend:

Die Seelsorge ist jederzeit für uns erreichbar. Das gibt das Gefühl, dass wirklich jemand da ist, wenn‘s mal eng wird.

Edward Tröbner, angehender Gesundheits- und Krankenpfleger