„Ich habe keine Angst, denn ich vertraue auf unsere Arbeitsweise“

„Ich habe keine Angst, denn ich vertraue auf unsere Arbeitsweise“

Der Schutz vor dem Corona-Virus hat im Helios Park-Klinikum und Herzzentrum Leipzig höchste Priorität – sowohl im Sinne der Patientinnen und Patienten als auch der Mitarbeitenden. Die konsequente Testung ist eine der bedeutenden Maßnahmen zur Eindämmung der Infektionen. Im sogenannten Abstrichzelt testen Sabrina E. und Christian B. seit April letzten Jahres täglich etwa 150 Patienten:innen und Besucher:innen auf Covid-19.

Ich frage die Menschen immer, ob sie schon mal getestet wurden. Wenn nicht, erkläre ich ihnen, dass wir erst in den Mund und dann in die Nase gehen

, erzählt Christian B. über die Arbeit im Abstrichzelt

Viele Menschen kommen mit Unbehagen zum Test, darum ist eine behutsame Arbeitsweise entscheidend. „Ich bereite sie darauf vor, dass es in der Nase krabbeln wird oder unangenehm sein kann, aber nicht schmerzt. Und dann sind viele schon beruhigt.“ Seit April 2020 führen er und seine Kollegin Sabrina E. täglich etliche Abstriche durch. Diese werden entweder im Schnelltest-Verfahren ausgewertet oder als PCR-Test ins Labor gegeben.

Sicherheit für alle – sie machen es möglich

Die medizinische Fachangestellte und der Altenpfleger arbeiten eigentlich in der Tagesklinik, wo sie vorrangig für die Patientenaufnahme, Blutentnahmen oder EKGs verantwortlich sind. Als sie im vergangenen Frühjahr gebeten werden, im Testzentrum auszuhelfen, ist noch niemandem bewusst, dass die beiden über Monate in der Tätigkeit bleiben werden. „Es fing mit dem Mitarbeiterzelt an: Täglich ab Mittag. Irgendwann war es dauerhaft auf. Die Abstriche der Patientinnen und Patienten wurden damals noch von den Pflegekräften abgedeckt – das war ein Heidenaufwand“, erinnert sich Christian B., „im Oktober wurde es dann zentralisiert.“ Im April 2021 testen die beiden täglich etwa 150 Patient:innen und Besucher:innen des Herzzentrums und 180 Mitarbeitende beider Leipziger Häuser.

Wie aus Unsicherheit Vertrauen wächst

Abstrichzelt Leipzig Helios Park Klinikum

Das Virus ist damals neu, der Kenntnisstand noch gering – an die anfängliche Angst erinnern sich die Beiden genau. Doch die fortschreitende Forschung und die einkehrende Routine gibt ihnen Sicherheit. „Es gibt schwerwiegende Verläufe, keine Frage. Aber wir nehmen es inzwischen mit mehr Leichtigkeit. Wenn wir uns bei jedem Abstrich Gedanken machen müssten 'Ist der jetzt positiv oder nicht?', kämen wir hier nicht zurecht“, fasst Christian B. die Entwicklung zusammen, „ich mache mir keinen Kopf mehr, wenn ich ein positives Testergebnis habe. Ich weiß, dass ich gründlich und hygienisch arbeite – und darauf vertraue ich.“ Hygienisch, das bedeutet im Abstrichzelt das Tragen eines Schutzkittels, einer Haube und FFP2-Maske, darüber ein Visier und zwei Paar Handschuhe – eines, das nach jedem Abstrich gewechselt wird und eines, das nach jedem vierten bis fünften Mal gewechselt wird. Hinzu kommt das akribische Desinfizieren.

Leichtigkeit in Krisenzeiten

Tesm vom Abstrichzelt Leipzig Park Klinikum

Die wechselnden Launen der Getesteten nehmen Sabrina E. und ihr Kollege inzwischen mit Humor: „Es gibt sehr stressige Tage, an denen die Schlange am Abstrichzelt bis draußen steht. Da kommen wir nicht immer hinterher. Aber was soll‘s? Wieso alles so ernstnehmen?“, sagt die medizinische Fachangestellte.

Besucherinnen und Besucher der Kinderstationen, die teilweise drei bis vier Wochen lang jeden Tag zum Test erscheinen, bekommen einen kleinen Einblick in die Abstricharbeit. „Da entsteht schon eine gewisse Vertrautheit, zu Ostern gab es sogar eine Kleinigkeit für uns. Die sind wirklich erstaunt, was wir hier leisten“, erzählt Christian B. zufrieden. Denn es gehört mehr dazu als Stäbchen in Rachen- und Nasenraum einzuführen: „Diagnosen, Leistungen, Journaleinträge. Die komplette Abrechnung – bei jedem Abstrich“, erklärt Sabrina E.

So vertraut die Arbeit ihnen inzwischen ist, so sehr freuen die beiden sich darauf, so bald wie möglich wieder an ihren gewohnten Arbeitsplatz zu dürfen. Das liebgewonnene Umfeld, aber auch der wohlverdiente Urlaub glänzen am Horizont. Doch vor allem eines: „Dass es mal ein Ende hat.“