Thoraxchirurg Radim Duřpekt kam auf Empfehlung seiner Freunde nach Deutschland
Arzt im Portrait

Thoraxchirurg Radim Duřpekt kam auf Empfehlung seiner Freunde nach Deutschland

Leipzig

Dramatische Zeiten, wie man sie im Augenblick wegen des Coronavirus erlebt, haben nicht nur negative Seiten. Wie aktuell zu erleben, wächst in ihnen auch die Solidarität der Menschen untereinander. Erfreulich ist auch, dass sich der Blick der Öffentlichkeit verstärkt auf Bereiche lenkt, die trotz aller Relevanz sonst weniger Beachtung finden. Medizinisches Personal gehört dazu, aber auch die Tatsache, dass viele der in Deutschland tätigen Mediziner oder Pflegekräfte aus dem Ausland kommen. Einer von ihnen ist MUDr. Radim Duřpekt, Leitender Oberarzt der Thoraxchirurgie am Helios Park-Klinikum Leipzig.

Nach mehr als 14 Jahren, die Radim Duřpekt mittlerweile in Deutschland lebt und arbeitet, lässt sich nichts anderes sagen: Der gebürtige Tscheche ist in seiner Wahlheimat angekommen. Einzig sein markanter Akzent verrät noch die Herkunft. Doch gepaart mit der lebenslustigen Art des 43-Jährigen macht ihn das nur noch sympathischer.

Freunde hatten mir geraten, nach Deutschland zu gehen. Es war ein guter Tipp, für den ich ihnen bis heute dankbar bin.

MUDr. Radim Duřpekt, Leitender Oberarzt der Thoraxchirurgie

Von Freunden empfohlen

Die Suche nach neuen Herausforderungen, vielleicht auch etwas Abenteuerlust, ließ Duřpekt 2006 Richtung Deutschland aufbrechen. Gute Ärzte werden überall auf der Welt gebraucht. Auch ihm als Facharzt für Gefäßchirurgie und Facharzt für Thoraxchirurgie standen viele Türen offen. „Freunde hatten mir geraten, nach Deutschland zu gehen. Es war ein guter Tipp, für den ich ihnen bis heute dankbar bin“, betont er. Denn im Nachbarland fand er nicht nur reichlich Arbeit, auch das private Glück wartete hier auf ihn. Mittlerweile ist Radim Duřpekt mit einer deutschen Ärztin verheiratet, Vater zweier Kinder und nennt ein Haus in Leipzig sein eigen.

Nach beruflichen Etappen in Suhl, Erfurt und Weißenfels verschlug es Radim Duřpekt schließlich nach Leipzig ins Helios Park-Klinikum. Hier, sagt der Leitende Oberarzt der Thoraxchirurgie schmunzelnd, sei die tschechische Community zwar überschaubar klein, dafür finde er aber sehr gute Arbeitsbedingungen vor. Seine Herkunft verrät Duřpekt indes nicht nur sprachlich, auch sein Titel verweist auf die tschechische Heimat. MUDr. ist der tschechische und slowakische akademische Grad eines Doktors der Medizin (Medicinae Universae Doctor), der jedem jungen Mediziner mit dem Abschluss seines sechsjährigen Studiums der Humanmedizin ohne Promotionsleistung verliehen wird.

Viele Tschechen arbeiten in Sachsen

Anders als in Leipzig, arbeiten besonders in grenznahen Regionen Sachsens und Bayerns viele Tschechen in deutschen Krankenhäusern. Eine geringere Arbeitsbelastung als im Heimatland und besseres Gehalt sind neben anderem die Gründe dafür. Während angehende Mediziner in Deutschland den von den Universitäten geforderten Numerus clausus erfüllen müssen, um studieren zu dürfen, sind in Tschechien die Zugangsvoraussetzungen abweichend geregelt. Hier gilt es nach dem Abitur einen anspruchsvollen Test in naturwissenschaftlichen Fächern zu absolvieren. Wer den besteht, was etwa ein Viertel der Bewerber schafft, darf das Medizinstudium aufnehmen. So wie Radim Duřpekt, dessen Fähigkeiten in Leipzig bei Kollegen und Patienten gleichermaßen geschätzt werden.

Die Eltern besuchen birgt ein zu hohes Risiko

Zu den negativen Auswirkungen der Corona-Krise gehört zweifelsfrei, dass die Einheit Europas wohl nur noch in der Theorie gelebte Praxis ist. Jeder Staat schließt seine Grenzen, fährt Kontrollen auf und blockiert damit den einst gelobten offenen Verkehr. Auch Tschechien schockierte wie Polen mit der Ankündigung, dass in Deutschland und Österreich tätiges medizinisches Personal sich mittelfristig für eine Seite der Grenze entscheiden müsse. Dieses Vorhaben kam zum Glück für Deutschland und Österreich nicht zur Umsetzung. Seine, in der tschechischen Stadt Brno lebenden, Eltern sieht Radim Duřpekt derzeit trotzdem nicht. Als Arzt weiß er um das hohe Risiko eines Besuches, weshalb Telefonate oder soziale Dienste über diese Durststrecke hinweghelfen müssen.

Für Ärztinnen und Ärzte

Das Helios Park-Klinikum Leipzig ist anerkannte Weiterbildungsstätte und Lehrkrankenhaus der Universität Leipzig. Ärztinnen und Ärzte in der Facharztausbildung erhalten bei uns erstklassige Ausbildungsmöglichkeiten.