Die nebulöse Medizinersprache

Die nebulöse Medizinersprache

Leipzig

Aufgepasst: Wir wünschen Ihnen floride positive Primäremotionen beim heuristisch kognitiven Vorgang des Erfassens dieses Artikels mittels der Oculi und des Cerebrums. Nicht, dass Ihre Euphorie eine Hypertonie triggert oder gar psychophysische Alarmreaktionen verursacht, die sich als gesteigerte Aktivitäten des viszeralen Nervensystems und der endokrinen Organe mit erhöhter Katecholaminausschüttung äußert! Huch!

Lassen Sie uns lieber sagen: Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen dieses Artikels! Nicht, dass Ihre überschwängliche Begeisterung Bluthochdruck oder gar Stress verursacht.

Und da sind wir auch schon beim Thema, bei der Medizinersprache.

Warum reden die so?

Kommt es Ihnen auch manchmal so vor, dass Ärzt:innen wie ein Geheimbund in einer Geheimsprache miteinander kommunizieren? Ja, sollen wir eventuell nicht alles verstehen, damit wir uns tief vor dem Fachwissen verbeugen? Nein, so ist es nicht. Die medizinische Fachsprache hat sich historisch so entwickelt und besteht noch immer aus großen lateinischen und griechischen Sprachanteilen. Bis zum Beginn der 1970er Jahre benötigte man für ein Medizinstudium ein Latinum, also den Nachweis von Lateinkenntnissen. Das wurde abgeschafft, ebenso wie z.B. beim Jurastudium. Und weil Sprache sich verändert, gibt’s in der Medizinersprache vermehrt englische Begriffe. Die helfen uns beim Verständnis allerdings auch kaum weiter.

So verstehen Sie mehr

Ob bei Terminen bei niedergelassenen Ärtz:innen oder bei Visiten in Kliniken: Haben Sie als Patient:in keine Scheu nachzufragen! Sie haben es nicht mit den berühmten Göttern in Weiß zu tun, sondern mit Menschen, die sich bei der Ausübung ihres Berufes halt in ihrer Welt bewegen. Nicht mehr, nicht weniger. Manchmal muss man die Fachleute nur etwas anstupsen und Sie bekommen verständliche Erklärungen. Die sind wichtig. Schließlich geht’s um Ihre Gesundheit. Und deshalb machen sich Einrichtungen im Gesundheitswesen auch ihre Gedanken, wie Sprachbarrieren überwunden und z.B. Arztberichte besser verstanden werden können.

Auf unserem Online-Patientenportal patienten.helios-gesundheit.de bauen wir Kommunikationshürden ab. Patient:innen können zum Beispiel ihre Befunde und Behandlungen einsehen und sie bekommen Diagnosen und Maßnahmen in einfacher Sprache erklärt. Alles datensicher, versteht sich.

Julian Zimmer, Klinikgeschäftsführer des Helios Park-Klinikums Leipzig.

Infos aus dem Netz

Im Internet gibt’s durchaus seriöse Seiten, die in verständlicher Sprache Erkrankungen mit ihren Auswirkungen und Behandlungsmöglichkeiten erklären. Ein gutes Beispiel ist die Seite der gemeinnützigen Stiftung Gesundheitswissen.

Unser Tipp: Bevor Sie sich Infos auf einer Internetseite holen, schauen Sie vorher, von wem die Seite stammt. Werfen Sie zur Not einen Blick ins Impressum. Kritisch sind hin und wieder Foren, in denen sich Laien austauschen. Dort gibt’s bisweilen nur Halbwissen. Und: Oft posten dort vor allem Menschen, die negative Erfahrungen mit z.B. Behandlungen gemacht haben. Dadurch entsteht bisweilen ein falsches Bild. Wem es gutgeht, der hat zumeist kein Bedürfnis sich im Netz mitzuteilen.

Bei Verständnisfragen sind Ihre Ärzt:innen die beste Adresse. Sprechen Sie sie einfach an! Wichtig ist, dass die Infos verlässlich sind und wirklich individuell mit Ihnen zu tun haben.

Julian Zimmer

Eine persistente Sanitas und Grüße plurimam dicit! Sorry, anhaltende Gesundheit und viele freundliche Grüße sollte es heißen.