Das Ziel ist noch längst nicht in Sicht

Das Ziel ist noch längst nicht in Sicht

Leipzig

Einen wirklichen Plan hatte Daniel Weindt nach dem Bestehen des Abiturs noch nicht. Die Arbeit am Menschen, zumindest das wusste er, liegt ihm am Herzen. Mittlerweile ist der berufliche Werdegang des Stationsleiters im Helios Park-Klinikum Leipzig ein Paradebeispiel dafür, wohin einen der Weg mit Engagement und Fleiß führen kann.

Es ist dieses strahlende Gesicht, das sofort auffällt. Daniel Weindt scheint aus einem Überfluss positiver Energie zu schöpfen. Der groß gewachsene junge Mann läuft erhobenen Hauptes durch die Flure der Station 2K des Helios Park-Klinikums. „Seiner Station”, wie er sie ehrfurchtsvoll nennt. Dass der 29-Jährige hier eines Tages die Stationsleitung innehaben wird, hätte er vor einigen Monaten wohl selbst nicht geglaubt. Nie gezweifelt hat er jedoch daran, aus seinem Beruf eine Berufung zu machen, einen Job, den man mit Leidenschaft ausübt, bei dem man Spuren hinterlässt.

Seiner Heimat, einem kleinen Ort bei Zittau, fühlt sich Daniel Weindt eng verbunden. Sein Zuhause, das ist für ihn heute aber Leipzig. Jene pulsierende Metropole, die ihm alle Wege zum beruflichen Glück geebnet hat. Nach dem Abitur, dessen Schwerpunkt bereits auf die Bereiche Gesundheit und Soziales ausgerichtet war, kam Weindt 2010 in die Messestadt. Den ursprünglichen Plan Medizin zu studieren, musste er wegen des fehlenden Numerus Clausus aufgeben. „Also entschied ich mich für Biologie, da ich dachte, damit der Medizin nahe zu sein”, blickt er zurück. Nach vier Semestern gestand sich Daniel Weindt aber ein, dass die „Pflanzenbestimmung” nicht das war, wovon er träumte. Stattdessen suchte er nach einer Möglichkeit, sich auch ohne Medizinstudium in der Humanmedizin zu beweisen. Eine Gelegenheit hierfür bot ihm der Berufsfreiwilligendienst. Als „Bufdi” im Bereich der Pflege zog Weindt schließlich 2012 ins Park-Klinikum ein, bereit dafür, Großes zu leisten.

Plötzlich sieht man viele Dinge mit ganz anderen Augen. Man erkennt, warum der Mensch so einzigartig ist und was ihn dazu macht.

Daniel Weindt, Stationsleiter im Helios Park-Klinikum Leipzig

Andere Sichtweisen

Daniel Weindt, Helios Park-Klinikum Leipzig
Daniel Weindt zählt zu den jüngsten Stationsleitern im Helios Park-Klinikum Leipzig. Auf der Station 2K ist er für 15 Pflegekräfte und 40 Patienten verantwortlich.

„Hier fand ich alles, wovon ich zuvor nur geträumt hatte”, sagt er heute. Nette Kollegen, spannende Arbeit, der Dienst am Menschen, die Nähe zur Medizin. Schon ein Jahr später stand für ihn deshalb fest, diesen, seinen neuen Weg mit einer Ausbildung zu zementieren. Drei Jahre lang paukte er fortan sämtliche Themen der Pflege, lernte viel über Krisenbewältigungsstrategien, vertiefte sich in das Erkennen und Ergründen von Persönlichkeitsmerkmalen und den biologischen Ursprüngen von Krankheiten. „Plötzlich sieht man viele Dinge mit ganz anderen Augen. Man erkennt, warum der Mensch so einzigartig ist und was ihn dazu macht”, erzählt er. Ganz nebenbei bot ihm die Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger aber die Chance, ein Netzwerk innerhalb des Klinikums aufzubauen.

Beste Noten

Das Vertrauen, das er vom Park-Klinikum erhielt, zahlte er schon in der Ausbildung zurück. Die beendete Weindt mit einem Notendurchschnitt von 1,0, wofür er unter anderem den Fresenius-Ausbildungspreis erhielt. Dass er drei Jahre nach seiner Zeit als „Bufdi” zudem seiner alten Station 2K wieder zugeteilt wurde, war aber wohl sein größtes Glück. Zwar hatte sich inzwischen das Team leicht verändert, aber daran wollte es Weindt nicht scheitern lassen. Zumal ihn die Schwerpunkte der Station, Gefäßchirurgie und Allgemeinchirurgie, bis heute faszinieren.

Seinen Wissensschatz nutzend, nahm sich Weindt schon bald der neuen Auszubildenden an. Als Mentor zu agieren liegt ihm. Pläne erstellen, bei anstehenden Prüfungsvorbereitungen helfen, Wissen vermitteln. Daniel Weindt sah sich angekommen im Berufsleben. Nicht ahnend, dass sein Weg noch längst nicht beendet ist. Denn auch sein Arbeitgeber hielt den engagierte Mitarbeiter im Blick. Nicht nur von seinem neuen Stationsleiter Sebastian Hunger wurde er gefordert und gefördert. Was nicht immer einfach war, gibt Weindt zu. „Es war anfänglich schwer, nach der Lehre eine neue Identität im Beruf zu finden”, so sein Resümee. Dennoch ging er mit der Ausbildung zum Praxisanleiter schon bald weitere Herausforderungen an. Auszubildende nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch zu unterweisen, darin sah er seine künftige Aufgabe.

Stationsleiter der 2K

Daniel Weindt, Helios Park-Klinikum Leipzig
Auch als Stationsleiter ist Daniel Weindt die Nähe zu seinen Patienten wichtig.

Damit ist die Geschichte aber noch nicht beendet. Denn der ohnehin schon aufgeschossene Wahl-Leipziger ist weiter seinen Aufgaben gewachsen. Das Klinikum übertrug ihm im Juli auch die Stationsleitung „seiner 2K”. Damit obliegt ihm nun die Führung von 15 Pflege-Mitarbeitern und die Versorgung von bis zu 40 Patienten. Mittlerweile nehmen die administrativen und organisatorischen Tätigkeiten einen großen Raum in seinem Berufsalltag ein.

Die Arbeit am Patienten möchte Weindt aber dennoch nicht aufgeben. Dass er aus diesem Grund gern Wochenenddienste übernimmt und im Schichtsystem weiterarbeitet zeugt nicht zuletzt von seiner Führungsstärke und Kollegialität. Die stellt Weindt darüber hinaus auch als Mitglied des Betriebsrates und der Tarifkommission des Klinikums unter Beweis.

In nur neun Jahren hat es Daniel Weindt mit Fleiß und Elan vom Abiturienten zum Stationsleiter gebracht. Und damit gezeigt, dass in der Jugend mitunter gehörig Potenzial steckt, wenn man ihr die Chance zu Entfaltung gibt.