Minimal-invasive Behandlungen der Speiseröhre

Die Speiseröhre (Ösophagus) befindet sich hinter Lunge und ist daher schwer zu erreichen. Minimal-invasive Eingriffe senken die Komplikationsrate und das Risiko, umliegende Organe zu verletzen.

Wird eine bösartige Geschwulst (Karzinom) in der Speiseröhre rechtzeitig erkannt oder besteht der Verdacht auf eine bösartige Veränderung, kann diese endoskopisch und schonend behandelt werden. Dazu trägt der Arzt über eine Spiegelung der Speiseröhre mit einem speziellen Instrumentarium frühe Veränderungen der oberflächlichen Zellschicht der Speiseröhre ab. Auf diese Weise können frühe böartige Veränderungen in der Speiseröhre auf eine, für den Patienten verträgliche Art, behandelt und geheilt werden.

Die chirurgische Behandlung des Speiseröhrenkrebses ist sehr aufwendig. Man muss in zwei so genannten Körperhöhlen operieren, im Bauchraum und im Brustraum, was bei offener Operationstechnik sehr belastend für die Patienten sein kann. Schonender ist daher die laparoskopische bzw. thorakoskopische Behandlung. Bei der Laparoskopie (Bauchspiegelung) erfolgt der Zugang über einen kleinen Schnitt durch die Bauchdecke. Für die Thoraskopie wird meist ein Tubus druch eine kleine Öffnung in die Brustwand eingeführt. Durch die konsequente Anwendung dieser Schlüssellochtechniken (minimal-invasiv) ist die Belastung für den Patienten deutlich geringer, der Patient hat weniger Schmerzen und erholt sich schneller.

Bei der so genannten Refluxkrankheit kommt es aufgrund eines nicht funktionierenden „Schließmechanismus“ zwischen Magen und Speiseröhre zu einem Rückfluss von saurem Magensaft in die Speiseröhre. Dies führt bei Betroffenden zu einem Brennen hinter dem Brustbein oder auch zu saurem Aufstoßen und kann erhebliche Beschwerden verursachen. Die operative Behandlung der Refluxkrankheit wird standardisiert in der Schlüssellochtechnik durchgeführt. Um den Rückfluss zu verhindern werden die Zwerchfellschenkel eingeengt und eine Magenmanschette um den Magen gelegt, je nach Situation wird auch ein Kunststoffnetz implantiert.

Die Achalsie ist eine seltene chronische Erkrankung der Speiseröhre, bei der sich der untere Speiseröhrenschließmuskel nicht richtig öffnet. Das wiederum verursacht Schluckbeschwerden, Aufstoßen, Schmerzen hinter dem Brustbein aber auch Mundgerund. Es gibt mehrere Behandlungsmöglichkeiten sowohl endoskopisch als auch operativ. Eine vollständige Heilung ist jedoch kaum möglich.

Die nicht-operative bzw. endoskopische Behandlung der Achalasie hat in den meisten Fällen Vorrang gegenüber der operativen Therapie. Ziel ist es, den Druck im Schließmuskel der untern Speiseröhre zu vermindern. Über eine Injektion von Botox über das Gastroskop lässt sich die Diagnose bestätigen. Gleichzeitig erleichtert es die Nahrungspassage über den nicht funktionierenden Mageneingang. Die Behandlung führt zu einer gezielten Muskelerschlaffung, die in den meisten Fällen über einige Monate anhält und bei Bedarf wiederholt werden kann.

Bei der pneumatischen Dilatation wird der Übergangsbereich zwischen Speiseröhre und Magen unter gastroskopischer Sicht auf eine definierte Weite aufgedehnt. Das Verfahren ist sehr einfach durchführbar und kann ebenfalls wiederholt werden.

Die POEM (Perorale endoskopische Myotomie) ist ein endoskopisches Verfahren bei dem über das Gastroskop die Speiseröhrenschleimhaut eröffnet und ein Tunnel bis zur Magenwand präpariert wird. Anschließend wird unter gastroskopischer Sicht die Muskulatur der unteren Speiseröhre und des Mageneinganges gespalten und der Schleimhautdefekt, der als Eingang benutzt wurde, wieder geschlossen. Dieses spezialisierte Verfahren wird in ausgewählten Fällen durchgeführt und ist von langfristiger Effektivität.

Die Myotomie nach Heller ist eine effektive chirurgische Behandlung der Achalasie. Diese wird laparoskopisch (minimal-invasiv), als Operation in Vollnarkose durchgeführt. Ziel ist es, die Passage der Nahrung durch die bewegungsgestörte Speiseröhre und den nicht funktionierenden Mageneingang zu erleichtern. Dazu wird die Muskulatur vom Mageneingang beginnend bis zur unteren Speiseröhre gespalten. Dies geschieht unter gleichzeitiger gastroskopischer Kontrolle, um eine Verletzung der Schleimhaut zu vermeiden. Die entstandene Muskellücke wird im Anschluss mit zuvor mobilisierter Magenwand gedeckt (Fundoplikatio).