Therapie

Behandlung im Darmzentrum

Behandlung im Darmzentrum

Darmkrebs frühzeitig erkennen - Therapieoptionen anbieten: Das ist unser Anspruch.

Blick in die Viszeralchirurgie
Blick in die Viszeralchirurgie: Dr. med. Christina Klein, Leiterin des Leipziger Darmzentrums, bei einer Operation.

Prinzipiell stehen zur Behandlung die klassischen Therapieverfahren Operation, Strahlentherapie und Chemotherapie zur Verfügung. Entsprechend der nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen erstellten „Leitlinie“ erfolgt die Auswahl und zeitliche Abstimmung dieser Therapieverfahren - jeweils patientenindividuell. In manchen Fällen können wir ein optimales Behandlungsergebnis nur unter Kombination („multimodale Therapie“) der Therapieverfahren erreichen. So wird etwa beim lokal bereits fortgeschrittenen Mastdarmkrebs häufig zunächst eine Kombination von Strahlen- und Chemotherapie zur Verkleinerung des Tumors angewandt. Dies ermöglicht bessere Operationsergebnisse mit einer Verminderung der Tumor-Wiederkehr („Rezidiv“) sowie in vielen Fällen den Verzicht auf einen dauerhaften künstlichen Darmausgang.

Tumorkonferenz:

Patienten, bei denen der Verdacht auf einen Darmkrebs besteht, werden in unserer interdisziplinären Tumorkonferenz besprochen. Hier wird das Therapiekonzept verbindlich festgelegt. Auch für externe Kollegen besteht jederzeit die Möglichkeit, Patienten in der Konferenz vorzustellen und zu diskutieren (jeden Dienstag von 15:00 Uhr bis 16:30 Uhr). Eine Anmeldung ist über unser Sekretariat möglich.

Die Operation stellt die zentrale therapeutische Maßnahme dar. Auf eine Operation kann lediglich bei gewissen Fällen der endoskopischen Abtragung („Frühkarzinom“) sowie eventuell bei bereits fortgeschrittener Ausbreitung mit Tochtergeschwülsten („Metastasen“) verzichtet werden.

Wenn der Tumor außerhalb des Krankenhauses diagnostiziert wurde, sollten Sie sich zunächst in unserer Darm-Sprechstunde vorstellen oder Sie werden im Helios Park-Klinikum stationär aufgenommen. Dort werden dann alle Befunde besprochen und ein Therapievorschlag unterbreitet oder, falls notwendig, noch weitere Untersuchungen durchgeführt.

Je nach Erkrankungsstadium unterscheidet sich dann das weitere Vorgehen.

  • Bei einem operativen Eingriff wird prinzipiell nach den etablierten Regeln der Tumorchirurgie vorgegangen. In der Regel erfolgen die Operationen mittels „Schlüssellochtechnik“, das heißt mit nur kleinen Schnitten. Alle Operationen werden in unserem Zentrum routinemäßig durchgeführt. Durch die leitliniengerechte Vorbehandlung und moderne Operationstechniken kann heute in bis zu 90 Prozent die Erhaltung des Schließmuskels und der Verzicht auf einen dauerhaften künstlichen Ausgang beim Darmkrebs realisiert werden.
  • Zur Therapie und zur Diagnose von Tochtergeschwülsten der Leber („Metastasen“) kommt die intraoperative Ultraschalluntersuchung zum Einsatz, so dass Metastasen auch gegebenenfalls gleichzeitig entfernt werden können. Die Operationen werden ausschließlich von für dieses Gebiet spezialisierten Ärzten für Chirurgie und Viszeralchirurgie durchgeführt.

Bei etwa 40 Prozent der Darmkrebspatienten ist vor allem der letzte Teil des Darmes, der Mastdarm betroffen – Experten sprechen dann von einem Rektumkarzinom. Zur Behandlung setzen im Helios Park-Klinikum Leipzig auf eine neue, schonende Technik, die sogenannte Transanale totale mesorektale Exzision (TaTME). Das Besondere an der neuen Methode ist eine Kombination aus zwei Operationszugängen. Hierbei kann man zusätzlich zu der Schlüssellochmethode durch den After (transanal) den Tumor erreichen und ihn mit ausreichendem Sicherheitsabstand herausoperieren. Das bringt mehrere Vorteile für den Patienten: Durch den Zugang über zwei Wege können wir den Tumor besser aus dem Gewebe herauspräparieren und gleichzeitig die Nerven schonen. Häufig können auch Nebenwirkungen, die die Lebensqualität der Betroffenen massiv einschränken, wie Inkontinenz, Potenzstörungen oder ein dauerhafter künstlicher Darmausgang, vermieden werden.

Die Strahlentherapie erfolgt in Kooperation mit der Praxis für Strahlentherapie in unserem Medizinischen Versorgungszentrum Leipzig. Insbesondere bei der Therapie des Mastdarmkrebses ist die Strahlentherapie bei lokal fortgeschrittenen Tumoren ein wesentlicher Baustein in der Therapie. Die Strahlentherapie wird in diesen Fällen häufig mit einer Chemotherapie kombiniert. Weiterhin wird die Strahlentherapie bei bruchgefährdeten oder schmerzhaften Metastasen des Knochengerüsts sowie bei Metastasen des Gehirns eingesetzt.

Mehr über die Praxis für Strahlentherapie Leipzig

Als Chemotherapie wird die Krebsbehandlung mit Medikamenten bezeichnet, welche das Wachstum der entarteten Krebszellen hemmt oder Tumorzellen zum Absterben zwingt. Die Chemotherapie ist ein wichtiger und in den letzten Jahren zunehmend erfolgreicher Baustein in der Therapie. Die Therapie mit modernen Antikörpern wird zusammen mit den Zellgiften eingesetzt. Aufgrund der Wirkungsweise gibt es eine Vielzahl unerwünschter Wirkungen, welche häufig durch die Beeinflussung des Wachstums der gesunden Organe verursacht sind. Die unerwünschten Wirkungen sind bei der Behandlung des Darmkrebses in der Regel nicht stark ausgeprägt und gut behandelbar. Die Chemotherapie findet daher häufig ambulant in Zusammenarbeit mit spezialisierten Ärzten statt.

Man unterscheidet die Chemotherapie nach („adjuvant“) oder vor („neoadjuvant“) einer Operation bzw. im Rahmen einer palliativen Therapie, welche bei nicht operablen Tochtergeschwülsten („Metastasen“) zum Einsatz kommt. Die Chemotherapie findet über mehrere Monate statt, wobei die Medikamente im Rahmen regelmäßig wiederkehrender Zyklen verabreicht werden.

Um eine zuverlässige Verabreichung der Medikamente zu gewährleisten kann der Einbau eines so genannten „Portsystems“ unterhalb des Schlüsselbeins notwendig werden. Dies erspart dem Patienten das schmerzhafte Suchen nach geeigneten Venen und gewährleistet eine sichere Verabreichung der Medikamente.