Unterstütztes Wohnen „Supported Housing“

Menschen, die an einer psychischen Erkrankung leiden und wohnungslos oder von Wohnlosigkeit bedroht sind, haben es oft schwer, am sozialen Leben teilzuhaben. Durch die gesundheitlichen Beeinträchtigungen sind Betroffene häufig daran gehindert, aktiv und selbständig, eine Wohnung zu suchen und zu unterhalten. Der angespannte Wohnungsmarkt, finanzielle Nöte und organisatorische Anforderungen stellen zudem hohe Hürden dar.

Im Fokus des Behandlungsansatzes stehen zum einen der Erhalt und die Verbesserung der psychischen Stabilität und zum anderen die Festigung und Weiterentwicklung von Wohnkompetenzen. Diese beiden Aspekte sollen unmittelbar an der Schnittstelle zwischen stationär/teilstationärem und ambulantem Behandlungssetting zum Tragen kommen – lückenlos, niedrigschwellig, vorrübergehend.

Gemeinsam mit den Patientinnen und Patienten sollen mit dem Angebot Voraussetzungen für ein selbstbestimmtes Leben in einem individuellen Wohnraum außerhalb der Klinik geschaffen werden.

Die Therapie bezieht explizit das Aktivieren und Üben von alltags- und lebenspraktischen Tätigkeiten, die für die Haushaltsführung und Wohnungssuche notwendig sind, ein. Patientinnen und Patienten werden dabei unterstützt, ihre eigenen Ressourcen zu erkennen, um wieder in größtmöglicher Selbständigkeit leben zu lernen.

Für die Zeit der Teilnahme haben Patientinnen und Patienten die Möglichkeit, in unmittelbarer Nähe zur Klinik eine kleine Wohnung vorübergehend zu beziehen, in der sie von den aufsuchenden psychiatrischen Angeboten Gebrauch machen können.

  • Anleitung bei der Haushaltführung
  • Unterstützung bei der Tagesstrukturierung
  • Training von Alltagskompetenzen
  • Wegetraining zur Orientierung im Sozialraum
  • Mithilfe bei Behördenangelegenheiten
  • Unterstützung bei der Kontaktaufnahme zu Vermietern und bei der Zusammenstellung notwendiger Unterlagen
  • Vernetzung mit weiterführenden wohnortnahen Angeboten
  • psychiatrische Diagnostik und Therapie
  • Ergo, Kunst- und Musiktherapie
  • Sporttherapie und Schwimmen
  • Gruppenangebote, z. B. Laufgruppe, soziales Kompetenztraining, Ernährungsberatung und weitere
  • Angehörigenarbeit
  • Krisenintervention

Ob eine Aufnahme in das Angebot „Unterstütztes Wohnen“ möglich ist, bespricht das zuständige Behandlungsteam der Klinik gemeinsam mit der Patientin bzw. dem Patienten.

Das „Unterstützte Wohnen“ ist zeitlich begrenzt und soll einen Übergang in das regionale, persönlich angestrebte Wohnumfeld der Betroffenen überbrücken. Die Dauer wird individuell festgelegt und liegt in der Regel zwischen drei bis maximal sechs Monaten.

Die Miete für die bereitgestellte Wohneinheit trägt die Mieterin/der Mieter. Sollten Leistungen vom Jobcenter oder Sozialamt bezogen werden, kann die Kostenübernahme für die Unterkunft beantragt werden.

  • Fachärzt:innen für Psychiatrie und Psychotherapie bzw. Geriatrie
  • Psycholog:innen
  • Sozialarbeiter:innen
  • Ergo-, Sport-, Kunst- und Musiktherapeut: innen
  • Gesundheits- und Krankenpfleger:innen

Das Institut für Sozialpsychiatrie M-V e. V. (An-Institut der Universitätsmedizin Greifswald) begleitet das Angebot „Unterstütztes Wohnen“ wissenschaftlich. Ziel der Evaluation ist, zu ermitteln, inwiefern sich durch die Umsetzung des Angebotes die Wohn- und Teilhabesituation der Teilnehmenden verbessert. Hierfür werden die Teilnehmenden mit einem standardisierten Fragebogen-Set zu zwei Zeitpunkten befragt (Prä-Post-Design) und die erhobenen Daten statistisch ausgewertet.

Ihre Ansprechpartner

Tina Schulze

Leitung Sozialtherapie, Stationen EX2/S10
Tina Schulze

E-Mail

Telefon

0341 864-253523

Herr P. Graupner

Sozialtherapeut - Station 6Y

Telefon

0341 864-253671