Erwachsen werden ist nicht immer einfach

Auf unserer offen geführten Station für junge Erwachsene behandeln wir Menschen zwischen 18 und 25 Jahren, die sich (noch) nicht im Bereich der Erwachsenenpsychiatrie mit ihren Themen aufgehoben fühlen und gleichzeitig den Behandlungsmöglichkeiten der Kinder- und Jugendpsychiatrie entwachsen sind.

Die Suche nach der eigenen Rolle im Leben kann bei einigen jungen Menschen zu Unsicherheit, aber auch Ängsten, Depressionen und selbstschädigenden Verhaltensweisen führen. Viele seelische Krisen und Erkrankungen treten in dieser Altersphase erstmalig auf. Die Erfahrung zeigt, dass eine gute erste Therapieerfahrung, ein frühzeitiges Erkennen der Erkrankung, der Einbezug von wichtigen Lebensthemen (z. B. Partnerschaft, berufliche Perspektive, Ablösung von der Familie) und Angehörigen in diesen Fällen den weiteren Verlauf günstig beeinflusst.

Für Patienten, die bereits durch die kinder- und jugendpsychiatrischen Angebote aufgrund einer seelischen Erkrankung bis zum 18. Lebensjahr versorgt wurden, fängt nun die Zeit an, in der sie eigenverantwortlicher mit der Erkrankung umgehen müssen. Dies ist eine große Umstellung, die wir gerne auch in Zusammenarbeit mit den Kinder- und Jugendtherapeuten erleichtern wollen.

Unser Angebot richtet sich deshalb an Patienten mit den unterschiedlichsten Krankheitsbildern (insbesondere Psychosen, depressive Erkrankung, Persönlichkeitsstörungen, Ängste und Zwänge,) und mit unspezifischen Symptomen (z. B. Ängste, Konzentrationsschwierigkeiten, Veränderung des Antriebs, Verlust der Fähigkeit den Alltag zu strukturieren, selbstverletzendes Verhalten, impulsives Verhalten, Probleme mit dem Essen und dem Appetit). Patienten, bei denen Probleme im Umgang mit Drogen und/ oder Alkohol vordergründig sind, sollten vor der Aufnahme bei uns eine Entgiftungsbehandlung durchführen. Gern stellen wir auch den Kontakt zu unserer Entgiftungsabteilung her.

Unser Ziel ist es, jungen Erwachsenen auf Basis eines ressourcenorientierten und wertschätzenden Umgangs bei der Bewältigung psychischer Erkrankungen und aktueller Krisen zu unterstützen, systemische Hilfsangebote zu etablieren und persönliche Reifungsprozesse zu fördern.

  • affektiven Erkrankungen (Depressionen, bipolaren Störungen)
  • Psychosen (z. B. Ersterkrankung aus dem schizophrenen Formenkreis)
  • Angst- und Zwangserkrankungen
  • Störungen des Sozialverhaltens
  • Aufmerksamkeits- und hyperkinetischen Störungen
  • sich entwickelnden Persönlichkeits- und Verhaltensproblemen im zwischenmenschlichen Bereich (z. B. Borderline, Selbstunsicherheit)
  • Belastungen durch traumatische oder andere biographische Erfahrungen
  • psychosomatischen Beschwerden und somatoformen Störungen
  • dissoziativen Erkrankungen
  • Ärzten und Ärztinnen
  • Psychologinnen und Psychologen
  • Pflegefachkräften
  • Ergotherapeutinnen und -therapeuten
  • Sozialpädagoginnen und -pädagogen
  • Musik- und Bewegungstherapeutinnen und -therapeuten

Gemeinsam besprechen wir den therapeutischen Rahmen mit unseren jungen Erwachsenen und stimmen die Behandlungsziele im Team ab.

  • genaue entwicklungsspezifische Anamnese
  • apparative Untersuchungen und Laboruntersuchungen wie insbesondere Bildgebung des Kopfes, Bestimmung verschiedener Blutwerte, Messung der Hirnströme
  • psychologische Testdiagnostik (z. B. Hirnleistungsvermögen, Persönlichkeitsprofil)
  • Einzel-und bei Bedarf Angehörigengespräche
  • Vermittlung von Informationen zur Erkrankung allein und in der Gruppe
  • verschiedene Therapiegruppen (Problemlösetraining, Freizeitplanung/ Anleitung zur selbstfürsorglichen Freizeitgestaltung, Alltagstraining, kognitives Training, Skillstraining, Gruppengespräche, Achtsamkeit)
  • Sport-und Bewegungsangebote in der Gruppe
  • Gruppenpsychotherapie
  • kommunikative Bewegung
  • Musiktherapie, soziales Kompetenztraining
  • Ergotherapie, Kunsttherapie
  • Sozialberatung, insbesondere Beratung zu Berufsausbildung/Bildungsangeboten
  • medikamentöse Einstellung und andere biologische Therapieformen
  • Beratung zu ambulanten, teilstationären und stationäquivalenten Behandlungsangeboten im Anschluss an die stationäre Therapie
  •  gemeinsame Planung der Weiterbehandlung nach Abschluss der stationären Therapie

Terminvereinbarung zur Aufnahme

Telefon 0341864-253689 oder
Telefon 0341864-253690
So gelingt die Aufnahme bei uns

Sie können von Ihrem behandelnden Arzt zu uns überwiesen werden. Vereinbaren Sie gern einen Termin unter der nebenstehenden Telefonnummer. Behandlungsbedürftige körperliche Erkrankungen sollten vor der Aufnahme ausreichend abgeklärt sein. Bitte bringen Sie bereits vorliegende ärztliche Befunde und Ihre aktuellen Medikamente zur Aufnahme mit.