Behandlung von Nieren- und Eingeweideschlagadern und Nierenersatztherapie

Behandlung von Nieren- und Eingeweideschlagadern und Nierenersatztherapie

Erkrankungen an Nieren- oder Eingeweideschlagadern sind sehr selten und verlaufen meist symptomlos. Treten Symptome auf, muss umgehend gehandelt werden. Für den Fall, dass eine (dauerhafte) Dialyse nötig wird, bieten wir den operativen Einsatz von Dialyse-Shunts.

Bei einem Verschluss der Nieren- oder Eingeweideschlagadern können die Niere und umliegenden Organe sowie Eingeweide nicht mehr ausreichend versorgt werden, was zu einer Nierenschwäche (Niereninsuffizienz) führen kann.

Im frühen Stadium verläuft eine Verkalkung der Nieren- oder Eingeweideschlagadern oft symptomlos. Warnzeichen treten dann meist auf, wenn die Durchblutung stark gestört wird und der Sauerstofftransport verhindert wird.

Warnsignale können sein:

  • Schmerzen im Unterbauch (insbesondere nach den Mahlzeiten) oder im unteren Rücken
  • Bluthochdruck
  • Fieber
  • Übelkeit, Erbrechen

Zur Therapie von Engstellen oder Aussackungen an Nieren- oder Eingeweideschlagadern kommen interventionelle, also schonende, Verfahren zum Einsatz. Ist das Gefäß weitgehend, man sagt zu mehr als 70 Prozent verschlossen, kann das Gefäß mittels einer sogenannten Angioplastie wiedereröffnet werden. Hierbei führen wir einen Katheter mit einem Ballon an der Spitze über die Leiste bis zur Nierenarterie ein. Der Ballon wird aufgeblasen und dehnt somit die verengte Stelle auf.

In seltenen Fällen kann es vorkommen, dass die Angioplastie keinen Erfolg zeigt. Dann besprechen wir mit den Patienten, welche operativen Eingriffe möglich und sinnvoll sind. In den meisten Fällen kommt ein Bypass in Frage. Ein operativer Eingriff an Nieren- oder Eingeweideschlagadern birgt immer ein Risiko und kommt erst dann in Frage, wenn alle anderen Therapieformen ausgeschöpft sind.

Nierenersatztherapie: Gefäßzugang für langfristige Dialyse (Shunt)

Bei einer ausgeprägten Nierenschwäche (Niereninsuffizienz) muss die Nierenfunktion ersetzt werden. Hierfür kommt die Dialyse (Blutwäsche) zum Einsatz. Hierbei wird Betroffenen Blut abgenommen und dem Körper in gereinigter Form wieder zugeführt. Die Dialyse befreit das Blut von überschüssigem Wasser, Abfall- und Ausscheidungsstoffen und übernimmt damit die Funktion, die die Niere nicht mehr ausführen kann.

Patientinnen und Patienten mit einer dauerhaften und schwerwiegenden Niereninsuffizienz benötigen eine dauerhafte Nierenersatztherapie, das heißt, ihr Blut muss regelmäßig gereinigt werden. Das Problem ist, dass wiederkehrende Einstiche die Blutgefäße schädigen. Zudem sind die Blutgefäße von Niereninsuffizienz-Patienten häufig sehr dünn und können daher leicht platzen. Daher wird diesen Patienten ein spezieller Gefäßzugang operativ gelegt, der sogenannte Dialyse-Shunt, also ein gut zugängliches, stabiles Blutgefäß.

Der Operateur legt für den Shunt eine Verbindung (sogenannte Fistel) zwischen der Schlagader (Arterie) und Vene an. Hierfür eignet sich in den meisten Fällen die Gefäße des Handgelenks oder am Ellenbogen oder Unterarm. In den Arterien ist der Druck höher als in den Venen, weshalb das Blut aus der Arterie in die Vene fließt. Dadurch erweitert sich die Vene und bildet eine dickere Gefäßwand aus, die für die Dialyse häufiger angestochen werden kann.

Damit eine Fistel angelegt werden müssen die Gefäße geeignet sein. Da bei Patienten mit Nierenschwäche die Gefäße oft vernarbt, verengt oder verschlossen sind, muss die Operation von einem erfahrenen Gefäßchirurgen durchgeführt werden. Dennoch kann es passieren, dass der Eingriff wiederholt werden muss damit die Verbindung (Fistel) einsatzbereit ist. Wir empfehlen daher, dass sich Patienten schnell für eine Shunt-Operation entscheiden, damit die Voraussetzungen für eine Dialyse frühzeitig geschaffen werden können.

Ist es nicht möglich, eine körpereigene Fistel anzulegen, kann eine Kunststoffprothese als Verbindung zwischen Vene und Arterie zum Einsatz kommen. Damit lassen sich auch größere Entfernungen miteinander verbinden, z. B. am Unterarm, Oberarm, Hals und Brustkorb. Kunststoffprothesen sind jedoch anfälliger für Infektionen, da sie aus keinem körpereigenen Material bestehen. Zudem ist das Risiko höher, dass sich Blutgerinnsel bilden, da der Shunt verstopfen kann. In der Regel ist daher eine weitere Operation nötig.