„Alles klar, jetzt sind die Portugiesen hier!“

„Alles klar, jetzt sind die Portugiesen hier!“

Eva Santos ist eine von rund 20 portugisischen Pflegekräften, die 2019 ans Herzzentrum und Helios Park-Klinikum Leipzig kamen. Seit einem Jahr bereichert sie nun die IMC-Station ICKA im Herzzentrum und berichtet von ihrer spannenden Zeit.

Eva Santos strahlt mit jeder Silbe Herzlichkeit aus. Eine Eigenschaft, die sie im Pflegebereich als sehr tragend empfindet. Es ginge um einen Hauptfokus – die Gesundheit, sowohl körperlich als auch psychisch: „In unserem Beruf bringen wir das zusammen. Wir machen Blutentnahmen und geben Medikamente, aber wir arbeiten auch mit den Patienten und Patientinnen selbst, müssen sie in ihrer Stimmung abholen und zeigen, dass es sich lohnt zu wieder aufzustehen und Lust auf das Leben bekommen.“ Es sei wichtig, die Menschen zu motivieren und ihnen zu zeigen „Sie können das!“

In ihrer Heimat Manteigas befand sie sich kurz vor dem Abschluss der vierjährigen Ausbildung zur Krankenschwester als sie das Angebot erhielt, nach Deutschland zu kommen. Im zweijährigen Praxisteil der Ausbildung in Portugal hat Eva Santos eine Vorliebe für die Notaufnahme entwickelt. Es mache ihr besonders viel Spaß, unter Stress den Fokus zu behalten und in ihrer Mitte zu bleiben. Diese Arbeitsumgebung findet die Portugiesin hier auf der kardiologischen Intermediate Care-Station, der ICKA.

Man darf sich dem Adrenalin nicht hingeben. Es ist immer viel zu tun und man kann dabei viel lernen. Ich bin immer 100 Prozent da.

Eva Santos Gesundheits- und Krankenpflegerin Herzzentrum Leipzig

Auf der ICKA wird Eva Santos von einem herzlichen Team begrüßt, das ihr den Einstieg so leicht wie möglich gestaltet. „Ich kam mit einem B1-Sprachniveau hier an. Doch es fühlet sich nicht nach B1 an, wenn man in den Stationsalltag startet. Aber ich habe ein tolles Team. Sie haben mich immer ganz viel unterstützt und mir geduldig alles erklärt. Wir halten zusammen und arbeiten sehr eng miteinander. Das macht einen Unterschied, wenn man unter viel Stress arbeitet.“ Auch ihre Kollegen und Kolleginnen beschreiben Eva als hilfsbereites, warmherziges Teammitglied – und schwärmen von ihrer Musik. In einem Video sieht man die Portugiesin auf einer Feierlichkeit als leidenschaftliche und überaus talentierte Sängerin einer Big Band. Auf die Frage, was ihr bisher durch die Corona-Pandemie geholfen habe, antwortet sie:

Die Musik ist mein Ding und sie hilft mir immer. Sie ist für mich ein Ausweg aus dem Stress.

Eva Santos Gesundheits- und Krankenpflegerin

Doch die Musik ist nicht der einzige Teil der portugiesischen Kultur, den Eva Santos mit nach Leipzig gebracht hat. Auch die Natur sei für sie sehr wichtig. „Ich komme aus einer bergigen Region – Manteigas in Serra da Estrela. Es ist ein kleines Paradies, aber weit weg von allem. Das ist gut, wenn man Entspannung und Natur will. Das ist ein Teil von mir, den ich behalte.“ In Leipzig habe sie im Sommer viel Zeit am Völkerschlachtdenkmal und im Clara-Park verbracht, erzählt sie. „Ich mag das City-Life, aber man braucht auch Ruhe.“ Ein weiterer Teil der portugiesischen Kultur, den die Krankenschwester mitbrachte, sind ihre kulinarischen Künste. Zur Linderung des Heimwehs kocht sie typisch portugiesisches Essen, zum Beispiel Feijoada.

Als Eva sich entscheidet, nach Deutschland zu kommen, stehen die Helios Standorte München, Nürnberg und Leipzig zur Auswahl. „Leipzig war eine Überraschung für mich – im positiven Sinne. Es gibt viele junge Leute und verschiedene Kulturen. Und es ist ein sehr internationales Krankenhaus. Das ist auch für die Patientinnen und Patienten gut.“ Die deutsche Mentalität nimmt sie als zurückhaltend, aber warm wahr. „Die Deutschen nehmen sich am Anfang eher etwas zurück. Aber wenn man sie kennenlernt, sind sie genauso herzlich. Klar, wir sind lauter – das war am Anfang ein Problem. Im Bus schauten sie uns an: ‚Alles klar, jetzt sind die Portugiesen hier!‘“, erzählt sie lachend.

Manchmal hat der Beruf nicht den Impact, den er haben sollte. Manchmal wissen Leute, die noch nicht im Krankenhaus waren, nicht wie wichtig Pflegekräfte sind. Die Patientinnen und Patienten brauchen uns, wir haben einen der wichtigsten Berufe überhaupt.

Eva Santos Mitarbeiterin IMC-Station ICKA

Die positive Energie ihrer Kultur bringt Farbe in den Stationsalltag. Das Krankenhaus sei manchmal ein trauriger Ort und mit den bunten Charakteren seiner Mitarbeitenden könne man diesen schöner machen. Insgesamt wünscht sich die Krankenschwester mehr Anerkennung für ihren Beruf: „Manchmal hat der Beruf nicht den Impact, den er haben sollte. Manchmal wissen Leute, die noch nicht im Krankenhaus waren, nicht wie wichtig Pflegekräfte sind. Die Patientinnen und Patienten brauchen uns, wir haben einen der wichtigsten Berufe überhaupt.“

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