Alexander kennt keine Langeweile

Alexander kennt keine Langeweile

Was macht die Arbeit als Anästhesiekraft so abwechslungsreich? Das erklärt Alexander Gräfe, stellvertretende Abteilungsleiter des Anästhesieteams am Herzzentrum Leipzig.

Anästhesie kennt keine Langeweile

Sage und schreibe 60.800.110 Operationen und medizinische Eingriffe wurden 2019 an deutschen Krankenhäusern ausgeführt. 3.174.334 davon in Sachsen, also auch im Herzzentrum Leipzig. Damit diese Interventionen ein Erfolg werden und zur Gesundung des Patienten führen, ruht die Arbeit auf vielen Schultern, beispielsweise der Anästhesie.

Nichts bleibt dem Zufall überlassen. Alle Schritte und Handlungen sind strukturiert berechnet und geplant. Wenn Patienten des Herzzentrums Leipzig auf eine anstehende Operation oder Intervention vorbereitet werden, spielen ihre körperliche Verfassung und medizinische Vorgeschichte eine bedeutende Rolle. „Körpergröße und Gewicht des Patienten sind für die Berechnung der Narkose ebenso wichtige Faktoren wie mögliche Vorerkrankungen und die geplante Dauer des Eingriffs”, erläutert Alexander Gräfe.

Weiterbildung ist Pflicht

Fachpfleger für Anästhesie und Intensivmedizin

Für den gelernten Krankenpfleger, der sich zum Fachpfleger für Anästhesie und Intensivmedizin qualifizierte, gehört die Arbeit im OP zur täglichen Berufspraxis. „Ich mag meinen Job”, bekennt er unumwunden und begründet so mit wenigen Worten seine mittlerweile 26-jährige Treue zum Herzzentrum Leipzig. Die Arbeit in den Bereichen Anästhesie und Notaufnahme habe ihn schon immer fasziniert. „Viele glauben, die Anästhesie sei langweilig und lasse spannende Momente vermissen. Dabei ist es das genaue Gegenteil”, betont er und belegt seine Aussage anhand zahlreicher Beispiele.

Dazu gehört für ihn auch ein immer breiter werdendes Spektrum an Narkosemitteln. Intubationen, also die totale intravasale Anästhesie, Stand-by-Narkosen in Lokalanästhesie, wobei der Patient bei Bewusstsein bleibt und nur einzelne Körperstellen betäubt werden sowie Analogsedierungen für eine Schmerztherapie mit leichtem Schlaf. Das alles bietet vielfältige Möglichkeiten, den Patienten auf das medizinische Prozedere vorzubereiten.

Zudem, sagt Alexander Gräfe, habe sich in den vergangenen Jahren auch das technische Know-how der Anästhesie deutlich weiterentwickelt. Um hier Schritt zu halten, sind Weiterbildungen für Anästhesieärzte ebenso wie für Schwestern und Pfleger ein stetes Muss.

Wir müssen uns immer auf neue Situationen einstellen. Kein Tag gleicht dem anderen.

Alexander Gräfe, stellvertretender Leiter Anästhesiepflege

Kurze Bekanntschaft

Die Vorbereitung und Einleitung der Narkose, die anschließende Überwachung der Körperfunktionen oder Blutwerte, die Dokumentation des gesamten Eingriffs sowie die Betreuung des Patienten im Aufwachraum gehören zum Aufgabenspektrum des Fachpflegers für Anästhesie. Die Kommunikation mit den Patienten ist somit kurz. Doch auch darin sieht Gräfe einen Reiz. „Man ist gezwungen, sich immer wieder auf neue Situationen und Herausforderungen einzustellen. Kein Tag gleicht dem anderen, jede Schicht hat ihre eigenen Höhepunkte”, fügt der Leipziger an.

Aufkommende Emotionen versuchen Alexander Gräfe und die Mitarbeiter seines Teams im Griff zu halten. Man fühle mit jedem Patienten gleich, betont er und nennt als qualifizierter Pfleger für Kinderanästhesie dennoch eine Einschränkung: „Wenn Kinder auf dem OP-Tisch liegen, fällt einem das nicht immer leicht. Allerdings tragen wir auch diese Gefühle nicht nach außen, allein schon um den Eltern, die vor dem OP-Bereich warten, Kraft und Stärke zu geben.”

Neues Aufgabenfeld

Vor gut einem Jahr hat sich das Aufgabenspektrum von Alexander Gräfe noch einmal deutlich vergrößert. Als stellvertretender Abteilungsleiter unterstützt er seither die Stationsleiterin der Anästhesiepflege, Petra Sobotta, bei deren Arbeit, teilt die die OP-Besetzungen ein, plant die Schichten der rund 30 Abteilungsmitarbeiter und nimmt sich organisatorischer Notwendigkeiten an. „Ich habe den richtigen Beruf für mich gefunden”, bekennt Gräfe im Resümee. Gleichwohl freue er sich auf die Zukunft dieses medizinischen Bereiches. Narkosetiefen oder Sauerstoffmessungen im Gehirn während des Eingriffs eröffnen Ärzten, Schwestern und Pflegern heutzutage Wege und Möglichkeiten, die es vor wenigen Jahren noch nicht gab. Die dabei eingesetzten Gerätschaften werden immer kleiner und effizienter. Langweilig sieht garantiert anders aus.

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