Rhythmologie

Ablationsbehandlungen

Ablationen können harmlose bis lebensgefährliche Herzrhythmusstörungen beheben, insbesondere da, wo Medikamente nicht mehr hilfreich sind und eine herzchirurgische Operation vermieden werden kann.

Ablation im EPU-Labor, Herzzentrum Leipzig

Die Ablationen am Herzen zählen zu den häufigsten und auch effektivsten Eingriffen, die am Herzzentrum Leipzig zur Linderung und Entfernung von Herzrhythmusstörungen vorgenommen werden. Jährlich führt unser Team rund 2.400 Katheterablationen und elektrophysiologischen Untersuchungen durch.

Dabei sind Ablationen vor allem da effektiv, wo eine medikamentöse Behandlung es nicht (mehr) ist. Die häufigste Anwendung ist die Ablation bei Vorhofflimmern, es gibt aber auch noch weitere Einsatzgebiete, für die wir das Verfahren hier am Herzzentrum einsetzen.

Ablationen am Herzen werden in aller Regel mit Kathetern durchgeführt. Sie werden über ein Blutgefäß - entweder an der Leiste oder in einem Arm - zum Herzen geführt, und über die Katheterspitze kann elektromagnetisch erzeugte Hitze, bzw. je nach Methode auch Kälte abgegeben werden. Durch die temperaturbedingte Einflussnahme auf das Gewebe mit dem Katheter werden krankhafte Herzimpulse nicht mehr weitergeleitet.

Im Folgenden erläutern wir kurz für Sie Ablationen bei verschiedenen Erkrankungen, die häufig an unserem Hause durchgeführt werden.

  • Die AV-Knoten-Reentry-Tachycardie, kurz AVNRT, ist eine gutartige Herzrhythmusstörung, bei der plötzlich beginnender und wieder endender regelmäßiger, aber schneller Herzschlag zu beobachten ist.
  • Die unmerkliche Verödung der jeweilig verantwortlichen Leitungsbahnen durch Erwärmung des Ablationskatheters erzielt in großer Mehrzahl aller Fälle sehr zufriedenstellende Ergebnisse.
  • Nach der Behandlung erhalten Sie einen Druckverband und es stehen für Sie einige Stunden Bettruhe an.
  • In der Regel können Sie die Klinik am selben Tag wieder verlassen, sollten aber Anstrengungen noch eine Woche meiden.
  • In ca. 95% bleibt ein Wiederauftreten der Symptome aus. 

Betroffene des WPW-Syndroms (Wolff-Parkinson-White-Syndrom) haben eine angeborene zusätzliche Leitungsbahn zwischen Herzvorhof und Kammer. Mögliche Beschwerden sind Herzrasen, auch bereits in jungem Alter. Bei sehr häufigem Auftreten und ausbleibender Linderung durch Medikamente kann eine Ablation hilfreich sein.

Dabei erfolgt zunächst eine elektrophysische Untersuchung, um die Erregung und Leitung der Herzrhythmusstörung zu vermessen. An der verursachenden Faser wird danach die Ablation durchgeführt und mit elektrischem Strom stark erhitzt, wodurch das Faserbündel seine Leitfähigkeit einbüßt.

Ektope atriale Tachykardien - kurz EAT - sind eine eher selten auftretende Form der Herzrhythmusstörung. Sie werden von so genannten "falschen Zündkerzen" im Vorhof ausgelöst, die für ausgeprägte Beschwerden sorgen können.

Zur Behandlung muss die Vorhofinnenwand abgetastet und ein 3D-Mapping erstellt werden. Nach Auffinden wird der Auslöser der Rhythmusstörung lokalisiert und es kann gezielt abladiert werden.

Die Ablation bei ventrikulären Extrasystolen (VES) wird eingesetzt, wenn das so genannte Herzstolpern auftritt. Helfen bei diesen in der Regel harmlosen Beschwerden Medikamente nicht weiter, ist auch hier eine Ablationsbehandlung ein alternativer Lösungsweg.

Wichtig bei der Therapieentscheidung ist, wo im Herzen die Extrasystolen auftreten und wie oft im 24-Stunden-EKG sie registriert werden.

Bei der eigentlichen Behandlung im EPU-Labor wird ein Elektrodenkatheter über die Leiste zum Herzen vorgeschoben und an der auslösenden Stelle mittels Hochfrequenzstrom verödet.

Die Ablation bei ventrikulären Tachykardien (VT) leistet Hilfe bei einer sehr bedrohlichen Variante von Herzrhythmusstörungen. Die bösartigen, wiederkehrenden Störungen stammen aus der Herzkammer und können einen plötzlichen Herztod verursachen.

Eine mögliche Therapie-Variante ist eine Defibrillatorimplantation (ICD), eine andere kann unter Umständen die Ablation bei ventrikulären Tachykardien sein.

Mittels 3D-Mapping charakterisieren unsere Fachärzte die Aktivierung der Rhythmusstörung. Wird diese als ventrikuläre, immer vom selben Ursprungsort ausgehende Tachykardie charakterisiert, kann die Ablation bei ventrikulären Tachykardien erfolgen. Der Ablauf ist ähnlich wie bei den anderen Ablationsverfahren.

Was passiert bei einer Ablation?

Allen Ablationen gleich ist das grundsätzliche Vorgehen, durch Hitze- oder Kälteeinwirkung gezielt Läsionen, also Narben, zu erzeugen. Platziert an entsprechenden Zellen des Herzmuskels, werden Muskelerregungen unterbunden, die für bestehende Herzrhythmusstörungen verantwortlich sind. Die gewünschte Folge: Das Herz schlägt wieder normal. Der große Vorteil: Durch Ablationen werden im Gegensatz zu vielen medikamentösen Behandlungen die Ursachen bekämpft, nicht nur die Symptome. 

Ablationen bei Vorhofflimmern

Zum Thema Ablationen bei Vorhofflimmern - der häufigsten Variante dieser Behandlungsform - haben wir hier ausführliche Informationen zusammengestellt.

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EPU-Labor
EPU-Labor

Ablationen führen wir in unserem Labor für Elektrophysiologische Untersuchungen, kurz EPU-Labor, durch. Das Herzzentrum verfügt über eines der größten Labore dieser Art weltweit.