Patienteninformationen Kinderkardiologie

Gemeinsam mit den Eltern für die Kleinen

Gemeinsam mit den Eltern für die Kleinen

Ein herzkrankes Kind zu haben, ist eine schwierige Situation. Viele Fragen und Sorgen strömen auf Sie als Angehörige ein. Unser Team ist für Sie da.

Babyhand in Mama-Hand
Herzchirurgisches Know-how

Im internationalen Vergleich zeichnet sich die Kinderherzchirurgie am Herzzentrum durch beste Überlebensraten auch bei höchstem Schweregrad der Operation aus. Kleine Patienten sind bei uns als in besten Händen.

Vorgestellt: Angeborene Herzfehler

Der Ductus arteriosus ist eine Gefäßverbindung zwischen der Aorta und der Pulmonalarterie, die im fetalen Blutkreislauf besteht und sich nach der Geburt normalerweise verschließt. Bleibt diese Verbindung langfristig nach der Geburt geöffnet, besteht die Gefahr einer drohenden Lungenüberflutung mit Blut und einer daraus resultierenden Herzschwäche.

Gelingt der Versuch einer medikamentösen Therapie nicht, kann der Verschluss über einen Herzkatheter erfolgen.

Ist der Ductus arteriosus jedoch sehr groß, wird dieser chirurgisch durch Nähte oder Clips unterbunden. Der chirurgische Zugang erfolgt dabei über einen Schnitt am linken Brustkorb.

Der Aortenisthmus ist der Bereich der Körperschlagader (Aorta) zwischen dem Beginn der linken Armarterie (Arteria subclavia) und der Einmündungsstelle des Ductus arteriosus. Befindet sich in diesem Bereich eine Enge, kommt es zu einer Unterversorgung der unteren Körperhälfte. Es zeigt sich weiterhin eine oft schwere Herzschwäche.

Die Patienten müssen umgehend chirurgisch versorgt werden. Der Zugang erfolgt dabei über einen Schnitt an der linken Brustkorbseite. Bei der Operation wird die Engstelle herausgeschnitten und die beiden Enden der Aorta werden durch eine Naht wieder verbunden.

Ein Vorhofscheidewanddefekt befindet sich zwischen dem rechten und linken Herzvorhof, patientenindividuell an verschiedenen Stellen.

Im geringsten Falle handelt es sich um ein so genanntes Persistierendes Foramen ovale, wie es bei 30 Prozent aller Menschen, meist ohne Krankheitswert, vorkommt.

Im anderen Extrem kann aber auch das gesamte Vorhofseptum fehlen. Aufgrund des Vorhofseptumdefekts fließt Blut von links nach rechts (Links-Rechts-Shunt). Das ist verbunden mit einer gesteigerten Lungendurchblutung. Die Volumenüberlastung der rechten Kammer und des Lungengefäßbettes wird normalerweise lange ohne wesentliche Symptome toleriert.

Die chirurgische Therapie erfolgt in diesen Fällen durch einen Flickenverschluss mit Eigenperikard (Bindegewebe aus dem Herzbeutel). Über die Eröffnung des Thorax wird der Patient an die Herz-Lungen-Maschine angeschlossen. Denn während der Operation ist ein kurzer Herzstillstand notwendig.

Ein Kammerscheidewanddefekt (VSD) ist eine fehlerhafte Verbindung zwischen beiden Herzkammern. Der isolierte VSD ist mit bis zu 25% die häufigste Herzfehlbildung. Aufgrund des höheren Druckes in der linken Herzkammer fließt während der Kontraktion des Herzens ein Teil des Blutes aus der linken in die rechte Kammer (Links-Rechts-Shunt).

So kann sich sehr schnell eine zunehmende Herzschwäche und ein Lungengefäßhochdruck entwickeln. Bei der operativen Therapie wird zunächst der Brustkorbs eröffnet. Der Patient muss zudem an die Herz-Lungen-Maschine angeschlossen werden. Unter Herzstillstand können unsere Kinderherzchirurgen den Defekt mit einem körpereigenen Herzbeutelflicken verschließen.

Die Fallot` sche Tetralogie ist der häufigste zyanotische Herzfehler, bei dem es zu einer Sauerstoffuntersättigung kommt - denn sauerstoffarmes Blut umgeht die Lunge und fließt direkt in den Körperkreislauf.

Dieser Herzfehler besteht aus einem Kammerscheidewanddefekt (VSD) über den die Aorta "reitet", einer Verdickung der rechten Herzkammer und einer Verengung im Bereich des Ausflusstraktes der rechten Herzanteile.

Der Kammerscheidewanddefekt wird mit einem körpereigenen Perikardflicken (Herzbeutelflicken) verschlossen. Die überflüssige Muskulatur wird aus der rechten Pumpkammer herausgeschält. Verengungen im Bereich des Ausflusstraktes werden beseitigt und ein weiterer Perikardflicken dient der Erweiterung in diesem Bereich. Für den operativen Eingriff muss das Herz zunächst stillgelegt werden, der Patient wird an die Herz-Lungen-Maschine angeschlossen.

Bei diesem Herzfehler kommt es zu einer Kombination von einem tiefen Vorhofscheidewanddefekt in Kombination mit einem Kammerscheidewanddefekt. Es besteht eine gemeinsame Herzklappe zwischen den Herzvorhöfen und den Pumpkammern, die nicht selten eine Undichtigkeit zeigt.

Häufig leiden Patienten mit einer Trisomie 21 an diesem Herzfehler.

Der Herzfehler wird herzchirurgisch therapiert. Über die Eröffnung des Brustkorbs schließen unsere Chirurgen den Patient an die Herz-Lungen-Maschine an. Im Herzstillstand werden die beiden Defekte durch zwei Flicken getrennt voneinander verschlossen. Die gemeinsame Herzklappe wird in einen Mitral- und einen Trikuspidalklappenanteil getrennt. Undichtigkeiten beheben wir durch einzelne Nähte.

Bei dieser Fehlbildung entspringt die Körperschlagader (Aorta) aus der rechten Herzkammer, während die Lungenschlagader (Pulmonalarterie) aus der linken Herzkammer entspringt. Dadurch sind Körper- und Lungenkreislauf parallel zueinander geschaltet.

Eine Sauerstoffanreicherung des Blutes ist damit nicht möglich. Nur wenn es zwischen den Vorhöfen oder zwischen den Herzkammern eine Verbindung zur Blutdurchmischung gibt, kann der Patient überleben.

Durch eine komplexe Operation am offenen Herzen unter Verwendung der Herz-Lungen-Maschine und im Herzstillstand werden die großen Körpergefäße und die Koronararterien herausgeschnitten und in die richtige Herzkammer implantiert. Danach befinden sich Lungen- und Körperkreislauf in physiologischer Reihenschaltung.

In diesen Fällen liegt eine vollständige Unterbrechung zwischen verschiedenen Segmenten des Aortenbogens und der absteigenden Aorta vor. Bei allen Patienten gibt es zudem einen Kammerscheidewanddefekt.

Die Blutversorgung der unteren Körperhälfte erfolgt durch den Ductus arteriosus, welcher bis zur Operation medikamentös offen gehalten wird. Unter Verwendung der Herz-Lungen-Maschine und im Herzstillstand rekonstruieren unsere Chirurgen den Aortenbogen, um eine Kontinuität zu schaffen. Der Ductus arteriosus wird reseziert und der Kammerscheidewanddefekt mit einem Perikardflicken (Herzbeutelflicken) verschlossen.

Bei diesem Herzfehler entspringt ein gemeinsames Gefäß aus der Herzbasis. Die Lungenschlagadern gehen aus diesem Gefäß zumeist direkt ab und haben keine Verbindung zur rechten Pumpkammer. Die gemeinsame Herzklappe (Trunkusklappe) ist oft undicht und missgebildet. Sie liegt in der Nähe eines Kammerscheidewanddefektes. Die klinische Symptomatik wird durch das Ausmaß der Lungendurchblutung und den Schweregrad der Missbildung der Trunkusklappe bestimmt.

Bei der chirurgischen Korrektur unter Verwendung der Herz-Lungen-Maschine schneiden unsere Kinderherzchirurgen im Herzstillstand die großen Lungengefäße aus der Aorta heraus. Anschließend wird der Kammerscheidewanddefekt mit einem Perikardflicken (Herzbeutelflicken) verschlossen. Über eine biologische Gefäßprothese werden die Lungengefäße mit der rechten Pumpkammer verbunden.

Die Gefäßprothese wächst allerdings nicht mit, sie muss im weiteren Verlauf des Lebens herzchirurgisch ausgetauscht werden.

Bei der totalen Lungenvenenfehlmündung besteht keine direkte Verbindung zwischen Lungenvenen, die sauerstoffreiches Blut aus der Lunge transportieren, und dem linken Vorhof.

Über ein Sammelgefäß wird das Blut in venöse Gefäße oberhalb des Herzens, unterhalb des Herzens oder direkt in den rechten Vorhof geleitet.

Zeigen sich im Bereich der Sammelgefäße Engstellen, kommt es zu einem kritischen Blutstau in der Lunge.

In dieser Situation müssen die Patienten umgehend operiert werden. Im Herzstillstand werden die fehlmündenden Lungenvenen direkt mit dem linken Vorhof verbunden, um so den Defekt zu beheben.

sowie Hypoplastisches Linksherzsyndrom

Bei einigen sehr komplexen Fehlbildungen kann eine physiologische Korrektur nicht durchgeführt werden. In diesen Fällen führen unsere Kinderherzchirurgen so genannte palliative Eingriffe durch, um das Überleben der Patienten zu sichern.

Die chirurgische Behandlung von funktionell univentrikulären Herzen – das heißt, nur eine Pumpkammer ist ausgebildet – besteht in einer Trennung des kleinen vom großen Kreislauf. Durch diese Umgehung der rechten Herzhälfte wird die passive Lungendurchblutung ermöglicht. Über eine Gefäßprothese fließt Blut aus der Körperschlagader in die Lungenarterie.

Das gesamte Konzept wird als "Fontan Zirkulation" bezeichnet. Es besteht aus drei Operationen, die in der Regel bis zum dritten Lebensjahr abgeschlossen sein sollten.

Die Gore Tex Gefäßprothese kann auch genutzt werden, um Patienten mit sehr komplexen, aber korrigierbaren Herzfehlern zunächst zu stabilisieren, um sie zu einem späteren Zeitpunkt operieren zu können. Kommt es durch die spezifische Physiologie eines Herzfehlers zu einer vermehrten Lungendurchblutung, kann ein pulmonal-arterielles Banding (PAB) angelegt werden. Damit wird die Entwicklung eines Lungenhochdrucks verhindert.