Pressemitteilung

HELIOS Klinik Leezen in der Hygiene gut aufgestellt

Leezen

Seit kurzem ist im HELIOS Hygiene-Portal online nachzulesen, wie häufig die wichtigsten multiresistenten Erreger in 87 Akutkliniken von HELIOS vorgekommen sind (helios-kliniken.de/hygiene). In einer grafischen Darstellung wird die Entwicklung der Erregerbelastung bis Mitte 2016 abgebildet. Multiresistente Erreger (MRE) können für abwehrgeschwächte Patienten eine ernsthafte Gefahr darstellen, weil sie resistent - also unempfindlich gegen die meisten Antibiotika - und deshalb nur schwer zu bekämpfen sind.

 

Nach der Novellierung des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) ist jedes Krankenhaus seit 2012 verpflichtet, die häufigsten infektionsrelevanten Erreger zu erfassen, zu dokumentieren und zu bewerten. Die Daten werden i.d.R. durch sogenannte Screenings erhoben: Patienten aus Risikogruppen, die durch das Robert Koch-Institut Berlin (RKI) festgelegt wurden, werden bei ihrer Aufnahme auf MRE getestet. 

Für jede Klinik sind die drei wichtigsten  multiresistenten Erreger-Gruppen MRSA (Methicillin resistenter Staphylococcus aureus), VRE (Vancomycin resistente Enterokokken) und MRGN (Multiresistente gramnegative Erreger) in Grafiken abgebildet. Hier lässt sich zum einen nachvollziehen, wie viele Patienten den Erreger in die Klinik mitgebracht haben, zum anderen ist sichtbar, wie viele Patienten den MRE während ihres Klinikaufenthaltes (nosokomial) erworben haben. Auch die Entwicklung beider Parameter über die Jahre hinweg lässt sich so gut erkennen.

Da der Gebrauch von Antibiotika der wichtigste Faktor zur Resistenzentwicklung von Bakterien ist, wird seit der Änderung des IfSG in allen HELIOS-Kliniken der Antibiotikaverbrauch im Zusammenhang mit der Resistenzentwicklungen der Bakterien erfasst und bewertet.

 

Die HELIOS Klinik Leezen übernimmt ihre Patienten meist aus Kliniken der Maximalversorgung und aus universitären Einrichtungen in die Frührehabilitation. Die Patienten sind i.d.R. mit verschiedenen Kathetern und Drainagen versorgt, haben zum Teil große (postoperative und /oder Verletzungs-) Wunden und sind künstlich beatmet. Schwerste Krankheitsbilder und vorangegangene Antibiotikatherapien bedingen ein generelles MRE-Screening bei Übernahme.

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Daten zum MRSA werden in der HELIOS Klinik Leezen seit 2002  erfasst. Die Fallzahl pro 100 Patienten insgesamt sinkt nun seit 2013. Das entspricht sowohl dem nationalen Trend wie auch dem der Gesamtheit der HELIOS Akutkliniken.

Für Leezen ist ab 2013 auch eine geringe Zunahme der aus anderen Kliniken mitgebrachten und die Reduktion nosokomial erfasster Fälle zu registrieren.

 

VRE –Fälle nehmen allgemein zu.  Der unkritische Einsatz des Antibiotikums  Vancomycin in ambulantem und stationärem Bereich, aber vor allem in der Tiermast ist eine Ursache. Für die Klinik Leezen ist hier ein weitaus höherer Anteil an mitgebrachten Fällen gegenüber nosokomialen verzeichnet worden.

 

Dass auch die Fallzahl der MRGN in deutschen Kliniken zunimmt ist kein Geheimnis. Aufgrund der stetigen Erfassung und Bewertung der Daten konnten jedoch bei HELIOS und somit auch in der HELIOS Klinik Leezen, Hygienekonzepte gemäß KRINKO-Empfehlungen (Krankenhaus-Infektions-Kommission des RKI) etabliert und an die aktuelle Situation angepasst werden. Die kontinuierliche Reduktion der nosokomialen Fallzahlen seit 2013 zeigt, dass die Konzepte in Leezen greifen.

 

Die Zunahme von Patienten mit MRE-Nachweis stellt die HELIOS Klinik Leezen vor große Herausforderungen.  Selbst wenn sich mit dem Rückgang in der Klinik erworbener Fälle ein sehr positiver Trend zeigt, sind die kontinuierliche Datenerfassung und die Etablierung von Standards und deren Überprüfung und Anpassung weiterhin sehr wichtig. Das Hygieneteam, welches sich aus der beratenden Krankenhaushygienikerin, zwei Hygienefachschwestern, dem curricular ausgebildeten hygienebeauftragten Arzt und hygienebeauftragten Mitarbeitern aller Stationen und Therapiebereiche zusammensetzt, arbeitet gemeinsam an der Umsetzung der erforderlichen Hygienemaßnahmen im Alltag.

Durch im Umgang mit Antibiotika speziell fortgebildete Ärzte finden regelmäßig mikrobiologische Visiten statt. So werden unnötige Therapien mit Antibiotika vermieden bzw. dem Infektionserreger und dessen Resistenz angepasste Therapien inszeniert.

 

Die Umsetzung der Datenerfassung und Beobachtung von MRE, die Ableitung von sinnvollen Hygienemaßnahmen und ein sachgerechter Umgang mit  Antibiotika erhöhen die Sicherheit für die Patienten in der HELIOS Klinik Leezen entscheidend.

 

 

Zur HELIOS Kliniken Gruppe gehören 112 eigene Akut- und Rehabilitationskliniken inklusive sieben Maximalversorger in Berlin-Buch, Duisburg, Erfurt, Krefeld, Schwerin, Wuppertal und Wiesbaden, 72 Medizinische Versorgungszentren (MVZ), fünf Rehazentren, 18 Präventionszentren und 14 Pflegeeinrichtungen. HELIOS ist damit einer der größten Anbieter von stationärer und ambulanter Patientenversorgung in Deutschland und bietet Qualitätsmedizin innerhalb des gesamten Versorgungsspektrums. Sitz der Unternehmenszentrale ist Berlin.

HELIOS versorgt jährlich mehr als 4,7 Millionen Patienten, davon rund 1,3 Millionen stationär. Die Klinikgruppe verfügt insgesamt über rund 35.000 Betten und beschäftigt rund 71.000 Mitarbeiter. Im Jahr 2015 erwirtschaftete HELIOS einen Umsatz von rund 5,6 Milliarden Euro. Die HELIOS Kliniken gehören zum Gesundheitskonzern Fresenius und sind Partner des Kliniknetzwerks „Wir für Gesundheit“.