Beobachtungsbereich nimmt Betrieb auf

Beobachtungsbereich nimmt Betrieb auf

Kronach

Speziell für diffuse Fälle gibt es seit dem 1. Juni in der Helios Frankenwaldklinik Kronach den neuen Beobachtungsbereich.

Beklemmungsgefühle und Schmerzen im Brustkorb, das Atmen macht Mühe. Betritt eine Patientin oder ein Patient mit diesen Beschwerden die Notaufnahme einer Klinik, kommen ganz verschiedene Ursachen in Frage, vergleichsweise harmlose genauso wie potentiell lebensbedrohliche. Eine sorgfältige Untersuchung bringt Klarheit, bedeutet jedoch in der Regel auch einen mehrtägigen Krankenhausaufenthalt.

Speziell für solche diffusen Fälle gibt es seit dem 1. Juni in der Helios Frankenwaldklinik Kronach den neuen Beobachtungsbereich. Direkt der Notaufnahme angegliedert, stehen hier sechs Beobachtungsbetten in zwei Räumen zur Verfügung, alle für den Fall der Fälle ausgestattet mit den nötigen Anschlüssen für mobile Geräte zur Vitalparameterüberwachung. Der Vorteil für die Patientinnen und Patienten: Statt zur Abklärung ihrer Beschwerden den vollen Aufnahmeprozess durchlaufen zu müssen, bleiben sie zunächst für maximal 24 Stunden im neuen Beobachtungsbereich. Wenn sich in der Diagnostik oder nach Medikamentengabe zeigt, dass kein klinisch behandlungsbedürftiges Leiden vorliegt, kann auf eine Verlegung auf Station verzichtet und der Patient wieder rasch entlassen werden.

Auf der anderen Seite ist der Weg kurz und Hilfe schnell zur Stelle, wenn die Beschwerden doch schwerer sein sollten als zunächst angenommen. Eine Zeitersparnis, die unter Umständen entscheidend sein kann: "Oft zeigt sich erst nach einigen Stunden und im Langzeitvergleich, wie behandlungsbedürftig jemand wirklich ist. Der erste Eindruck kann trügerisch sein, vor allem, wenn ein komplexes Krankheitsbild vorliegt.", erläutert Pascal Jung, der pflegerische Leiter der Notaufnahme in der Frankenwaldklinik. "Der neue Bereich gibt uns da wertvollen, zusätzlichen Spielraum!", so Jung.

Dem schließt sich Andreas Ebert, Pflegedirektor der Frankenwaldklinik, an und erläutert: "Für den Patienten federt der Beobachtungsbereich Ungewissheit ab und gibt zusätzliche Sicherheit bei der Diagnose. In der Klinik hilft er uns dabei, den Aufwand für Aufnahmen und Umverlegungen auf den Stationen zu senken. Und bei hohem Patientenaufkommen entspannen die zusätzlichen Betten die Platzverhältnisse in der Notaufnahme." Zudem sei der Beobachtungsbereich ein entscheidender Baustein auf dem Weg der Frankenwaldklinik in eine höhere Notfall-Versorgungsstufe: "Unser Ziel ist es, künftig eine erweiterte Notfallversorgung für den südlichen Frankenwald anbieten zu können. Ein wohnortnahes Angebot spart Zeit und lange Wege. Der Beobachtungsbereich ist dafür einer der zentralen Bausteine.", so Ebert.

Und was erwartet die Patientinnen und Patienten konkret im Beobachtungsbereich? Für Kontakte zu Angehörigen muss die aktuell geltende Besuchsregelung beachtet werden. Da es sich um einen Notfallbereich handelt, kann diese strenger ausfallen als für das restliche Haus. Für das Gepäck sind sowohl Schränke, als auch Schließfächer für Wertsachen vorhanden. Trennwände und auf Wunsch Schlafbrillen schaffen Ruhemöglichkeiten während des maximal 24 Stunden kurzen Aufenthalts. Toiletten und Wasserspender stehen innerhalb der Notaufnahme zur Verfügung. Wie in der gesamten Klinik, ist auch im Beobachtungsbereich die WLAN-Nutzung kostenfrei möglich.

Voll durchstarten kann der Beobachtungsbereich allerdings vorerst noch nicht. Der Grund auch hierfür: Corona. "Die Sicherheitsabstände gelten natürlich auch für uns. Deswegen belegen wir vorerst nur jedes zweite Bett, um auf Nummer sicher zu gehen!", so Pascal Jung. Durch die Verteilung auf zwei Räume stünden damit aktuell 4 belegbare Betten zur Verfügung. "Wir sehen das aber ganz pragmatisch, denn so können sich alle an die neuen Abläufe gewöhnen!", so Jung.

Stefan Studtrucker

Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Stefan Studtrucker

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