Wichtige Informationen für unsere Patienten - Ablauf

Am Tag vor der Operation:
An diesem Tag führen wir mit Ihnen ein umfassendes Aufklärungsgespräch, möglichst in unserer Anästhesieambulanz und gehen auf alle anästhesiespezifischen Faktoren und ihre Fragen ein. Das Anästhesieverfahren wird festgelegt.

Der Operationstag:
Sie werden auf der Station auf die Operation vorbereitet, erhalten bei Bedarf ein beruhigendes Medikament und werden in den Operationsbereich gebracht.

Die Narkosevorbereitung:
Im Narkoseeinleitungsraum erfolgt die Vorbereitung für die Narkose, d.h. Anschließen der EKG-Überwachung, Blutdruckmessung, Messung der Sauerstoffsättigung, Legen der Venenverweilkanüle und Anlegen der Infusion.

Im Aufwachraum:
Nach der Operation werden hier alle lebenswichtigen Funktionen kontrolliert bis Sie wieder sicher auf Station zurückgebracht werden können.

Richtiges Verhalten

Es gibt bestimmte Verhaltensregeln, die Sie unabhängig vom Anästhesieverfahren zu Ihrer Sicherheit unbedingt beachten sollten:


1. Ab 24 Uhr des Vorabends nichts mehr essen, trinken und rauchen.
2. Am Anästhesietag Make-up, Nagellack, Piercing etc. entfernen, Schmuckstücke ablegen, Zahnprothesen und andere Prothesen auf Station belassen.
3. Die Prämedikationstablette mit einem Schluck Wasser/Tee einnehmen, die Einnahme Ihrer üblichen Medikamente erfolgt am Morgen nach Absprache mit dem Anästhesisten.

 

Wie schnell wirkt eine Allgemeinanästhesie?
Die Verabreichung der Narkosemittel erfolgt über eine in der Vene liegende Kanüle, so dass Sie innerhalb von 1-2 Minuten ruhig einschlafen; die Zufuhr von Narkosegas über eine Maske wird nur in Ausnahmefällen zur Narkoseeinleitung genommen, da die Einschlafphase länger dauert und unangenehm sein kann.

Aufwachen während einer Operation
Es werden ständig alle lebensnotwendigen Organfunktionen einschließlich der Narkosetiefe durch Monitoring überprüft. Dadurch wird ein gezieltes und frühzeitiges Nachspritzen von Narkosemitteln möglich und ein Aufwachen verhindert. Ebenso kann man nicht während einer Narkose sprechen oder Vertrauliches von sich geben; hingegen ist Träumen möglich.

Kann es passieren, dass ich nicht mehr aufwache?
Allgemeinanästhesien sind heute so sicher wie nie zuvor. Wir setzen nur moderne sehr gut verträgliche Narkosemittel ein. Außerdem werden Sie mit allen derzeit verfügbaren technischen Geräten und besonders geschulten Narkoseärzten ständig überwacht. Lebensbedrohliche Komplikationen entstehen meist infolge der Operation (z.B. Verletzung lebenswichtiger Strukturen) oder durch schwere Begleiterkrankungen. Deshalb ist es wichtig vor der Narkose diese Erkrankungen zu behandeln und ggf. sogar die Operation zu verschieben. Durch all diese Vorsichtsmaßnahmen ist heute jede Narkose sicherer als eine Fahrt mit dem Auto.

Schmerzen nach der Operation
Je nach Ausmaß der Operation und individueller Schmerzempfindlichkeit treten nach dem Aufwachen unterschiedlich starke Schmerzen auf. Schmerzen werden konsequent behandelt. Dies beginnt schon vorbeugend durch Verwendung langwirkender Schmerzmittel während der Operation. Das Ziel ist größtmögliche Schmerzlinderung bzw. Schmerzfreiheit. Vor großen Operationen empfiehlt sich die Anlage eines so genannten Schmerzkatheters.

Übelkeit nach der Operation
Übelkeit und Erbrechen nach Anästhesien treten in Abhängigkeit von einer individuellen Veranlagung und der durchgeführten Operation in unterschiedlicher Häufigkeit auf. Informieren Sie uns deshalb beim Narkoseaufklärungsgespräch, wenn Sie zu Übelkeit neigen. Durch vorbeugende Maßnahmen und die Anwendung moderner Narkosemittel sind diese unangenehmen Begleiterscheinungen einer Narkose selten geworden. Fall sie dennoch auftreten, werden sie konsequent behandelt. Leider gibt es noch keine Gewähr für ein Aufwachen ohne Übelkeit.

Wann kann man wieder essen und trinken?
Dies hängt immer von der durchgeführten Operation und letztlich davon ab, wie munter Sie sind. Nach einer Vollnarkose kann man mit Trinken nach ca. 2 Stunden beginnen, feste Nahrung nach 3-4 Stunden. Nach Operationen mit erhöhtem Aspirationsrisiko müssen Sie entsprechend länger nüchtern bleiben. Fragen Sie Ihren Anästhesisten oder Operateur.

Anästhesie bei ambulanten Eingriffen
Zunehmend werden Operationen ambulant durchgeführt, damit Sie in Ihrer vertrauten häuslichen Umgebung rasch wieder gesund werden. Wir unterstützen dies, wollen aber keine Abstriche vom hohen Sicherheitsstandard unserer Narkosen machen. Deshalb ist es wichtig, dass Sie vor der Operation zu uns in die Anästhesieambulanz kommen, damit Sie auf die Operation vorbereitet und mögliche Risiken im Vorfeld eliminiert werden.
Am Operationstag kommen Sie morgens in die Zentrale Patientenaufnahme. Sie müssen nüchtern sein und dürfen auch nicht mehr geraucht haben. Die Pflegekräfte kümmern sich um alles Weitere und bringen Sie in den OP. Nach der Operation und einem kurzen Aufenthalt im Aufwachraum werden Sie in den Ruheraum der Zentralen Patientenaufnahme zurückgebracht. Hier werden Sie noch ca. 3 Stunden überwacht und mit Schmerzmitteln versorgt. Sie bekommen Mineralwasser zu trinken. Bei Kindern empfiehlt es sich, das gewohnte Getränk und ein Lieblingsspielzeug mitzubringen. Zum Zeitvertreib bei Erwachsen ist das Mitbringen der Lieblingslektüre ratsam.
Sobald Sie wieder mobilisierbar sind und keine Nebenwirkungen der Operation und Narkose bestehen, dürfen Sie nach Hause. Obwohl Sie wieder fit sind, was durch den Einsatz modernen Narkosemedikamente beschleunigt wird, kann das Reaktionsvermögen beeinträchtigt sein. Deshalb sollten Sie die Klinik mit einer Begleitperson verlassen, 24h kein Autofahren und keine Dinge tun, die volle Konzentration erfordern. Außerdem sollten Sie daheim von einer zuverlässigen Person betreut werden und keinen Alkohol trinken. Falls unerwartete Besonderheiten (z.B. starkes Erbrechen, Fieber über 38,5°, Nachblutungen…) auftreten, wenden Sie sich bitte an unsere Information (09261 59-0).