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Klar zur Wende: Abenteuerlust mit Diabetes und Tiefgang

Klar zur Wende: Abenteuerlust mit Diabetes und Tiefgang

Krefeld

Zwölf Jugendliche mit Diabetes Typ 1 auf Segel-Freizeit mit einem Team des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin

„Gemeinsam an einem Strang ziehen“ oder „in einem Boot sitzen“ – es gibt viele Redewendungen, die zu der Segel-Freizeit auf dem IJsselmeer passen, zu der das Team des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin bereits zum fünften Mal aufbrach. Für insgesamt sieben Tage stachen die Diabetesberaterinnen Verena Nemitz und Angelique Janßen sowie der Leitende Oberarzt Dr. Daniel Delbeck mit zwölf Jugendlichen in See. Was sie als Crew verbindet: ein Diabetes Typ 1 und die Abenteuerlust.

 

„Auf dem Boot kochen wir gemeinsam, die Jugendlichen wiegen ihr Essen, schätzen ab, berechnen, messen ihre Werte und spritzen Insulin. Hier sind sie nicht die Ausnahme, sondern Teil einer Gemeinschaft. Das stärkt ihr Selbstbewusstsein ungemein“, beschreibt Kinderarzt Delbeck das Leben an Bord. Hier sind die Jugendlichen in einem geschützten Raum unter sich, können sich über ihren Alltag austauschen, knüpfen Kontakte zu Gleichaltrigen, die die gleichen Fragen und Gedanken umtreiben. Auch geht es dem Betreuerteam vom Helios darum, den Jugendlichen Sicherheit zu geben. „Sie müssen lernen, wie körperliche Aktivität ihren Blutzuckerspiegel beeinflusst. Durch Sport leeren sich die Zuckerspeicher in Muskeln und Leber, die nach dem Training wieder aufgefüllt werden müssen“, erklärt Delbeck. „Abends machen wir mit jedem eine Blutzuckervisite. Dabei schauen wir uns die Werte des Tages an, sehen Ausreißer nach oben und unten und überlegen gemeinsam, wie größere Schwankungen vermieden werden können.“

Bei der Autoimmunerkrankung bildet der Körper selbst kein Insulin, das Glukose aus dem Blut in die Zellen schleust. Die Jugendlichen müssen zeitlebens Insulin spritzen, um ihren Blutzuckerspiegel im Zielbereich zu halten. Es gilt starke Schwankungen nach unten (Unterzuckerungen) und nach oben (Überzuckerungen) zu vermeiden. Die Insulindosen müssen dabei auf die Menge der Kohlenhydrate abgestimmt werden, die in die jeweiligen Mahlzeiten enthalten ist.

 

Zurück in Krefeld werden Nummern getauscht, eine Chatgruppe entsteht und Pläne für die nächste Tour werden geschmiedet – und Dr. Daniel Delbeck befindet mit einem Augenzwinkern: „Die zwölf sind nun mit allen Wassern gewaschen.“