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Fuß um 140 Grad gedreht: Der erste Schritt in ein normales Leben

Fuß um 140 Grad gedreht: Der erste Schritt in ein normales Leben

Krefeld

Ein um 140 Grad über den Spann verdrehter Fuß beeinträchtigt das Leben von Krasimira Taneva seit ihrer Geburt. Als die Schmerzen unerträglich werden und in Bulgarien eine Amputation des Klumpfußes droht, übernimmt Fußchirurg Dr. Matthias Wennmacher die Behandlung der 28-Jährigen.

Eine aufwändige OP und eine mehrmonatige Korrektur des Fußes mithilfe eines Fixateurs verlaufen erfolgreich, so dass die gebürtige Bulgarin nun erstmals wieder schmerzfrei laufen kann. „In meiner Heimat Bulgarien sagte man mir, dass nur eine Amputation in Frage käme. Das aber war für mich keine Option, denn bis vor einem Jahr hatte ich ja auch keine Schmerzen und konnte mit dem Fuß ganz gut laufen. Nur meine Schuhauswahl war eingeschränkt, meistens hatte ich hinten offene Schlappen an“, so Krasimira Taneva. „Plötzlich aber tat mir der Fuß weh. Ich konnte nicht mehr auftreten und war auf Krücken angewiesen.“

Im Frühjahr 2017 stellt sich die junge Frau erstmals in der Fußchirurgie am Helios Klinikum Krefeld vor. „Ich habe sofort Vertrauen zu Dr. Wennmacher gefasst, er hat mir Mut gemacht, eine Operation zu wagen.“ Der zertifizierte Fußchirurg erkennt schnell, dass hier kein Routineeingriff möglich ist: „Solch ein extremer Klumpfuß bei einem Erwachsenen ist sehr selten und kommt in Deutschland fast nicht mehr vor. Die Fehlstellungen werden bei uns in aller Regel im frühen Kindesalter korrigiert.

Vor der Operation bei Frau Taneva haben wir extra einen speziellen Fixateur angeschafft, der eine langsame Korrektur des Fußes von außen ermöglicht.“ Nur so kann die Fehlstellung behoben werden, ohne dass Haut, Sehnen und Nerven zu sehr in Mitleidenschaft gezogen werden. Bei der fünfstündigen OP selbst lösten die Chirurgen die anatomischen Strukturen, die dafür gesorgt hatten, dass der Fuß derart deformiert war. „Wir mussten die Achillessehne verlängern, die hintere Kapsel des oberen und unteren Sprunggelenks durchtrennen, die Verspannung in der Fußsohle auflösen und in der Fußwurzel einen dreidimensionalen Knochenkeil sowie einen Teil vom Sprungbein entfernen“. Anschließend wird der Fixateur, ein Metallgerüst mit drei Ringen und insgesamt zwölf Streben, mit Drähten und Gewindestangen in Unterschenkel und Fuß angebracht.

Berechnet wird die genaue Korrektur mittels einer speziellen Software, in welche die Röntgenbilder des Fußes eingelesen wurden. In 3D simulierte das System den Fuß und die vorhandene Fehlstellung und ermittelte die sukzessive Berichtigung. Über drei Monate lang musste nach einem festen Plan zweimal täglich die Position aller zwölf Streben gedreht werden. Das erfordert eine ungeheure Disziplin des Patienten“, unterstreicht der 51-jährige Unfallchirurg. Die notwendige Motivation dazu hatte Krasimira Taneva: „Den Rest meines Lebens auf der Couch, im Bett oder im Rollstuhl zu verbringen – das konnte ich mir nicht vorstellen! Ich bin noch jung und will etwas erleben, eine Arbeit finden und Autofahren lernen.“

Nach fünf langen Monaten mit dem Fixateur am Fuß und auf einen Rollstuhl angewiesen, ist es Ende Februar endlich soweit: Das Metallgestänge wird operativ entfernt, es folgen die ersten vorsichtigen Schritte mit einem speziellen Stiefel auf dem Krankenhausflur. Krasimira Taneva hat sich für ihre Zukunft viel vorgenommen, der erste große Schritt in die gewünschte Richtung liegt bereits hinter ihr: „Nach einem Praktikum in der Altenpflege kann ich mir vorstellen, nun eine Ausbildung in diesem Bereich zu beginnen.“

Pressekontakt:

Helios Klinikum Krefeld
Unternehmenskommunikation
Julia Dubois
Telefon: (02151) 32-1681
E-Mail: julia.dubois@helios-gesundheit.de