Fusionsbiopsie: Neue Kombination zur zielgenauen Diagnose von Prostatakrebs

Fusionsbiopsie: Neue Kombination zur zielgenauen Diagnose von Prostatakrebs

Krefeld

Um Prostatakrebs schneller und exakter zu erkennen sowie den größtmöglichen Informationsgewinn über das Organ zu erhalten, kommt im Prostatakrebszentrum am Helios Klinikum Krefeld ein neuartiges Verfahren zum Einsatz.

Die Behandlung von Prostatakrebs setzt einen sicheren Nachweis per Probenentnahme (Biopsie) aus der Prostata voraus. Bei einem begründeten Verdacht, etwa auf der Grundlage eines auffälligen Tastbefundes oder erhöhten PSA-Wertes, erfolgt nach aktueller Leitlinie eine ultraschallgesteuerte Probenentnahme.

Zu einer noch präziseren Diagnostik hat in den letzten Jahren die Magnet-Resonanz-Tomografie (MRT) beigetragen. Heute ist mittels hochmoderner Technologie eine Fusion beider bildgebender Verfahren möglich: „Die Aufnahmen der vorab erfolgten MRT-Untersuchung werden zur Biopsie in Echtzeit über die Darstellung im Ultraschall gelegt“, erläutert Prof. Martin Friedrich, Chefarzt der Urologie und Leiter des DKG-zertifizierten Prostatakrebszentrums am Helios Klinikum Krefeld. „Durch die Vorteile beider Methoden in nur einer Darstellung können wir die von den Radiologen digital markierten tumorverdächtigen Areale in einem noch sehr früheren Stadium exakt lokalisieren und zur Probenentnahme millimetergenau ansteuern“, erklärt Prof. Martin Friedrich.

Um für Krebspatienten ein Höchstmaß an Sicherheit zu erreichen, wird diese MRT-gestützte Prostatabiopsie immer im Rahmen einer systematischen Gewebeprobenentnahme durchgeführt. Dabei werden nicht nur gezielt krebsverdächtige Veränderungen ins Visier genommen, sondern systematisch alle Bereiche der Prostata. Dies erfolgt nach einem standardisierten Schema, ähnlich einem Rastersystem. Im Anschluss an die Biopsie liefert die feingewebliche Untersuchung im Labor Gewissheit.

Die schmerzarme Untersuchung wird unter Lokalanästhesie oder in einer Art Dämmerschlaf im Rahmen eines stationären Kurzaufenthaltes durchgeführt. „Ist das Ergebnis positiv, hängt das weitere Vorgehen von der Art, dem Ausmaß und der Aggressivität der Erkrankung ab. Die Empfehlung, ob eine frühe Therapie, zum Beispiel eine operative Entfernung der Prostata oder eine Bestrahlung angezeigt ist, beziehungsweise ein kontrolliertes Abwarten der Tumorentwicklung erfolgen kann, ist immer das Ergebnis einer gemeinsamen, interdisziplinären Bewertung“, beschreibt Prof. Friedrich, der mit seinem Team jährlich rund 250 Patienten mit Prostatakrebs betreut.
 
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