Coronavirus: Hinweise und Besuchsregelung –> alle Infos

Frauenherzen schlagen anders
Weltherztag 2019

Frauenherzen schlagen anders

Schwerin

Bei einem Herzinfarkt zählt jede Minute. Deshalb ist es wichtig, dass möglichst viele Menschen die Symptome für einen Herzinfarkt richtig deuten können und wissen, wie sie im Ernstfall reagieren müssen. Der Weltherztag, der aus einer Initiative der „World Heart Federation“ (WHF) entstanden ist und jedes Jahr am 29. September stattfindet, soll zur Aufklärung rund um die Erkrankung beitragen.

Die Ursache eines Herzinfarktes ist meist eine koronare Herzkrankheit, kurz KHK, unter der in Deutschland nach Schätzungen rund 3,5 Millionen Männer und 2,5 Millionen Frauen leiden. „Bei Patienten, die unter einer KHK leiden, verengen sich die Herzkranzgefäße. Ihre Aufgabe ist es, das Herz mit Sauerstoff und Nährstoffen zu versorgen“, sagt Prof. Dr. Alexander Staudt, Chefarzt der Klinik für Kardiologie und Angiologie an den Helios Kliniken Schwerin. Ein Herzinfarkt tritt ein, wenn sich ein Herzkranzgefäß verschließt. Dadurch wird der Herzmuskel nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt, sodass Herzmuskelzellen absterben und das Herz seine Pumpfunktion nicht mehr erfüllen kann.

„Ein Herzinfarkt ist für Betroffene lebensbedrohlich. Deshalb gilt bei akuten Brustschmerzen: Sofort den Rettungsdienst über die Nummer 112 anrufen“, erklärt der Chefarzt. Typische Anzeichen für einen Herzinfarkt sind heftige Schmerzen im Brustkorb, die länger als 15 Minuten anhalten und in Arme, Schulterblätter, Hals, Kiefer oder Oberbauch ausstrahlen können. Viele Patienten spüren außerdem ein Engegefühl, heftigen Druck oder Brennen im Brustkorb. Weiterhin können Atemnot, Übelkeit, Brechreiz, Angst, Schwächegefühl, blasse Gesichtsfarbe, kalter Schweiß und Bewusstlosigkeit auftreten.

„Was vielen Menschen noch nicht bewusst ist: Bei Frauen weisen mitunter andere Symptome auf einen Herzinfarkt hin. Deshalb wurde die Erkrankung bei ihnen lange Zeit erst spät erkannt. Sie sollten unbedingt auch bei atypischen Beschwerden, die bei körperlicher Ruhe mehr als fünf bis zehn Minuten anhalten, den Rettungsdienst informieren“, weiß Prof. Staudt. Während die Brustschmerzen bei Männern meist in die linke Körperhälfte ausstrahlen, können Frauen vermehrt auch über Kurzatmigkeit, Übelkeit, Rücken- oder Nackenschmerzen, sowie Beschwerden im Oberbauch klagen.

Zur Risikogruppe für das Erleiden eines Herzinfarktes gehören sowohl Männer als auch Frauen, die unter Bluthochdruck und Diabetes mellitus leiden, sowie Raucherinnen und Raucher und Menschen mit familiärer Vorbelastung. Auch Übergewicht, mangelnde Bewegung und Stress zählen zu den Risikofaktoren. „Wenn in und nach den Wechseljahren der Östrogenspiegel bei Frauen sinkt, verschieben sich die Risikofaktoren bei Frauen. Diabetikerinnen haben nach der hormonellen Umstellung im Vergleich zu Männern ein sechsfach höheres Risiko einen Herzinfarkt zu erleiden. Außerdem steigt nach den Wechseljahren bei vielen Frauen der Blutdruck“, so der Chefarzt.