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Frauenherzen schlagen anders

Frauenherzen schlagen anders

Krefeld

Zum internationalen Frauentag erläutert Dr. Brigitte Bathgate, kardiologische Oberärztin am Helios Herzzentrum Niederrhein, welche Risikofaktoren einen Herzinfarkt begünstigen und worauf Frauen achten sollten.

Zwischen Frau und Mann gibt es vielmehr als nur den „kleinen Unterschied“. Geschlechtsspezifische Besonderheiten haben auf Herz-Kreislauferkrankungen bei Frau und Mann einen großen Einfluss. Besonders deutlich wird dies am Beispiel des Herzinfarkts.

Die weiblichen Geschlechtshormone spielen für den Herzinfarkt eine wichtige Rolle. „Bis zur Menopause scheinen Frauen zumindest biologisch besser gegen Herzinfarkte gewappnet zu sein. Davor haben sie durch das Hormon Östrogen einen natürlichen Gefäßschutz. Mit der Menopause und bedingt durch die höhere Lebenserwartung steigt das Risiko für eine Herzerkrankung jedoch enorm an“, erläutert Dr. Bathgate.

Rauchen und Diabetes sind klassische Risikofaktoren, die zwar beide Geschlechter betreffen, bei Frauen jedoch mehr ins Gewicht fallen. Frauen, die regelmäßig zur Zigarette greifen, haben ein erhöhtes Risiko für Herzerkrankungen. Fatal ist, wenn rauchende Frauen mit zusätzlichen Risikofaktoren die Anti-Baby-Pille nehmen. Dann können sich die Risiken für einen Infarkt vervielfältigen.

Stark unterschätzt wird zudem der Faktor Stress: Bei Frauen belastet er das weibliche Herz deutlich stärker als bei Männern, wie Studien belegen. „Viele Frauen schultern heute neben der Kindererziehung, dem Haushalt und der Betreuung der Eltern auch die eigene berufliche Karriere. In Kombination erhöht das den Stresslevel enorm und mit ihm die Wahrscheinlichkeit für einen Infarkt“, so die Kardiologin.

Im Gegensatz zu Männern sterben mehr Frauen an einem Herzinfarkt - unter anderem weil er oft erst später erkannt wird. Bei einem „normalen“ Herzinfarkt sind Schmerzen in der Brust das geschlechterübergreife Hauptsymptom. „Dieses an sich typische Alarmsignal wird aber von beiden Geschlechtern häufig unterschiedlich beschrieben und gedeutet“, erklärt Dr. Bathgate. „Frauen denken selber oft nicht an die Möglichkeit, dass es sich um einen Herzinfarkt handeln könnte und suchen sich deshalb erst deutlich später medizinische Hilfe.“

Bei den sogenannten "Eva-Infarkten", die etwa ein Drittel der Gesamtzahl ausmachen und bei Frauen etwas häufiger vorkommen, treten die klassischen Infarktbeschwerden gar nicht auf. Frauen klagen eher über unspezifische Beschwerden wie Atemnot, Schwäche, Übelkeit, Erbrechen oder Müdigkeit. „Dies führt möglicherweise dazu, dass Herz-Kreislauferkrankungen bei Frauen nicht rechtzeitig erkannt werden und dadurch eine effektive Behandlung zu spät einsetzen kann“, so die Ärztin weiter.

„Die gute Nachricht ist, dass wir Frauen neben einem geschulten Bewusstsein auch aktiv viel für unsere Herzgesundheit tun können. Gesunde Ernährung und ausreichende Bewegung spielen eine Schlüsselrolle bei der Herzgesundheit. „Regelmäßiges körperliches Training hat für Frauen einen starken Schutzeffekt – vielleicht stärker noch als für Männer“, unterstreicht Dr. Bathgate.