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Leitliniengerechte Behandlung bei Prostatakrebs

Prostatakrebs ist der zweithäufigste Krebs bei Männern weltweit. In Europa und der westlichen Welt wird Prostatakrebs immer häufiger diagnostiziert, wenn er noch organbegrenzt ist, also noch nicht gestreut hat. Dies liegt unter anderem daran, dass der PSA-Wert (Prostata spezifisches Antigen) im Blut als Vorsorge häufig eingesetzt wird.

Für Männer mit neu festgestelltem, organbegrenztem Prostatakrebs sind die folgenden Informationen über ihre Erkrankung wichtig für die weitere Behandlung:

  • Die Ausdehnung des Tumors (Diese wird durch den Tastbefund der rektalen Untersuchung festgestellt, ggf. Ergebnisse einer Bildgebung)
  • Aggressivitätsgrad im feingeweblichen Befund der Biopsie (Gleason Grad)
  • Höhe des PSA-Wertes
  • Zu erwartendes Heilungsergebnis der unterschiedlichen Behandlungsmöglichkeiten
  • Mögliche Komplikationen und Nebenwirkungen der einzelnen Therapien
  • Der eigene gesundheitliche Zustand, das Alter, bestehende Nebenerkrankungen sowie der eigene Therapiewunsch

Einstufung in Risikogruppen

Da vor einer Therapie das genaue Stadium (organbegrenzt oder organüberschreitend) nur eingeschätzt werden kann, werden Patienten mit Prostatakrebs in drei Risikogruppen (niedrig, mittel und hoch) für organüberschreitendes Wachstum eingestuft.

  • Ein niedriges Risiko besteht, wenn der rektale Tastbefund unauffällig ist, der PSA-Wert unter 10 ng/ml liegt, und die Gleason-Summe der Biopsie höchstens 6 beträgt.
  • Ein mittleres Risiko besteht, wenn der rektale Tastbefund auffällig ist oder der PSA-Wert zwischen 10 und 20 ng/ml liegt oder die Gleason-Summe der Biopsie 7 beträgt.
  • Ein hohes Risiko besteht, wenn der rektale Tastbefund auffällig ist oder der PSA-Wert über 20 ng/ml liegt oder die Gleason-Summe der Biopsie 8 und höher beträgt.

In Abhängigkeit von dieser Einteilung wird Ihnen Ihr behandelnder Arzt die weitere Vorgehensweise empfehlen. Patienten mit einem niedrigen Risiko können sich alternativ zu einer frühen Therapie für eine aktive Überwachung entscheiden und damit eine definitive Behandlung auf einen späteren Zeitpunkt verschieben. Für Patienten mit einer mittleren und hohen Risikoeinschätzung stehen in Abhängigkeit von verschiedenen Faktoren die operative Behandlung (radikale Prostatektomie) oder Strahlentherapie zur Verfügung.

Wir bieten Ihnen an unserem Zentrum sämtliche etablierten Verfahren an -  auch im Rahmen von Studien – und gewährleisten damit eine unabhängige Beratung und medizinische Betreuung auf dem neuesten Kenntnisstand.