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Leistung

Sprech- und Redeflussstörungen

Diagnostizieren, beraten, behandeln. Diesen Dreiklang bieten wir unseren Patienten mit Sprechstörungen in enger Zusammenarbeit mit internen Partnern und niedergelassenen Ärzten, Therapeuten, Psychologen und Logopäden. Unsere Abteilung ist Teil der neurologischen und geriatrischen Frührehabilitation, der Stroke Unit sowie der Beatmungs-Entwöhnung (Weaning-Unit).

Bei Sprechstörungen ist das Sprachvermögen an sich intakt, allerdings sind die motorisch-artikulatorischen Fertigkeiten beeinträchtigt, wodurch lautliche Sprechnormen nicht verwirklicht werden können. Nachfolgend stellen wir Ihnen einige Sprechstörungen und unsere entsprechenden Leistungen vor.

Tabelle zur altersgerechten Entwicklung von Phon und Phonem nach Fox und Dodd 1999.
Die altersgerechte Entwicklung von Phon und Phonem nach Fox und Dodd, 1999.

Die Entwicklung von Phonetik und Phonologie ist nicht einfach! Entsprechend hatten wir alle im Entwicklungsverlauf eine Aussprachestörung in unserer Muttersprache. Doch je früher man eine Sprache erlernt, desto leichter fällt es. Deshalb erkennt man die Nicht-Muttersprachler meistens an einer Störung der Aussprache und der Stimmmelodie.

Aber ab wann sind Artikulationsstörungen pathologisch? Und ab wann sollte gehandelt werden?

Wir führen eine Hörüberprüfung durch und beraten Sie zu Ursachen und Therapiebedürftigkeit, geben Ihnen Anleitung für häusliche Fördermöglichkeiten und vermitteln logopädische Therapie.

Eine veränderte Gaumensegelfunktion verändert die Nasalität beim Sprechen. Dies kann angeboren (Lippen-Kiefer-Gaumenspalte, verdeckte Gaumenspalte, Velocardiofaziales Syndrom usw.) oder erworben (Lähmung nach Schlaganfall, Operation bei Gaumensegel/Hypopharynxtumor) sein.

Wir diagnostizieren die Ursache und beraten Sie zur Therapie:
Ist Logopädie sinnvoll? Ab wann ist die Indikation zur logopädischen Therapie nicht mehr ausreichend? Ist eine Hilfsmittelversorgung mit Epithese/Gaumenplatte angezeigt? Liegt eine Operationsindikation zur Velopharyngoplastik vor? Zu welchem Zeitpunkt ist die Operation anzustreben?

Wir kooperieren mit Logopäden, Epithetikern, Hilfsmittelversorgern, Kieferorthopäden, Mund-Kiefer-Gesichtschirurgen, HNO-Ärzten und Zahntechnikern.

Stottern

Das Stottern ist eine Redeflussstörung, die durch eine häufige Unterbrechung des Sprechablaufs gekennzeichnet ist. Wobei wir die "Diagnose Stottern" erst dann stellen, wenn diese willens- oder situationsabhängig Redeflussstörung länger als drei Monate anhält.

Primärsymptome sind:

  • Laut-, Silben- oder Wortwiederholungen (Kloni)
  • Angespanntes, stummes oder stimmhaftes Verharren in der Artikulationsstellung (Blocks)
  • Lautdehnungen (Toni)

Sie gehen oft einher mit Sekundärsymptomen in Form von Vermeidreaktionen:

  • Satzumstellungen
  • Atemauffälligkeiten
  • Mitbewegungen
  • Vermeidung von Blick-, Kommunikationskontakt
  • Sprech- und Kommunikationsängste

Die Ursachen sind vielfältig und können in Entstehung, Aufrechterhaltung und Verlauf von multiplen, koexistierenden und miteinander interagierenden Faktoren genetischer, neurophysiologisch-organischer, psychologischer und linguistischer Natur beeinflusst werden. Vom klassischen Stottern grenzen wir das hirntraumatische und das neurogene Stottern sowie entwicklungsbedingte Redeunflüssigkeit ab.

Poltern

Beim Poltern handelt es sich um eine Sprechablaufstörung, die durch ein magelhaftes Zusammenwirken von Sprache und Sprechen mit Störungen in der gedanklichen Vorbereitung ausgelöst wird. Sie zeichnet sich durch folgende Symptome aus: 

  • Überhastung der Sprache
  • Undeutliche Artikulation
  • Verschlucken von Silben und Wörtern
  • Auffälligkeiten in phonologischer und morphologisch-syntaktischer Sprachebene
  • Verschlucken und Verstümmelung von Lauten

Bei beiden Störungen führen wir einen Hörtest durch, um Details zum Hörvermögen auf beiden Ohren zu erhalten. Anschließend beraten wir Sie zu weiteren Therapiemöglichkeiten, wie beispielsweise Logopädie, stationäre Therapie oder zusätzliche Diagnostik aus anderen Fachdisziplinen.

Eine Dysarthrie ist eine Störung von Aussprache, Nasalität, Stimme und/oder Atmung. Sie tritt häufig im Rahmen neurologisch bedingter Störungen auf, wie beispielsweise:

  • Morbus Parkinson
  • Multiple Sklerose
  • Schlaganfall
  • Schädel-Hirn-Trauma usw.

Oft gehen weitere Störungen, z.B. Schluckstörungen damit einher.

Wir diagnostizieren und behandeln die Dysarthrophonien – auch schon in der Akutphase – mit logopädischer Therapie in den Bereichen Atmung, Phonationsatmung, Artikulation, Prosodie (Stimmmelodie), Mimik und Gestik, ggf. Einsatz von unterstützer Kommunikation (Computer, Manualsystem, Zeichen, Kommunikationskarte).